Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (50%); Politikwissenschaften (25%); Rechtswissenschaften (25%)
Keywords
Dalmatia in the Habsburg Empire 1900-1918,
Elections in the Imperial Council and Diet,
State administration 1900-1918,
Language compromise April 1909,
Civil representative of the crown land:Statthalter,
World War I
Abstract
Exemplarische Tiefenbohrungen politischer Ereignisse in Dalmatien (19001918) bilden die Basis
dieser profunden Arbeit, die das Agieren der österreichischen Staatsverwaltung erforscht. Die
Reichsrats- und Landtagswahlen, die bosnische Annexionskrise 1908/09, der Sprachenausgleich
von 1909, die politische Entwicklung vor und während Weltkrieg I, die Auflösung der
Gemeindevertretungen 19141918 und die Einstellung der dalmatinischen
Reichsratsabgeordneten während WK I stehen allesamt im Fokus der Analyse.
Die österreichische Staatsgewalt hat in Dalmatien nicht immer fehlerfrei agiert, wie
zeitgenössisch-gedruckte Quellen belegen. Wagt man allerdings einen Perspektivwechsel und
forscht anhand ungedruckter staatlicher Verwaltungsakten, kommt man in vielen Belangen zum
Ergebnis, dass die österreichisch-politische Verwaltung in Dalmatien sehr wohl bemerkenswerte
Arbeit geleistet hat.
Sie war um Objektivität bemüht, obwohl oder weil die staatlich-politischen Verwaltungsorgane in
Dalmatien und Wien auch Gesamtstaatsinteressen zu wahren hatten oder gesamtstaatlich
dachten. Grundsätzlich supranational, wusste sie mit Krisen im Land umzugehen. Mehr noch: Sie
war um Interessensausgleich zwischen Streitparteien bemüht, nahm Mediationsaufgaben wahr
oder wehrte in WK I allzu große restriktive Wünsche der militärischen Verwaltung ab.
Dass der Erfolg einer guten Verwaltung im Land wesentlich vom Geist der Statthalterei abhing,
die sich als Scharnier zwischen den Interessen von Wien und Dalmatien verstand, wird
überzeugend sichtbar.
Viele der in der Literatur bloß gestreiften Entwicklungen werden hier akribisch quellenmäßig
belegt und dadurch redimensioniert oder politisch entideologisiert.