Entschlüsselung der lokalen PRRSV Immunantwort in utero
Decoding the Maternal-Foetal Immune Dynamics Against PRRSV
EP: EUPAHW
Wissenschaftsdisziplinen
Veterinärmedizin (100%)
Keywords
- PRRSV,
- Local Immune Response In Utero,
- Maternal-Fetal Interface
Das porzine reproduktive und respiratorische Syndrom Virus (PRRSV) ist einer der bedeutendsten Infektionserreger in der Schweineproduktion weltweilt. Eine Infektion mit dem Virus führt einerseits zu Fruchtbarkeitsstörungen bei Sauen, andererseits zu Atemwegserkrankungen und reduzierter Wachstumsleistung bei Schweinen aller Altersstufen. Zudem beeinträchtigt das Virus die Funktion unterschiedlicher Immunzellen, weshalb PRRSV als Wegbereiter für bakterielle Sekundärinfektionen gilt. Die Bekämpfung von PRRSV ist daher entscheidend für die Gesunderhaltung von Schweinbeständen und die Erhöhung des Tierwohls, trägt aber auch zur Reduktion des Einsatzes von Antibiotika bei. Derzeit werden zur Bekämpfung von PRRSV vorwiegend modifizierte Lebendimpfstoffe eingesetzt, deren Wirksamkeit und Sicherheit jedoch oft hinterfragt werden. Forschung zum verbesserten Verständnis der Krankheitsentstehung, Immunantwort und Impfstoffentwicklung haben sich vorwiegend mit der Atemwegsform der Erkrankung beschäftigt. Die Mechanismen der durch PRRSV Infektion verursachten Fruchtbarkeitsstörungen sind vergleichsweise wenig erforscht. Ziel unseres Projektes ist die Erforschung der lokalen Immunantwort nach PRRSV Infektion innerhalb der Gebärmutter von Sauen im letzten Drittel der Trächtigkeit, die Phase, in der PRRSV von der Muttersau auf ihre Ferkel übertragen wird. Mithilfe einer bestimmten, genetisch einheitlichen Schweinelinie soll untersucht werden, ob die Reaktionen unterschiedlicher Immunzellen innerhalb der Gebärmutter schützend oder eher schädlich für die Ferkel innerhalb der Gebärmutter wirken. Eine überschießende Immunreaktion könnte durch die lokalen Entzündungsvorgänge den Mutterkuchen schädigen und dadurch zum Absterben der Ferkel führen. Wir wollen zudem untersuchen, ob lokale Immunzellen in der Gebärmutter, die spezifisch gegen PRRSV gerichtet sind, ihren Ursprung auf der mütterlichen oder fetalen Seite der Gebärmutter haben. Sollten tatsächlich mütterliche Zellen die Gebärmutterschranke überwinden, könnten künftig Impf- und Behandlungskonzepte überdacht werden. Darüber hinaus möchten wir fein geschnittene Gewebeproben der Gebärmutter für mehrere Tage in Kultur nehmen, um so ein Labormodell zu entwickeln, das künftig anstelle von lebenden Tieren zur Untersuchung lokaler Mechanismen innerhalb der Gebärmutter zur Verfügung steht. Zusammenfassend soll das Forschungsvorhaben neue Forschungsrichtungen, wie die Immunprägung des Fötus einleiten und gleichzeitig umsetzbare Erkenntnisse zur Entstehung und Kontrolle von PRRSV liefern. Diese Fortschritte sollen zu einer verbesserten Gesundheit und einem besseren Wohlbefinden von Schweinen und anderen Nutztierarten führen und die Grundlage für innovative Lösungen für Herausforderungen in der Tiergesundheit liefern.
- Wilhelm B. Gerner, Veterinärmedizinische Universität Wien - Vereinigtes Königreich