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Rechtswissenschaften (100%)
Keywords
Abstract
Der 1920 zwischen den alliierten Mächten und der Türkei abgeschlossene Vertrag von Sèvres, der
den Ersten Weltkrieg für die Türkei beendete, kann obwohl er niemals ratifiziert wurde zweifellos
als einer der bedeutendsten völkerrechtlichen Verträge des vorigen Jahrhunderts bezeichnet werden.
Auf die Neugestaltung des Nahen Osten abzielend, legte er den Grundstein dafür, dass das Britische
Reich kurz nach seiner Unterzeichnung den Höhepunkt seiner territorialen Expansion erreichte.Der
Vertrag von Sèvres wurde von der deutschsprachigen Geschichtsforschung lange Zeit wenig beachtet,
was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass es bis dato keine vollständige Übersetzung des Vertrags von
Sèvres ins Deutsche gab. Eine solche soll mit dem vorliegenden Werk nunmehr nachgeholt werden.
Andererseits soll mit dem vorliegenden Werk auch die Entstehungsgeschichte des Friedensvertrages
mit der Türkei anhand von neuem, ausgewerteten Archivmaterial und auserwählter Literatur einem
breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Schließlich wird mit dem vorliegenden Werk der
Versuch unternommen, durch eine Analyse der einschlägigen Vertragsbestimmungen des
französischen Originaltextes, den Vertrag von Sèvres in einen Kontext zu den übrigen Pariser
Vorortverträge allen voran mit dem Vertrag von Versailles und den Österreich betreffenden Vertrag
von St. Germain zu stellen und so seine Besonderheiten aufzuzeigen.
Dr. Miriam Gassner, LL.M., ist research fellow am Institut für Staatsrecht und Rechtstheorie der
Albert-Ludwig-Universität Freiburg i.B. und Lehrbeauftragte am Institut für Rechts- und
Verfassungsgeschichte der Universität Wien.