Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (100%)
Keywords
Sculpture,
British Art,
Antonio Canova,
John Gibson,
Translational Exchange,
19th century
Abstract
Das Buch John Gibson. Die Canova Rezeption in Großbritannien widmet sich erstmals dem
Bildhauer John Gibson (1790-1866) und untersucht dabei insbesondere seine künstlerische
Auseinandersetzung mit den Werken seines Lehrers Antonio Canova. Gibson erfreute sich zu
seinen Lebzeiten außerordentlich großer Bekanntheit und internationaler Berühmtheit. Er war
Mitglied in elf Akademien und Ludwig I. von Bayern widmete ihm an der Ostfassade der
Münchener Glyptothek einen Platz unter den sechs wichtigsten modernen Bildhauern. Doch
schon kurz nach seinem Tod geriet der Künstler, wie so viele seiner Zeitgenossen, in
Vergessenheit. Bislang war sein Leben und Werk selten Gegenstand der Forschung. Doch die
hervorragende Quellenlage mit über 900 Briefen in mehreren britischen Archiven ermöglicht
nicht nur Erkenntnisse zu Gibsons Leben und Werken, sondern auch einen Einblick in weitere
Themenfelder. Diese Quellen werden in der Publikation kritisch ausgewertet und auf die
Fragestellung zur Canova Rezeption in der britischen Skulptur hin zugespitzt. Untersucht wird
die Schlüsselfunktion beider Künstler hinsichtlich des Erstarkens der britischen Bildhauerei,
insbesondere der Idealskulptur, im 19. Jahrhundert und die Rezeption ihrer Werke im Kontext
der Diskussionen um eine Britische Schule für Skulptur im 19. Jahrhundert. Weder Canova
noch Gibson wurden bislang mit Blick auf diese Fragestellung hin betrachtet.
Der Inhalt gliedert sich in einen einleitenden Teil, in welchem grundsätzliche Informationen zu
John Gibson und zur britischen Skulptur im 19. Jahrhundert geliefert werden, und einen
Hauptteil, in dem seine Rolle hinsichtlich der Rezeption und des Transfers der von Canova
etablierten Idealskulptur in Großbritannien untersucht wird. Darüber hinaus werden Gibsons
Inszenierungsstrategien als ,Letzter Schüler von Canova aufgezeigt. Abschließend werden die
Ergebnisse in einer Synthese zusammengeführt und die Perspektiven der Publikation anhand der
Tinted Venus, Gibsons bekanntestem Werk, aufgezeigt.