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Das stellvertretende Commodum

Das stellvertretende Commodum

Raimund Bollenberger (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/D3031
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 12.10.1998
  • Projektende 23.09.1999
  • Bewilligungssumme 13.081 €

Wissenschaftsdisziplinen

Rechtswissenschaften (100%)

Abstract

Gemäß 281 deutsches BGB und einem in Österreich praeter legem anerkannten Rechtssatz kann der Gläubiger bei Unmöglichwerden der Leistung vom Schuldner Herausgabe eines für den geschuldeten Gegenstand erlangten Ersatzes, des sogenannten "stellvertretenden Commodums", verlangen (z.B. eine Versicherungssumme, eine Schadenersatzforderung gegen einen dritten Schädiger, eine Enteignungsentschädigung oder einen durch anderweitige Veräußerung des Leistungsgegenstands erzielten Erlös). Die Arbeit untersucht den Grundgedanken und den Zweck des Commodumsanspruchs im österreichischen und deutschen Recht, um die sich daraus ergebenden Konsequenzen für seinen Anwendungsbereich und Umfang zu ziehen. Die Argumentation nimmt auch auf das schweizerische, französische und anglo-amerikanische Recht Bezug. Schwerpunkte bilden die Funktion der Ersatzherausgabe bei Verträgen (1), ihre geschichtliche Entwicklung (2) und vor allem ihre Grundlagen bzw. die Einordnung in das System des Schuldrechts ( 3 und 4); ferner die Schuldverhältnisse, bei denen eine Ersatzherausgabe in Betracht kommt (5), die jeweils herauszugebenden Vorteile (6), die Fälle des Commodum ex negotiatione (7) und der Drittschadensliquidation (8); schließlich die Ersatzherausgabe bei anfänglichen Leistungshindernissen und das Verhältnis des Commodumsanspruchs zur Sachmängelgewährleistung (9). Die zentrale These der Arbeit liegt darin, daß die Ersatzherausgabe einen Bereicherungsanspruch darstellt, der seine Grundlage in einer durch den Anspruch auf Naturalerfüllung vermittelten, internen Zuweisung des Leistungsgegenstandes an den Gläubiger findet. Die daraus folgenden einzelnen Ergebnisse bringen zum Teil eine stärkere Begründung herrschender Meinungen, teilweise ergeben sich freilich Abweichungen oder es werden überhaupt bisher, zumindest in Österreich, nicht behandelte Fragen behandelt. In der zu veröffentlichenden Fassung werde ich noch die Anregungen der Gutachter im Habilitationsverfahren berücksichtigen und auch auf Kritikpunkte eingehen.

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