Biografien bedeutender österreichischer Wissenschafterinnen
Biografies of Famous Austrian Women in Science
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (40%); Philosophie, Ethik, Religion (40%); Soziologie (20%)
Keywords
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Austrian history,
Gender studies,
History of sciences
Der vorliegende Band schließt an die Ergebnisse des 2002 erschienenen Lexikons Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben Werk Wirken (Hg. Brigitta Keintzel / Ilse Korotin, Böhlau Wien/Köln 2002) an. Anhand von 342 Biografien, welche von FachautorInnen aus unterschiedlichen Disziplinen biografisch und werkspezifisch bearbeitet wurden, erschlossen sich u. a. die Wirkungsfelder der ersten Generation von Wissenschafterinnen an den Universitäten Wien, Graz und Innsbruck, der ersten Dozentinnen und Professorinnen sowie von Wissenschafterinnen in inner- und außeruniversitären Arbeitsbereichen. Die gegenständliche Sammlung konzentriert sich nun vorwiegend auf das frauenspezifische Wirken in der österreichischen Wissenschaftsgeschichte nach 1945 (Geburtsjahre 1930-1950, beinhaltete aber auch eine Ergänzung früherer Jahrgänge). Ein allgemeines Ziel des gesamten Forschungsvorhabens ist eine Klärung der Situation der Frau in der Wissenschaft sowie die Bildung einer fundierten Basis und Grundlage für weitergehende Forschungen im Bereich der feministischen Wissenschaftsgeschichte und Frauenforschung. Im Fokus stehen Fragestellungen, welche die österreichische Wissenschaftsgeschichte nicht als die Geschichte einiger weniger herausragender Persönlichkeiten dargestellt sehen und versuchen, mit einer systematischen Aufarbeitung des Frauenanteils in den Wissenschaften vorhandene Lücken in der Wissenschaftsgeschichtsschreibung zu schließen. Im Spektrum des zeitlichen Schwerpunkts befinden sich darüber hinaus auch die theoretischen und personellen Auswirkungen der sich in den 1970er Jahren durch die Impulse der zweiten Frauenbewegung an den Universitäten etablierenden frauenspezifischen Fragestellungen im Wissenschaftsbereich. Als Basis diente das seit 1998 mit Förderung des BMWF am Institut für Wissenschaft und Kunst laufende Dokumentationsprojekt biografiA. datenbank und lexikon österreichischer frauen, in welches bis dato 20.063 biografische Datensätze aufgenommen wurden. Davon können allein 3.169 Namen den Bereichen Kultur- und Geisteswissenschaften sowie Naturwissenschaften zugeordnet werden. Weitere wissenschaftliche Biografien sind u. a. in den medizinischen, pädagogischen, künstlerischen und technischen Bereichen der standardisierten Hauptberufsgruppen zu finden. Diese differenzierte Zuordnungspraxis ist deshalb relevant, weil eine universitär-wissenschaftliche Laufbahn im Verhältnis zur zunehmenden Zahl von Universitätsabsolventinnen nur für eine Minderheit realisierbar ist bzw. die wissenschaftliche Tätigkeit oftmals nicht zum Haupterwerb erhoben werden kann.