Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Abstract
Der vorliegende siebte Band der Geschichte der Literatur in Österreich stellt zum ersten Mal in literarhistorischer
Abfolge die Entwicklung der letzten siebzig Jahre dar. Die österreichische Literatur zwischen den beiden
Weltkriegen wird sowohl geistes- und sozialgeschichtlich durch den Beitrag von Walter Zettl, als auch stil- und
gattungsgeschichtlich durch den Beitrag von Christoph Fackelmann erfaßt. Hier ist sowohl eine Bestandsaufnahme
als auch eine literaturgeschichtliche Durchdringung aus zwei Perspektiven zum ersten Mal. unternommen worden.
Völliges Neuland betritt der Beitrag von Joseph P. Strelka zur österreichischen Exilliteratur: Strelkas Aufriß schaut
zum ersten Mal die Tendenzen der österreichischen Exilliteratur in den verschiedensten Exilländern zusammen und
läßt ein synthetisches Bild der Entwicklungen, die parallel zu der in der Heimat verbliebenen österreichischen
Literatur gezeichnet wird, entstehen. Schließlich unternahm Ernst Fischer auf der Grundlage seines von ihm mit
großer Resonanz herausgegebenen Werkes "Hauptwerke der österreichischen Literatur" (1996 bei Kindler) die
allerletzten Jahrzehnte in der österreichischen Literaturentwicklung darzustellen. Diese Zeit sollte in Ergänzung zu
den literaturwissenschaftlichen Erörterungen auch aus dem Erleben eines Mannes dargestellt werden, der die
Geschichte der Literatur in Österreich in den letzten vierzig Jahren entscheidend mitgestaltete: Wolfgang Kraus
bietet in seiner essayistischen Zusammenfassung einen Überblick über das literarische Leben in Österreich, wie er
es selbst erlebt hat. Der Herausgeber schließlich versucht in einer abschließenden Darstellung die "Machbarkeit"
einer Literaturgeschichte Österreichs aus dem Verständnis der eigenständigen Entwicklung innerhalb des gesamten
deutschsprachigen Kulturraumes zu begründen. Wesen und Bedeutung einer "österreichischen Literatur" werden
hier anhand der dazu erschienenen Forschungsliteratur dargestellt.