Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (100%)
Abstract
Das Wiener "Künstlerhaus", ursprünglich "Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens", wurde 1861 als eine
Standesvertretung Wiener Maler, Bildhauer und Architekten mit ernsten Aufgaben des beruflichen und sozialen
Charakters gegründet; sie stand Künstlern aller Stile und Richtungen offen. Erst nach der Bildung der Secession
1897 und des Hagenbundes 1900 verlor die bis dahin allseits tätige Genossenschaft diese Kammerfunktion und
wurde zu einer von vielen, wenn auch immer noch bedeutenden Künstlervereinigung. Ihr Sitz, das Künstlerhaus,
war das erste von Künstlern selbst errichtete Ausstellungs- und Vereinshaus im gesamten deutschsprachigen Raum.
Die Finanzierung, ausschließlich durch Private, gelang nach einem ausgeklügelten Stifter- und Gründersystem. Erst
dieser Erfolg spornte andere, vor allem deutsche Künstlervereinigungen an, mit ähnlichen Bauten zu folgen.
Traditionelle gesellige Künstlerunterhaltungen wurden zu einem wichtigen Mittelpunkt des Wiener
Gesellschaftslebens. Erst der Zerfall der Monarchie entzog der Genossenschaft ihre wirtschaftliche Basis. 1949
wurde im Künstlerhaus ein Kino, 1974 ein Theater eröffnet, deren Einnahmen zusammen mit nun häufigen weiteren
Vermietungen die Fortführung des Hauses ermöglichen.
Das Thema ist in dieser Bearbeitung und Darstellung als umfassende Geschichte der ältesten noch bestehenden
Künstlervereinigung Wiens vö1lig neu. Das Buch bringt zum ersten Mal im Detail konkrete Dokumentation mit
genauen Namenslisten und sonstigen Angaben. Die gesamte Künstlerhausgeschichte ist trotz einer 1951
erschienenen Chronik Rudolf Schmidts und zwei Bildbände des Autors so gut wie unbekannt. Das Buch soll im
Rahmen der allgemeinen Kunstgeschichte Wiens, insbesondere anderer Künstlerorganisationen über die
Vereinigung, wie auch über das gleichnamige Bauwerk in der Form einer wissenschaftlicher Abhandlung
eingehend informieren. Es soll jedem Kunstinteressierten als langlebiges Nachschlagewerk dienen.