Manifest- u. Programmtexte der Spätwiener Moderne 1918-38
Programmatic texts of late Vienese Modernism 1918-38
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (15%); Geschichte, Archäologie (20%); Sprach- und Literaturwissenschaften (65%)
Keywords
- Epoche-Parameters,
- Aesthetic Communication And Transfers,
- Intermediality And New Approaches,
- Literary Critiscm As Cultural Criticism,
- Avant-Garde Vs Traditionalism,
- Habitual And Social Changes
Die Bände Manifeste und Programmtexte der österreichischen Kultur und Literatur 1918- 1938 (basierend auf zwei FWF-Projekte und weitere Recherchen), denen ein einführender Essay vorangeht, versammeln in Form einer kommentierten Edition rund 620 Texte mit programmatischem Charakter zu kulturellen, künstlerischen und literarischen Aspekten der Ersten Republik. Mit Bezug auf die in den Projekten erzielten Ergebnisse erwies sich diese abschließende Edition als sinnvoll, um den Blick auf die Kultur und Literatur der Zwischenkriegszeit gemäß zeitgenössischer Diskurs- und Rezeptionslagen in ihrer Komplexität zu dokumentieren und v.a. weiter zu fassen, d.h. stärker mit europäisch- transnationalen Debatten zu verschränken. Letzteres entsprach den realen Schaffens- und Interessenslagen der Spätwiener Moderne-Exponenten (z.B. der amerikanischen, französischen oder russischen Kultur gegenüber) weit mehr als häufig bemühte Überlegungen zum Schock von 1918, zu Anschlussphantasien, zur Konfigurierung eines österreichischen Menschen und ebensolcher Idee etc., ohne auf die intensive Partizipation an Debatten der Weimarer Kultur, aber auch die Präsenz deutscher Autor:innen und ihrer Werke im österreichischen Kulturbetrieb zu verzichten. Gestützt auf eine systematische Sicherung des Textfeldes (Beiträge aus rund 50 Zeitungen/ Zeitschriften wie Aufrufe, Feuilletons, Kultur- u. Theaterkritik, Leitartikel, Reden) wurde eine Neuvermessung des Anteils österreichischer Stimmen an deutschsprachigen und internationalen Diskurslagen angepeilt. Dabei traten Konstellationen zu Tage und in den Vordergrund, die erstaunliche Entdeckungen zu Tage förderten wie z.B. eine kritische Abrechnung mit dem Ersten Weltkrieg seit 1917, Interesse für avantgardistische Bild-, Theater- und Text-Konzepte, die Teilhabe an (Neue)Sachlichkeits-Debatten, an intermedialen Projekten im Schnittfeld Film-Theater-Montage oder Radio-Bühne, aber auch Alltagskultur- Aspekte, eine überraschende Technik-Affinität u.a.m. Dies erklärt auch die beachtliche Zahl an Jazz-Romanen oder an Genre-Überschreitungen (Radio-Film, Jazz-Operetten, Sprechchor- und Tanzdichtungen) sowie an meist authentisch abgesicherten Amerika- und Russlandtexten. Neben den in die Bände aufgenommenen Texten der 30 Themenfelder sind zahlreiche weitere in Fußnoten digital verfügbar gemacht worden. Die definitive Auswahl orientierte sich an deren Manifest- bzw. Programm-Status: an der Repräsentativität im Diskurskontext, am Resonanzgrad sowie am zeitgenössischen kulturellen Kapital der Autor:innen. Dem Feuilleton bzw. der Literatur- und Kulturkritik kam dabei vermehrt Berücksichtigung zu, waren diese ob ihrer Durchlässigkeit und Präsenz im Kontaktfeld Wien-Berlin-Prag und z.T. darüber hinaus von typologischer wie ästhetischer Wirkmächtigkeit. Verknüpft ist dieses Projekt in der OA-Variante mit einer digitalen Forschungs- und Dokumentationsplattform, die Vertiefungen über ein Lexikon, Themen- u. Porträtmodule oder ein Textarchiv ermöglicht.
- Universität Klagenfurt - 100%