Behandlungsstrategie nach Halsgefäßdissektion
TREAT-CAD 2
Weave
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
- Cervical Artery Dissection,
- Antiplatelet,
- Oral Anticoagulation,
- Randomized Controlled Trial
Eine Einblutung in die Gefäßwand einer Halsarterie, medizinisch zervikale Dissektion genannt, ist die häufigste Ursache für Schlaganfälle bei jüngeren Erwachsenen unter 55 Jahren. Welche Behandlung nach einer solchen Dissektion am besten vor einem erneuten Schlaganfall schützt, ist bisher unklar. In der Praxis werden derzeit zwei Strategien eingesetzt: Medikamente, die die Blutplättchen hemmen, oder Blutverdünner (Antikoagulantien). Welche Methode im Einzelfall besser wirkt, soll nun eine neue internationale Studie klären. Innerhalb von vier Jahren sollen 1.100 Patientinnen und Patienten mit einer frischen zervikalen Dissektion in die Studie aufgenommen werden. Innerhalb der ersten drei Tage nach der Diagnose werden sie per Zufallsprinzip einer von zwei Behandlungsgruppen zugeteilt und dann entweder mit einem Blutverdünner oder mit einem Plättchenhemmer behandelt. Welches konkrete Medikament innerhalb dieser Strategie eingesetzt wird, entscheidet das jeweilige Behandlungsteam. Nach drei Monaten wird überprüft, welche Behandlung besser vor einem erneuten Schlaganfall schützt. Da viele Betroffene auch nach körperlicher Genesung psychisch stark belastet sind, rückt die Studie erstmals die Patient:innen-Perspektive in den Mittelpunkt. Die Teilnehmenden werden aktiv in alle Schritte der Studie einbezogen. Sowohl in der Erhebung der Endpunkte (zB neue Schlaganfälle) als auch der Wahl der in der Behandlungsstrategie verwendeten soll die Meinung der Patient:innen stärker berücksichtigt werden. So sollen Themen identifiziert werden, die für Betroffene in der Langzeitbetreuung besonders wichtig sind. Darüber hinaus verfolgt das Forschungsteam aus Basel, Bern und Innsbruck das Ziel erfahrene sowie junge Forschende mit Betroffenen zu vernetzen, um neue Impulse setzen zu können.