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Mittelalterliche Häresien: Auf weniger begangenen Pfaden

Medieval Heresies: On A Less Trodden Path

Bojana Radovanovic (ORCID: 0000-0001-9622-5236)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB1322
  • Bewilligungs­summe Buchpublikationen
  • Status laufend
  • Projekt­beginn 10.02.2026
  • Projektende 09.02.2029
  • Bewilligungs­summe 11.650 €

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (40%); Philosophie, Ethik, Religion (40%); Soziologie (20%)

Keywords

  • Medieval Heresy,
  • Religious Dissent,
  • Comparative History,
  • Latin,
  • Byzantine Greek,
  • Old Church Slavonic Source,
  • Heterodoxy and Pagan Influences,
  • Historiography,
  • Transmission of Ideas and Religiou
Abstract

Wie verbreiteten sich häretische Ideen in der mittelalterlichen Gesellschaft über sprachliche, kulturelle und geografische Grenzen hinweg, und wie wurde eine solche religiöse Abweichung verstanden? Dieser Sammelband lädt dazu ein, mittelalterliche Häresien nicht als isolierte Randerscheinungen zu betrachten, sondern als Teil eines vielschichtigen und eng vernetzten religiösen Gefüges. Der Band löst sich bewusst von starren Typologien und einseitigen Deutungsmodellen. Stattdessen rückt er die Vielfalt religiöser Vorstellungen und Praktiken in den Mittelpunkt, die zwischen dem 7. und dem 15. Jahrhundert entstanden und sich wandelten. Durch den Vergleich unterschiedlicher Regionen Europas und des östlichen Mittelmeerraums wird sichtbar, wie religiöse Ideen über große Distanzen hinweg zirkulierten, an lokale Kontexte angepasst wurden und sich im Laufe der Zeit veränderten. Zugleich zeigt der Band, wie der interdisziplinäre Vergleich über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg Verbindungen zwischen scheinbar weit voneinander entfernten Gesellschaften aufdeckt und Muster des kulturellen Austauschs sichtbar macht. Ein besonderes Augenmerk gilt den konkreten sozialen und historischen Bedingungen religiöser Nonkonformität. Die Beiträge verdeutlichen, dass Häresie nicht nur ein intellektuelles Phänomen war, sondern auch durch soziale Praktiken, Gemeinschaften und alltägliche Lebenswelten vermittelt wurde. Gleichzeitig werden diese lokalen Ausdrucksformen in breitere transregionale Netzwerke eingebettet, die Latein, Byzantinisches Griechisch und die slawische Welt verbanden. Analysiert werden sowohl Textquellen als auch materielle Zeugnisse, wodurch ein vielschichtiges Bild der Verbreitung und Transformation religiöser Ideen entsteht. Methodisch vereint der Sammelband Ansätze aus Geschichtswissenschaft, Philologie, Ideengeschichte und vergleichender Analyse. Auf dieser Grundlage werden etablierte Forschungspositionen kritisch hinterfragt, neue Perspektiven eröffnet und die Relevanz interdisziplinärer Arbeit deutlich. Der Band liefert Werkzeuge, um zu verstehen, wie Wissen, Glaubensvorstellungen und kulturelle Normen über Zeit und Raum hinweg übertragen und transformiert wurden. Durch die Open-Access-Veröffentlichung möchte der Band nicht nur Fachkreise erreichen, sondern auch ein breiteres Publikum ansprechen, das sich für religiöse Vielfalt, kulturellen Austausch und historische Formen von Dissens interessiert. Zudem unterstreicht der Band die Bedeutung internationaler Kooperation: Die Zusammenführung von Wissenschaftler:innen aus Ost und West bereichert das Verständnis und fördert den Dialog über historische und gegenwärtige Grenzen hinweg.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%

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