INK4a und ARF in NK-Zellalterung und Leukämie
INK4a and ARF in NK-cell senescence and leukemia
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
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NK cells,
NK cell aging,
NK cell senescence,
NK cell leukemia
Natürliche Killerzellen (NK-Zellen) sind eine zentrale Waffe unseres Immunsystems. Sie erkennen und zerstören entartete Zellen etwa Tumorzellen bereits im Frühstadium. Doch mit zunehmendem Alter lässt ihre Wirksamkeit nach. Diese sogenannte Immun-Alterung schwächt die körpereigene Abwehr und kann die Entstehung von Krebs begünstigen. Eine besonders aggressive und seltene Form von Krebs, die NK-Zell-Leukämie, könnte mit diesem altersbedingten Rückgang der NK-Zellfunktion in Zusammenhang stehen- dabei verlieren die NK-Zellen nicht nur ihre Schutzfunktion, sondern werden selbst zu Krebszellen. Derzeit gibt es nur wenige wirksame Behandlungsoptionen für diese Krankheit. Genau hier setzt das nun geförderte Forschungsprojekt von Ass. Prof. Dagmar Gotthardt an der Veterinärmedizinischen Universität Wien an. Ihr Team untersucht, wie der Alterungsprozess in NK-Zellen abläuft, welche Schutzmechanismen dabei aktiv sind und was geschieht, wenn diese versagen. In vorklinischen Modellen konnten die Forschenden bereits zeigen: Alternde NK-Zellen aktivieren bestimmte Schutzgene, die eine Entartung verhindern sollen. Gehen diese Gene verloren, kann sich daraus eine Leukämie entwickeln. Ziel der Forschung ist es daher nicht nur, die biologischen Grundlagen der NK-Zell-Alterung zu entschlüsseln, sondern auch Strategien zu entwickeln, um diesen Prozess gezielt zu bremsen. Denn: Gelingt es, NK-Zellen länger jung und funktionsfähig zu halten, könnten sie künftig noch wirkungsvoller in der Immuntherapie gegen Krebs eingesetzt werden. Außerdem würde dies verhindern, dass sie entarten bzw. sich in bösartige Zellen verwandeln. Das Projekt kombiniert modernste biomedizinische Verfahren mit einem translationalen Ansatz: Neue präklinische Tiermodelle, Analysen an humanen NK-Zellen und präzise genetische Werkzeuge sollen neue Erkenntnisse liefern mit dem Ziel, innovative Therapien zu ermöglichen. Diese Förderung stärkt ein zukunftsweisendes Forschungsfeld an der Schnittstelle zwischen Krebsforschung, Immunologie und Altersforschung mit dem Potenzial, langfristig neue immuntherapeutische Wege zu eröffnen.
- Eva Maria König, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Clemens A. Schmitt, Universität Linz , nationale:r Kooperationspartner:in
- Sabine Lagger, Veterinärmedizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Nicholas Huntington, Monash University - Australien
- Gregore Hörmann, MLL Münchner Leukämielabor GmbH - Deutschland
- Mirjam Belderbos, Princess Maxima Center for Pediatric Oncology - Niederlande