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Das "Prinzip des besten Interesses" in der Kleintiermedizin

The "Best Interest Principle" in Small Animal Practice

Svenja Springer (ORCID: 0000-0002-8961-752X)
  • Grant-DOI 10.55776/PAT7175724
  • Bewilligungs­summe Einzelprojekte
  • Status laufend
  • Projekt­beginn 01.01.2026
  • Projektende 31.12.2029
  • Bewilligungs­summe 443.829 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Gesundheitswissenschaften (30%); Soziologie (70%)

Keywords

  • Empirical Veterinary Ethics,
  • Companion Animal Medicine,
  • Best Interest Principle,
  • Ethical Decision Making,
  • Concept Usage Review,
  • Mixed Methods
Abstract

Heute profitieren Haustiere wie Hunde und Katzen von fortschrittlicher tierärztlicher Versorgung. Dennoch bleibt bei der Anwendung dieser fortschrittlichen Methoden eine entscheidende Frage offen: Was liegt wirklich im besten Interesse unserer Tiere? Dieses Forschungsprojekt widmet sich diesem wichtigen Thema, indem es das sogenannte Prinzip des besten Interesses in der Kleintiermedizin untersucht. Haustierbesitzer:innen und Tierärzt:innen stehen oft vor komplexen Entscheidungen, wenn es darum geht, den optimalen Behandlungsplan für ein Tier festzulegen. Ein Beispiel veranschaulicht diese Herausforderung: Ein Haustierbesitzer erfährt, dass sein Hund einen Tumor hat, der ohne Behandlung zum Tod führen wird. Der ideale Behandlungsplan für diesen Hund wäre die chirurgische Entfernung des Tumors gefolgt von einer Strahlentherapie. Es treten jedoch praktische Schwierigkeiten auf: Es gibt keine Klinik in der Nähe, die eine Strahlentherapie anbietet, und die Arbeitsbedingungen des Besitzers erlauben keine häufigen Fahrten zu der Klinik, die Strahlentherapie anbietet. Zudem fällt es dem Besitzer emotional schwer, den Hund während der Therapie in fremde Hände zu geben. Nach sorgfältiger Abwägung dieser Faktoren entscheiden sich der Besitzer und die Tierärztin für einen Behandlungsplan, der eine Operation in Kombination mit einer Chemotherapie vorsieht, die vor Ort durchgeführt werden kann und somit auch für den Besitzer leicht umzusetzen ist. Das Projekt wirft zentrale Fragen auf: Stellt diese praktische Entscheidung, die vom idealen Behandlungsplan abweicht, wirklich das beste Interesse des Tieres dar, oder handelt es sich lediglich um eine gut genug-Option? Qualifiziert eine solche Wahl, die alle Faktoren einschließlich der des Tiers, des Tierhalters und der Tierärztin transparent berücksichtigt und abwägt, immer noch als eine, die dem Prinzip des besten Interesses entspricht? In diesem Projekt stehen diese zentralen Fragen im Mittelpunkt unserer Untersuchung. Durch umfangreiche empirische Studien mit Tierärzt:innen und Hunde- sowie Katzenbesitzer:innen wollen wir verstehen, wie das Prinzip in der Praxis wahrgenommen, definiert und angewendet wird. Dies ist das erste Projekt dieser Art, das theoretische Ansätze mit praktischen Erkenntnissen kombiniert, um das Prinzip des bestenInteresses eingehend zuanalysierenundpotenzielle Verbesserungsbereiche zu identifizieren. Wir verfolgen vier zentrale Hypothesen: Erstens gehen wir davon aus, dass unterschiedliche theoretische Interpretationen des Prinzips des besten Interesses zu Verwirrung darüber führen, was tatsächlich als bestes Interesse gilt oder wie es verstanden werden kann. Zweitens vermuten wir, dass Tierärzt:innen und Haustierbesitzer:innen die besten Interessen des Tieres unterschiedlich interpretieren, was ihre gemeinsamen Entscheidungsprozesse beeinträchtigen kann. Drittens gehen wir davon aus, dass diese unterschiedlichen Wahrnehmungen des Prinzips des besten Interesses zu unterschiedlichen Erfolgen bei der Förderung des Wohlergehens des Patiententieres führen. Schließlich wollen wir klären, ob es Diskrepanzen zwischen theoretischen Interpretationen des Prinzips des besten Interesses und seiner praktischen Anwendung gibt und wo Verbesserungen möglich sind. Das übergeordnete Ziel unseres Projekts ist es, das Verständnis der besten Interessen unserer Haustiere zu vertiefen und informierte, ethische Entscheidungsfindung in der Tiermedizin zu fördern.

Forschungsstätte(n)
  • Veterinärmedizinische Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Anne Quain, University of Sydney - Australien
  • Peter Sandøe, University of Copenhagen - Dänemark
  • Thomas Bøker Lund, University of Copenhagen - Dänemark

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