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Sergios von Reschaina, Kommentar zur Kategorienschrift

Sergius of Reshaina, Commentary on Aristotle´s Categories

Yury Arzhanov (ORCID: 0000-0001-8987-0173)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB1119
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status laufend
  • Projektbeginn 18.03.2024
  • Projektende 17.03.2027
  • Bewilligungssumme 8.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (60%); Sprach- und Literaturwissenschaften (40%)

Keywords

    Syriac Philosophy, History of Philosophy, Sergius of Reshaina, Alexandrian Exegesis, Aristotle's Categories

Abstract

Die syrische Rezeption der alexandrinischen philosophischen Tradition am Ende des fünften und zu Beginn des sechsten Jahrhunderts n. Chr. markiert den Beginn des Transfers der griechischen Philosophie von Alexandrien nach Bagdad. Die Arbeit der syrischen Gelehrten hat einen entscheidenden Einfluss auf die spätere arabische und (indirekt) auf die mittelalterliche hebräische und lateinische Überlieferung der Werke des Aristoteles gehabt. Das vorliegende Publikationsprojekt konzentriert sich auf die Schlüsselfigur in diesem Prozess, Sergius von Reschaina (Sargis d-Reš Ayna, gest. 536), der in Alexandrien unter Ammonius Hermeiou Philosophie und Medizin studierte und später in die Stadt Reschaina zog. Dort übersetzte er griechische Werke ins Syrische und verfasste originelle philosophische Abhandlungen, die sowohl von der aristotelischen Philosophie als auch von der christlichen Tradition des Origenes und Evagrius Ponticus beeinflusst waren. Sergius` Werke und sein Übersetzungsstil beeinflussten viele Generationen von syrischen Gelehrten. Noch im neunten Jahrhundert bezeugte der berühmte Übersetzer griechischer philosophischer Werke ins Arabische, unayn ibn Isaq, seine Autorität. So erweist sich Sergius als Verbindungspunkt zwischen der griechischen philosophischen Tradition und der orientalischen Rezeption der alexandrinischen Philosophie im sechsten bis neunten Jahrhundert im syrischen Christentum und später in der arabischen Welt. Das philosophische Hauptwerk von Sergius ist sein umfangreicher Kommentar zur Kategorienschrift des Aristoteles. Dieses Werk ist berühmt dafür, dass es das erste bekannte Werk der aristotelischen Philosophie in einer semitischen Sprache ist und sogar noch vor der ersten syrischen Übersetzung der Kategorien selbst entstand. Neuere Forschungen haben erste Einblicke in die Art und Weise gegeben, in der Sergius` Kommentar den Weg für jahrhundertelange aristotelische Studien auf Syrisch und Arabisch ebnete. Die Einzelheiten von Sergius` Aristotelismus und seinem Einfluss bleiben jedoch für die moderne Wissenschaft unklar, da es keine kritische Ausgabe gab, die eine notwendige Voraussetzung für eine eingehende Untersuchung dieses Punktes wäre. Dasselbe gilt für den Wert des Kommentars als Quelle für die spätantike Philosophie: Das Werk basiert auf den mündlichen Vorlesungen von Ammonius Hermeiou, der Schlüsselfigur des Aristotelismus in Alexandria um 500 n.Chr., und kann einen wichtigen Beitrag zu unserem Wissen über das philosophische Profil und die pädagogische Praxis der Schule des Ammonius leisten. Die Edition und Übersetzung des Sergius-Kommentars macht diesen Text erstmals für PhilosophiehistorikerInnen und einen breiten Kreis von InteressentInnen an der christlich- orientalischen Rezeption der griechischen Wissenschaften und Philosophie zugänglich. Dank der finanziellen Unterstützung des FWF ist die Publikation des Sergius-Kommentars open access.

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