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Das Periculum rei venditae. Ein Beitrag zum aktionenrechtlichen Denken im römischen Privatrecht

Das Periculum rei venditae. Ein Beitrag zum aktionenrechtlichen Denken im römischen Privatrecht

Martin Pennitz (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/D3062
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 27.01.1999
  • Projektende 27.01.2009
  • Bewilligungssumme 13.888 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Rechtswissenschaften (100%)

Abstract

Die Monographie "Das periculum rei venditae. Ein Beitrag zum `aktionenrechtlichen Denken` im römischen Privatrecht" wendet sich jener in der Lehre umstrittenen Frage zu, warum der Käufer im antiken Rom - anders als in den meisten modernen Rechtsordnungen - mit der "Gefahrtragung" belastet ist. Während sich die bisherigen Untersuchungen zu diesem Thema, in erster Linie auf die einschlägigen Gefahrtragungsentscheidungen der römischen Juristen konzentrieren, erscheint es dem Autor für eine Begründung der sog. periculum emptoris-Regel erforderlich, alle uns überlieferten Belege zum periculum bei der emptio venditio heranzuziehen und in ihrem gemeinsamen Zusammenhang zu analysieren. Aufgrund dieser erweiterten Textbasis läßt sich ein neues Erklärungsmodell entwickeln, das die Geltung des Satzes vom periculum emptoris für das klassische und justinianische Recht bejaht und die diesbezüglichen Fallentscheidungen mit dem sog. "aktionenrechtlichen Denken" der römischen Jurisprudenz in Beziehung setzt. Mit dem Terminus periculum wird demnach nicht nur die "Gefahrtragung" im engen, modernrechtlichen Verständnis angesprochen, vielmehr bezieht sich dieser Rechtsbegriff auf jedes "besondere" Prozeßrisiko, das der jeweiligen Vertragspartei aufgrund eines außergewöhnlichen und nach allgemeiner Lebenserfahrung und Geschäftspraxis regelmäßig nicht erwarteten Geschehens droht oder drohen könnte. In diesem Sinn hat sich die Untersuchung nach einem Überblick über den Forschungsstand sowie einer eingehenden Darlegung des Erklärungsansatzes nicht nur mit den Gefahrtragungsentscheidungen zum unbedingten Spezieskauf, zum Fall des Doppelverkaufs eines Speziesgegenstandes, zum aufschiebend bedingten Kauf, zum Alternativkauf oder etwa zum sog. begrenzten Gattungskauf zu beschäftigen, sondern auch Fragen der Vertragshaftung (öffentlich-rechtliche Eingriffe hinsichtlich eines Kaufobjektes; custodia-Haftung des Verkäufers; culpa-Haftung; Verzugsfolgen) sowie der Eviktionsproblematik zu behandeln. Die hier vertretene Sicht des gestellten Themas kann im übrigen auch darin eine Bestätigung finden, daß die justinianischen Kompilatoren unter die Rubrik De periculo et commodo rei venditae des Digestentitels D. 18.6 sowohl Gefahrtragungs- als auch Haftungsentscheidungen einordnen.

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