Ökonomische Konsequenzen der Option in Südtirol
Economic Consequence of the Option Agreement in South Tyrol
Italien, Südtirol
Wissenschaftsdisziplinen
Wirtschaftswissenschaften (100%)
Keywords
- Immigration,
- Networks,
- Culture,
- Economics
Was passiert, wenn Menschen gezwungen sind, zwischen Heimat und kultureller Identität zu wählen? Unser Projekt untersucht ein außergewöhnliches historisches Ereignis: die Option von 1939. Damals mussten rund 230.000 deutschsprachige Südtirolerinnen und Südtiroler entscheiden, ob sie in Italien bleiben und sich kulturell assimilieren oder in das nationalsozialistische Deutsche Reich übersiedeln. Diese Entscheidung beeinflusste das Leben von Familien und prägte die Region bis heute. Wir wollen herausfinden, warum sich Haushalte damals für oder gegen die Auswanderung entschieden, welche Rolle wirtschaftliche Überlegungen, kulturelle Bindung, soziale Netzwerke und Propaganda spielten und wie sich diese Entscheidungen langfristig auf Wirtschaft, Politik und gesellschaftlichen Zusammenhalt auswirkten. Dazu nutzen wir einzigartige Archivdaten: detaillierte Antragsakten aus der damaligen Zeit, ergänzt um historische Taufregister und aktuelle Umfragen. Auf dieser Basis analysieren wir, wie Migration und erzwungene Assimilation nicht nur individuelle Biografien, sondern auch das wirtschaftliche und soziale Gefüge ganzer Regionen verändern können. Die Ergebnisse werden neue Einblicke in die Verbindung von Kultur, Identität und Ökonomie liefern Themen, die auch heute angesichts von Flucht, Vertreibung und Integration aktueller denn je sind. Unser Projekt macht diese Daten öffentlich zugänglich und trägt so auch zur historischen Erinnerungskultur bei.
- Wirtschaftsuniversität Wien - 100%
- Max Viskanic, Sciences Po - Frankreich
- Alexander Moradi, Libera Università di Bolzano - Italien
- Andrea Di Michele, Libera Università di Bolzano - Italien
- Alexia Lochmann, Harvard University - Vereinigte Staaten von Amerika