Half Forms - Material als Agent in räumlichen Formationen
Half Forms - Material agency in spatial formations
Matching Funds - Tirol
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (20%); Informatik (20%); Kunstwissenschaften (40%); Philosophie, Ethik, Religion (20%)
Keywords
-
Material Intelligence,
New Materialism,
Hybrid Processes,
Aesthetics,
Digital Design,
Sustainable Architecture
Ressourcenknappheit und Klimawandel sind eine globale Herausforderung, die auch den Architektur- und Bausektor betrifft. Um diese Probleme anzugehen, sind innovative Konzepte erforderlich, die über die traditionellen Baumaterialien und -verfahren hinausgehen. Das vorliegende Forschungsprojekt untersucht das Potenzial eines wenig bekannten Materials namens Vulkanfiber, um neue Möglichkeiten für eine nachhaltige Architektur zu eröffnen. Unser Ansatz integriert fortschrittliche Entwurfswerkzeuge und -methoden, die von anderen Disziplinen wie der Materialwissenschaft und der Philosophie inspiriert und unterstützt werden, um verantwortungsvolle und stimulierende, architektonische Räume zu schaffen. Auch die Vulkanfiber selbst trägt ihren Teil zur Gestaltung solcher Räume bei. Vulkanfiber ist ein durch ein besonderes Verfahren produziertes Material auf Baumwoll- und Zellulosebasis, das in Rollen hergestellt wird. Es bietet mehrere Vorteile für architektonische Anwendungen, wie z. B. seine umweltfreundlichen Eigenschaften, Haltbarkeit, Festigkeit und sein geringes Gewicht. Ein besonderer Aspekt der Vulkanfiber ist ihre natürliche Verformung während des Trocknungsprozesses, die zu einer ausgeprägten Ästhetik führt. Darüber hinaus hat die Verformung das Potenzial, die tragwerkstechnische Leistung zu verbessern und mehrdeutige räumliche Qualitäten und Funktionalität zu schaffen. Unsere Forschung zielt darauf ab, diese Eigenschaften zu untersuchen und den Grad der Kontrolle zwischen den vordefinierten Formen und dem Selbstformungsprozess der Vulkanfiber zu verstehen. Das Hauptziel dieses Projekts ist die Entwicklung eines prototypischen Entwurfs und einer Konstruktionsmethode unter Verwendung von Vulkanfiber. Wir werden fortschrittliche architektonische Entwurfstechniken wie Simulation, Machine Learning und speziell Machine Vision integrieren, um das Potenzial des Materials zu erforschen. Durch die Kombination dieser Methoden wollen wir unübliche, transformierbare Gebäudekomponenten mit komplexen Geometrien schaffen. Unser Ziel ist es, die räumlichen und konstruktiven Möglichkeiten einer nachhaltigen Architektur zu erweitern und zur Entwicklung umweltfreundlicher Entwurfs- und Baupraktiken beizutragen. Um unsere Ziele zu erreichen, bauen wir auf Fortschritt im Bauen mit Papier auf und passen diesen an die spezifischen Eigenschaften von Vulkanfiber an. Durch eine Kombination aus digitalen und analogen Techniken entwerfen wir räumliche Strukturen, die die besonderen Eigenschaften des Materials nutzen. Indem wir die spezifischen Eigenschaften des Materials und ihre Auswirkungen einbeziehen, verfolgen wir einen Bottom-up-Ansatz zur Schaffung architektonischer Räume. Dabei kombinieren wir naturphysikalische Phänomene mit innovativen Gestaltungsmitteln, um eine zeitgemäße Form nachhaltiger Architektur zu formulieren. Die Vulkanfiber ist dabei ebenso ein Designer des Raums wie die Architekten oder die Nutzer.
- Universität Innsbruck - 100%
- Moritz Heimrath, nationale:r Kooperationspartner:in
- Matthias Gondan-Rochon, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Gwyllim Jahn, RMIT University - Australien
- Susanne Witzgall, Akademie der Bildenden Künste München - Deutschland
- Manfred Joseph, Hornex, Ernst Krüger GmbH - Deutschland
Research Output
- 1 Publikationen
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2025
Titel Chemical aspects of the preparation of Vulcanised Fibre using zinc chloride hydrates: from a brief history to a new consideration of the key reactions in ionic liquids DOI 10.1515/znb-2025-0013 Typ Journal Article Autor Allner L Journal Zeitschrift für Naturforschung B Seiten 135-146