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Geschichte der venezianischen Malerei, Band III

History of Venetian Painting, Vol. III

Günter Brucher (ORCID: 0000-0001-7702-0489)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB72
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 16.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Kunstwissenschaften (80%); Psychologie (10%); Sprach- und Literaturwissenschaften (10%)

Keywords

    Art History, Titian, Venice, Renaissance-Painting, Giorgione

Abstract

Das zur Begutachtung eingereichte Manuskript betrifft den dritten Band einer auf fünf Bände projektierten Buchreihe, die sich mit der Geschichte der venezianischen Malerei von den Anfängen bis zum 18. Jahrhundert befasst -ein Projekt, nach dem man in der deutschsprachigen Kunstgeschichte, abgesehen von wenigen, nur in groben Zügen umgesetzten populärwissenschaftlichen Überblicksversuchen, vergeblich Ausschau hält. Diese Lücke in Form einer wissenschaftlich fundierten Gesamtdarstellung zu schließen ist somit ein vordringliches Anliegen. Wie schon in den Anträgen zu Band I und II betont, liegt auch seitens der italienischen Fachliteratur nichts Adäquates vor. Dies involviert auch die dreibändige "Pittura nel Veneto" (1989-1999), die zwar reiches Bildmaterial, eine fast lückenlose Auflistung der Künstler enthält, zudem über ausführliche, den Forschungsstand referierende Anmerkungsapparate verfügt, aber leider in einem Maß desorganisiert ist, dass der Leser kaum imstande ist, dem einen entwicklungsgeschichtlichen `roten` Faden zu entnehmen. Fragen nach Kolorit, Ikonographie, Formalstruktur, Hermeneutik usw. spielen eine höchst untergeordnete Rolle. Besonders nachteilig ist der Mangel an strukturbewussten Werkanalysen, ein Defizit, das auch bezüglich der meisten Künstlermonographien italienischer Provenienz zu beklagen ist. Im Mittelpunkt der Arbeit steht Giorgione, der mit der Inauguration der "maniera moderna" (Vasari) den Grundstein zur neuzeitlichen venezianischen Malerei gelegt hat. Keiner unter den derselben Generation angehörenden Malern vermochte sich seinem Einfluss zu entziehen. Demgemäß erscheint es legitim, dass die Auseinandersetzung mit dem Meister aus Castelfranco etwa zwei Drittel des Manuskriptrahmens umfasst, man folglich fast von einer selbstständigen Künstler-Monographie sprechen könnte. In der Forschung zur venezianischen Malerei nimmt Giorgione eine zentrale Stellung ein; entsprechend umfangreich das kaum überschaubare Schrifttum. So gesehen ist es nicht leicht, über den bis weit in das 19. Jahrhundert zurückreichenden, äußerst diskrepanten Forschungsstand in kritischer Auswahl zu berichten. Die Ursachen dieser Uneinigkeit beruhen auf einer dürftigen Quellenlage sowie auf dem Umstand, dass nur wenige Werke Giorgiones als gesichert gelten. Folge davon ist ein unentwegtes Ringen um Zu- und Abschreibungen sowie eine Fülle einander widersprechender Datierungsvorschläge. Diesbezüglich ordnend einzuwirken, das Für und Wider der Argumente abzuwägen, Thesen zu bestätigen oder zu korrigieren und daraufhin bisweilen zu eigenständigen Erkenntnissen zu gelangen, ist eine der Zielsetzungen vorliegender Arbeit. Unerlässlich dafür der methodische Einsatz der Stilkritik, der deskriptiv genauen Werkanalyse sowie der Komparatistik, alles Aspekte, die in der neueren Literatur (Ch. Hornig ist hier eine rühmliche Ausnahme) zumeist nur eine Nebenrolle spielen. Einen besonderen Stellenwert hat der Versuch, das "Salomo-Urteil" und das "Altarbild von S. Giovanni Crisostomo" - in Opposition zur rezenten Forschung - wieder in das Oeuvre Giorgiones einzugliedern. Sebastiano del Piombos partielle Teilnahme wird hier auf die Rolle eines vollendenden Organs reduziert. Ferner wird dem heutigen Trend, die Madrider "Sacra Conversazione" und das "Concert champêtre" Tizian zuzuweisen, Einhalt geboten und Giorgione als Schöpfer der beiden Gemälde rehabilitiert. Vasari hat Sebastiano del Piombo und Tizian als Giorgiones "due creati" bezeichnet. In diesem Sinn wird das dafür gültige Frühwerk Tizians zur Darstellung gebracht. In einem Exkurs zum Phänomen des "Giorgionismo" wird vor allem auf Sebastiano verwiesen. Mit Ausführungen über Palma Vecchio und Catena schließt dieses Kapitel.

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