Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Abstract
Die Große Medienchronik zeichnet die technische Entwicklung der Medien von ihren Anfängen bis zur Gegenwart
nach, wobei das umfangreiche Datenmaterial chronologisch bzw. annalistisch jeweils in fünf Gruppen geordnet ist,
nämlich in die Rubriken: Schrift/Druck/Post - Optische Medien - Akustische Medien - Übertragungsmedien -
Computer. Der Bogen spannt sich von den ersten Schriftzeichen über die Meilensteine Buchdruck, Photographie,
Phonographie, Film, Fernsehen bis hin zu den gegenwärtigen Multimedia-Anwendungen im Computerbereich. Die
Große Medienchronik stellt somit ein bisher noch nicht vorhandenes, umfassendes medienhistorisches
Nachschlagewerk dar, das bewußt den Ausgleich zwischen detailgetreuen Monographien zu Einzelmedien (z.B. zur
Geschichte der Photographie) und überblicksartigen Zusammenfassungen der Mediengeschichte herstellt. Durch die
Siglierung jedes einzelnen Eintrags wird versucht, Entwicklungsstufen und Erfindungen nicht als singuläres Faktum
erscheinen zu lassen, sondern den bereits früh auftretenden medialen Vernetzungserscheinungen gerecht zu
werden. Durch die präzisen Angaben der verwendeten Quellen wird das jeweilige Phänomen belegt und dem
interessierten Leser weiterführende bzw. vertiefende Lektüre ermöglicht.
Zu betonen ist auch die Zielsetzung, einerseits an den hohen angelsächsischen Forschungsstand (Abramson, Clair,
etc.) anzuschließen - eine Reihe von englischer Fachliteratur (vieles davon zum ersten Mal in deutscher
Übersetzung) ist in die Medientabelle eingearbeitet -, andererseits jüngste Forschungsergebnisse in die Chronik
aufzunehmen (Haarman, Giesecke, Zey, etc.). Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, daß auch bisher nicht in
Buchform vorliegendes Material wie etwa Beitexte, Täfelchen und erklärende Broschüren von Museen wie dem
Science Museum London, dem Gutenberg Museum Mainz oder dem Deutschen Museum München in die
Medientabelle integriert ist. Aus der Vielfalt der zum Teil unterschiedlichen Darstellungen wird versucht,
Jahreszahlen und technische Beschreibungen zu evaluieren und somit, bei gleichzeitigem Verweisen auf
Abweichungen, plausiblere, klarere und seriösere Daten in den Vordergrund zu stellen bzw. tradierte Fehler oder
Ungenauigkeiten zu minimieren. Damit repräsentiert die Große Medienchronik nicht nur ein umfassendes
Datendepot zum Nachschlagen, sondern auch eine Evaluierung, Plausibilisierung und Präzisierung von
medienhistorischen Daten.