EFAsense
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
- Daphnia,
- Behaviour,
- Polyunsaturated Fatty Acids,
- Fatty Acid Metabolism,
- Neuronal Development
Wie gut Tiere ihre Umwelt wahrnehmen, hängt auch von ihrer Ernährung ab. Bestimmte Omega-3-Fettsäuren aus Algen, etwa DHA und EPA, machen Nervenmembranen flexibel und unterstützen so die Signalübertragung. Fehlen sie, könnten Sinnesreize schwerer erkannt, Signale langsamer verarbeitet und Lernen erschwert werden. Gleichzeitig nimmt in vielen Gewässern die Verfügbarkeit dieser Fette ab, weil sich mit Erwärmung und Nährstoffeinträgen die Algenwelt verändert. Hier setzt unser Projekt an: Wir untersuchen, wie sich die Qualität der Nahrung auf Wahrnehmung und Verhalten von Wasserflöhen (Daphnia) auswirkt. Im Labor erhalten Daphnien Futter mit unterschiedlich viel und unterschiedlich zusammengesetzten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Wir messen, welche Fette in ihren Nervenzellen ankommen, ob sich Nervenreize leichter auslösen lassen und wie sich die Tiere bei Licht und bei Warnstoffen von Fischen verhalten. Zusätzlich vergleichen wir Populationen aus Seen mit unterschiedlicher Nährstoffzusammensetzung und damit unterschiedlicher natürlicher Omega-3-Versorgung. In weiteren Versuchen testen wir, ob sich Folgen eines Omega-3-Mangels durch bessere Ernährung wieder rückgängig machen lassen. Mit diesem Ansatz wollen wir grundlegende Zusammenhänge zwischen Ernährung, Nervensystem und Verhalten aufklären. Wasserflöhe sind Schlüsselorganismen, die Energie von der Basis des Nahrungsnetzes zum Fisch und schließlich dem Menschen übertragen: Ändert sich ihr Verhalten, wirkt sich das auf ganze Nahrungsnetze aus. Die Ergebnisse können helfen, Entwicklungen in Seen besser zu verstehen und Schutzmaßnahmen zu unterstützen. Da die zugrunde liegenden Mechanismen in vielen Tiergruppen ähnlich sind, können unsere Erkenntnisse auch Impulse für Empfehlungen zur Versorgung mit Omega-3- Fettsäuren liefern.
- Donau-Universität Krems - 100%
- Linda Weiss, Ruhr-Universität Bochum - Deutschland
- Matthias Schott, Universität Bayreuth - Deutschland
- Patrick Fink, Universität Köln - Deutschland