Globalisierung und Industriepoltik
Globalization and Industrial Policy
Weave
Wissenschaftsdisziplinen
Wirtschaftswissenschaften (100%)
Keywords
- International economics,
- Industrial Policy,
- Economic History,
- Causal inference econometrics,
- Tariffs and trade subsidies,
- Historical data collection
Das Forschungsprojekt IP-KuK versucht zu verstehen, wie sich Exportförderung und gezielte Zollpolitik auf die wirtschaftliche Entwicklung der österreich-ungarischen Monarchie auswirkten und welche Lehren sich daraus ziehen lassen. Im Rahmen des Projekts konzentrieren wir uns auf zwei historische Interventionen: die Rolle der Pariser Weltausstellung von 1900 bei der internationalen Förderung ungarischer Unternehmen und die exportabhängigen Senkungen der Einfuhrzölle in der Mühlenindustrie in den 1880er Jahren. Diese Maßnahmen bieten Einblicke in Mechanismen, die für aktuelle industriepolitische Debatten hochrelevant bleiben. Insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die ein exportorientiertes Wachstum anstreben. Das Projekt entwickelt neue Panel-Datensätze auf Unternehmensebene aus bisher unerschlossenen Archivquellen in Wien, Budapest und regionalen Bibliotheken, die den Zeitraum 18701910 abdecken. Zusätzlich zu umfangreichen Archivarbeiten setzen wir Methoden des maschinellen Lernens und der generativer KI ein, um die Möglichkeiten der Digitalisierung und Datensatzerstellung zu verbessern. Wir verwenden quasi-experimentelle Methoden, um kausale Effekte auf die Unternehmensleistung, die Technologieeinführung und die regionale Entwicklung zu identifizieren. Der historische Kontext ermöglicht eine klarere Identifizierung als moderne Kontexte, in denen sich mehrere Interventionen überschneiden. Zudem erlaubt er uns, die Rolle kultureller und ethnischer Vielfalt zu analysieren ein Thema, das deutliche Parallelen zu modernen multiethnischen Volkswirtschaften wie der Europäischen Union aufweist. Darüber hinaus erstellen wir den ersten umfassenden Katalog der in der österreichisch-ungarischen Monarchie umgesetzten Industriepolitik und schließen damit eine große Lücke in der Literatur über staatliche Interventionen im 19. Jahrhundert außerhalb Westeuropas. Dieses dreijährige Projekt wird vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Kooperationsprogramms [Weave] (https://www.fwf.ac.at/en/funding/portfolio/international-collaborations/germany) finanziert, das europäische Forschungszusammenarbeit verbindet. Das Forschungsteam an der Central European University Vienna (AT) wird von [Gbor Békés](https://people.ceu.edu/gabor_bekes), außerordentlicher Professor am Department für Economics, geleitet. Mit dabei ist auch Mtys Molnr, Doktorand an der CEU. Das Forschungsteam an der Ludwig Maximilians Universität München (DE) wird von [Claudia Steinwender](https://www.econ.lmu.de/en/persons/contact-page/claudia-steinwender- 8e9b8882.html), Professorin am Institut für Volkswirtschaftslehre, geleitet. Externe Projektpartner sind [Réka Juhsz](https://economics.ubc.ca/profile/reka-juhasz/) von der University of British Columbia (CA) und [Tams Vony](https://sps.unibocconi.eu/peopleamas-vonyo) von der Bocconi- Universität (IT).
- Steinwender Claudia - Deutschland
- Vonyó Tamás, Bocconi University - Italien
- Juhász Réka, University of British Columbia - Kanada