Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (100%)
Keywords
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Historical Informed Performance Practice,
Artistic Research,
Violin Bow,
Sound Production
Als Teilgebiet der Klassischen Musik integriert die historisch informierte Aufführungspraxis (HIP) die künstlerische Praxis mit Bereichen wie Musikwissenschaft und Organologie und sammelt so große Mengen an Wissen. Die derzeitige HIP-Praxis hat jedoch an vielen Stellen ihren experimentellen Charakter verloren. Um ihr Fachwissen anzuwenden und um die Künstler und Künstlerinnen als Teil des Experiments in den Prozess einzubeziehen, fehlt es ihr an einer definierten, wiederholbaren Methodik fehlt. Dieses Projekt zielt darauf ab, dieses ungenutzte Potenzial der historisch informierten Aufführungspraxis durch künstlerische Forschung zu untersuchen, wobei der Schwerpunkt auf der Klangerzeugung bei Geigeninstrumenten liegt. In einer experimentellen und selbstreflexiven Praxis werden die Schlüsselfaktoren Instrumente, künstlerische Praxis, Wissen und die Denkweise des Künstlers erforscht. Mit dem Fokus auf den Forschungsprozess und durch die Anwendung von Methoden der künstlerischen Forschung soll die ausdrucksstarke Kunst des Geigenbogens vor 1750 und die verlorenen Qualitäten der Klangerzeugung wie das Potenzial Sprache zu imitieren, wiederentdeckt werden. Der erste Teil des Projekts wird von Susanne Scholz, der Leiterin des Projekts, und mehreren studentischen Hilfskräften der KUG mit Kopien der einzigartigen Renaissanceinstrumente von vor 1594 aus dem Freiberger Dom durchgeführt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Einbeziehung der unterschiedlichen Gedankenwelten der Musiker und Musikerinnen, geprägt durch ihre speziellen Kompetenzen. Im zweiten Teil werden in Zusammenarbeit mit den erfahrenen Kollegen Julian Behr (Laute), Carmen Leoni (Clavichord) und Michael Hell (Cembalo) drei Methoden der Klangerzeugung auf Saiteninstrumenten - Zupfen, Schlagen und Streichen - untersucht und verglichen. Im dritten Teil wird die Klangerzeugung auf verschiedenen Instrumenten mit einigen besonderen HIP-Expertinnen und Experten besprochen. Im vierten Teil geht es um die Erstellung einer ausführlichen Dokumentation mit einem Team von Video- und Audiokünstlern. Um die gewonnenen Erkenntnisse zu verbreiten, werden eine Website aufgebaut und eine internationale Konferenz organisiert. Das Wissen über den frühen Geigenbogen wurde bisher nicht durch künstlerische Forschungsmethoden erforscht und die aus schriftlichen Quellen gewonnenen Erkenntnisse nicht unter Einbeziehung des mind- sets der Musiker angewandt. Weitere innovative Elemente dieses Projekts sind die Verwendung einzigartiger Renaissance-Instrumente und der Vergleich der Klangerzeugung von gezupften, geschlagenen und gestrichenen Saiten. Darüber hinaus soll dieses Projekt weitreichende Auswirkungen auf die Zukunft des HIP ausüben. Durch die Zusammenarbeit mit Kollegen und Studierenden innerhalb einer Universität, an der Forschung vorausgesetzt wird, kann HIPP sein volles Potenzial ausschöpfen und wertvolle Erfahrungen weitergeben, um aktuelle und künftige Generationen von Musikern zu motivieren.
- Michael Hell, nationale:r Kooperationspartner:in
Research Output
- 3 Künstlerischer Output
- 1 Disseminationen
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2025
Link
Titel Reconstruction of a non-extant instrument size according to a set of Renaissance violins of before 1594 Typ Artwork Link Link -
2025
Link
Titel Playing one note - Forming a sound: Project part I, music and mind Typ Artefact (including digital) Link Link -
2025
Link
Titel Discovering the tacit knowledge of fellow musicians: Exploring and discussing existing knowledge by interviewing experienced HIPP musicians regarding the shaping of a single note Typ Artefact (including digital) Link Link