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Brückenbauer im Kalten Krieg.

Bruidge Builders in the Cold War

Anna Graf-Steiner (ORCID: 0000-0002-4991-8168)
  • Grant-DOI 10.55776/PUB1038
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status laufend
  • Projektbeginn 22.11.2023
  • Projektende 21.11.2026
  • Bewilligungssumme 9.456 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (100%)

Keywords

    Neutrality, Austria, Soviet Union, CSCE, Helsinki accords, Cold War diplomacy

Abstract

Im Kalten Krieg war Österreich ein gefragter Vermittler und Brückenbauer zwischen Ost und West. Mit der Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte (= Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) in Helsinki 1975 erlebte die Entspannungspolitik ihren Höhepunkt. In der jahrelangen Vorbereitung spielten die neutralen Länder eine entscheidende Rolle. Österreich engagierte sich dabei erfolgreich vor allem in Menschrechtsfragen und humanitären Angelegenheiten. Moskau wollte mit der gesamteuropäischen Sicherheitskonferenz in Helsinki vor allem die Teilung Europas festschreiben, um die Hegemonie über Ostmitteleuropa zu bewahren. Erstmals wird auf Basis sowjetischer Dokumente gezeigt, wie die UdSSR das neutrale Österreich zu nutzen versuchte, um ihre Interessen durchzusetzen. Bereits 1966 hatte der sowjetische Generalsekretär L. I. Breschnew eine gesamteuropäische Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit zum außenpolitischen Hauptziel der UdSSR und des Warschauer Paktes erklärt. Moskau wandte sich fortan insbesondere an die europäischen neutralen Staaten, um diese als Fürsprecher und mögliche Initiatoren zu gewinnen. Österreich stand aufgrund seiner geographischen Lage am Rande des Eisernen Vorhangs, des jungen neutralen Status und seines Bestrebens, internationale Konferenzen zu beherbergen, im Fokus sowjetischer Aufmerksamkeit. Auf Basis neuer sowjetischer Quellen wurde erforscht, welche Rolle dem neutralen Österreich in Bezug auf das Konferenzprojekt zukam, das schließlich von 1973-75 in Helsinki und Genf als Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) realisiert wurde. Das sowjetische Bestreben, Österreich stärker in die gesamteuropäische Entspannungspolitik einzubinden, entsprach Moskaus Wunsch, der starken wirtschaftlichen wie auch politischen Abhängigkeit Österreichs von der BRD Einhalt zu gebieten und den österreichischen Radar vermehrt auch Richtung Osten auszurichten. Die Monographie zeigt auf, auf welche Weise versucht wurde, das Österreich für die Konferenz zu gewinnen, was Moskau als Hauptmotivation von Seiten Österreichs annahm, sich für eine solche und später in einer solchen Konferenz zu engagieren, welchen Aufgaben und Zielen sich Österreich tatsächlich annahm, wie dies von Moskau bewertet wurde und in welchen Bereichen versucht wurde, Einfluss zu nehmen.

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