Wissenschaftsdisziplinen
Andere Sozialwissenschaften (20%); Bauwesen (30%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (20%); Kunstwissenschaften (30%)
Keywords
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Blue Turn,
Ocean-Related Artistic Practice,
Experimental Geography,
Speculative Design,
Urbanization Of The Sea,
Adriatic Sea
Die Vorstellung vom Ozean als einer leeren Weite, die von menschlicher Kultur und Urbanisierung unberührt bleibt, entspricht nicht der Realität. Mit der Entwicklung von Rechtsmechanismen und Technologien zur Regierung, Überwachung, Durchquerung und Nutzung von Meeresräumen sind die Weltmeere immer stärker mit menschlichen Aktivitäten verflochten. Während die Zerstörung der marinen Lebensräume ständig zunimmt, hat sich auch das Bewusstsein über die unverzichtbare Rolle der Ozeane bei der Regulierung des globalen Ökosystems und des Klimas durchgesetzt. Neben dem zunehmenden Interesse an Meeresthemen in verschiedenen akademischen Disziplinen hat es in den letzten Jahren eine Reihe von Kunstprojekten, -ausstellungen und -publikationen mit Meeresbezug gegeben, die ein fruchtbares Umfeld für weitere Forschungen in diesem Bereich geschaffen haben. Komuna Maro, was auf Esperanto "Gemeinsames Meer" bedeutet, ist ein experimentelles, künstlerisches Forschungsprojekt, das sich auf Netzwerke von Meeresgemeinschaften, - technologien und -infrastrukturen in der Nordadria konzentriert. Ziel des Projekts ist es, verborgene Machtdynamiken aufzudecken und alternative Erzählungen für die Region zu entwickeln. Das Kernteam des Projekts (Ana Jeinic, Milica Tomic und Ana Dana Beroš) wird zusammen mit einer Gruppe ausgewählter Künstler*innen verschiedene menschliche und nicht-menschliche Akteure begleiten, die an, nahe, in und mit der Adria leben, um unterschiedliche Erfahrungen zu dokumentieren und verschiedenen Formen des Wissens über diesen gemeinsamen Lebensraum eine Stimme zu geben. Gleichzeitig werden sich die Forscher*innen kritisch mit wissenschaftlichen, geopolitischen und rechtlichen Diskursen und komplexen räumlichen Daten auseinandersetzen. In Form von offenen Diskussionen und Workshops, mehrsprachigen Broschüren, Installationen, Ausstellungen und einer partizipativen Webplattform werden diese unterschiedlichen Sichtweisen "von unten" und "von oben" miteinander konfrontiert und überlagert, um eine alternative, facettenreiche, transdisziplinäre und multimediale Kartographie der Nordadria zu erstellen. Hinsichtlich der Methodologie wird die analytische Phase des Projekts experimentelle geografische und anthropologische Forschung mit partizipatorischer künstlerischer Praxis verknüpfen. An diese Phase schließt sich eine spekulative Erkundung möglicher Zukunftsszenarien an. Diese wird Überlegungen zu einer alternativen Gesetzgebung für die nordadriatische Region und zu neuartigen Formen der Bewirtschaftung von Meeresressourcen sowie Ideen für das Hacking und für die Umfunktionierung und gemeinschaftliche Nutzung bestehender maritimer Technologien einschließen. Die Besonderheit des Projekts liegt in der Nutzung der künstlerischen Forschung als Mittel zur Orchestrierung und Dokumentierung eines partizipativen und transdisziplinären Prozesses, bei dem ein geteilter mariner Lebensraum unser gemeinsames Meer neu erschlossen und anders erzählt wird.
- Technische Universität Wien - 100%
- Markus Reymann, Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Privatstiftung , nationale:r Kooperationspartner:in
- Davor Miskovic, Drugo More - Kroatien
- Lucija Azman Momirski, University of Ljubljana - Slowenien
- Elizabeth Johnson, Durham University - Vereinigtes Königreich