Stelen, Inschriftsteine und Reliefs aus der Zeit der 18. Dynastie
Stelen, Inschriftsteine und Reliefs aus der Zeit der 18. Dynastie
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
In dieser Lieferung des Corpus Antiquitatum Aegyptiacarum Wien werden alle Stelen, Inschriftsteine und Reliefs wiedergegeben, die aus der Zeit der 18. Dynastie stammen. Zwei Stücke sind als königliche Denkmäler datiert: die Elephantine-Stele Amenophis` II. (5909) und das Türsturzfragment mit dem Namen desselben Königs (9763). Das Relieffragment aus dem memphitischen Grab des Haremhab (214) gehört nicht eigentlich in diese Kategorie, da es in einer Zeit entstanden ist, in der Haremhab noch nicht König war. Ähnlich ist der Fall der Familienstele des Suti (131), wenngleich es eher fraglich ist, daß mit diesem der Vater Ramses` I (und dieser selbst in der Namensform. Rc-ms) vertreten ist. Ein einziges Objekt stammt aus einer dokumentierten Grabung, nämlich das fragmentierte Altarbild aus el-`Amârna (8038), 1910/11 bei den Grabungen Borchardts gefunden und 1931 im Tausch für Wien erworben. Bei einigen anderen Objekten ist die ursprüngliche Herkunft ebenfalls klar. Die beiden Wandreliefs des Merirê (5814, 5815) stammen aus einem Grab, das ähnlich wie das Haremhabs seit seiner Auffindung verschollen war und erst vor einiger Zeit wiederentdeckt wurde. Auch Sakah, Stadtfürst von Memphis (5816), wird in Saqqâra begraben gewesen sein, doch sein Grab ist heute unbekannt. Das Türsturzfragment Amenophis` II stammt vielleicht von seinem, nicht mehr erhaltenen Totentempel, der nordöstlich vom Ramesseum. nachzuweisen ist. Die große Stele dieses Königs (deren Unterteil im Original im Museum von Kairo ist; in beiden Museen ist der fehlende Teil im Abguß vorhanden) stammt ihrer Inschrift nach eindeutig aus Elephantine, auch wenn Teile davon im vorigen Jahrhundert in Armant nachweisbar waren. Mehrere Gründe sprechen dafür, daß die neu erworbenen Talatât (9962, 9963) aus Hermopolis und letztlich aus el-`Amârna stammen und nicht aus Karnak. Mit dieser Lieferung liegt die erste Publikation einschlägiger Objekte seit sehr langer Zeit vor: Um 1890 herum hat Kustos Ernst von Bergmann eine Anzahl von Inschriften in drei Aufsätzen publiziert, 1906 publizierte Walter Wreszinski diejenigen Wiener Inschriften, die er für das Berliner Wörterbuch-Unternehmen aufgenommen hatte. Manches ist in den jüngeren Jahren bekannt gemacht oder wieder aufgenommen worden, wie etwa die beiden Reliefs des Merirê (5814, 5815), und zwar meist durch Ausstellungen bzw. die Aufnahme in die Ausstellungskataloge. Eine zusammenfassende Publikation aller einschlägigen Objekte mit ausführlicher epigraphischer Behandlung der Inschriften und Erschließung durch Indices war nichtsdestoweniger ein großes Desiderat. Die vorliegende Lieferung ist Teil eines großen epigraphischen Programmes, in dessen Rahmen bereits alle vergleichbaren Objekte des Mittleren Reiches publiziert wurden. Auf die Stelen etc. der 18. Dynastie werden die der Ramessidenzeit folgen, parallel dazu werden erstens die der Spätzeit bearbeitet, zweitens die Inschriften des Alten Reiches; von diesen ist bereits eine Lieferung im Begutachtungsverfahren (D-2954SPR).
- Michaela Hüttner, KHM-Museumsverband , assoziierte:r Forschungspartner:in