Dehydrationsrisiko minimieren bei Zugvögeln in der Wüste
Minimizing dehydration risk in migratory birds in the desert
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
- Bird Migration,
- Water Balance,
- Stopover,
- Sahara Desert,
- Passerines,
- Radiotelemetry
Mehrere europäische Zugvögel überqueren zweimal im Jahr die Sahara, um zwischen den Winter- und den Brutgebieten zu wechseln. Während Wüstenbewohner physiologische und verhaltensbezogene Strategien entwickelt haben, um in der rauen Umgebung zu überleben, verfügen Zugvögel über keine Anpassungen, da sie nur einen kurzen Teil ihres Lebens dort verbringen. Vor allem während des Frühjahrszugs kann man sie jedoch in Oasen beobachten. Einige Arten rasten in der Regel nur für kurze Zeit, meist einen Tag, wobei sie sich im Schatten ausruhen und ihre Flüge in der folgenden Nacht fortsetzen. Es gibt jedoch Arten, die mehrere Tage an Oasen verweilen und selbst unter sehr heißen und trockenen Bedingungen aktiv nach Nahrung suchen. In diesem Projekt wollen wir diesen Unterschied verstehen. Es könnte mit der physiologischen Neigung verschiedener Arten zusammenhängen, die Verdunstungskühlung zur Aufrechterhaltung ihrer Körpertemperatur mit dem Risiko der Dehydrierung in Einklang zu bringen. Dazu werden wir (1) die Aktivität messen, indem wir automatisierte Radiotelemetrie einsetzen, die es ermöglicht, das Verhalten der Vögel während ihres gesamten Aufenthalts zu verfolgen, und (2) physiologische Parameter messen, die mit der Fähigkeit zusammenhängen, Wasser zu sparen und gleichzeitig eine gesunde Körpertemperatur zu halten. Dafür werden wir den Wasserverlust und den Einsatz vom Hecheln mit Respirometrie messen. Die Studie wird an einem Rastplatz im Südosten Marokkos durchgeführt, wo wir sechs eng verwandte Arten mit etwa gleicher Körpergröße untersuchen werden. Wir wissen bereits, dass diese Arten unterschiedliche Raststrategien verfolgen, von langen Stopps und aktiver Nahrungssuche bis hin zu kurzen und inaktiven Stopps. Wir erwarten, einen Zusammenhang zwischen Aktivität und Wasserverlust durch Verdunstung sowie Einstaz vom Hecheln einsetzt, zu finden, d.h. in der Fähigkeit, Wasser zu sparen. Anschließend werden wir die Flexibilität der Arten untersuchen, auf lokale Bedingungen zu reagieren. Einige Oasen bieten Süßwasser, allerdings ist dessen Verfügbarkeit nicht vorhersehbar. Theoretisch erwarten wir, dass bei Verfügbarkeit von Wasser die durch das Risiko der Dehydrierung bedingten Einschränkungen gelockert werden. Dies könnte die Möglichkeit bieten, höhere Wasserverluste in Kauf zu nehmen, da sie leicht ausgeglichen werden können. In einem Feldversuch werden wir Perioden mit Wasser und Trockenperioden abwechseln und das Verhalten der Vögel verfolgen. Wir erwarten mehr Aktivität, insbesondere bei Arten, die normalerweise inaktiv sind. Dies würde zeigen, dass die Vögel auf günstige Bedingungen reagieren können, sobald sie diese vorfinden. Um zu verstehen, ob die fortschreitende Wüstenbildung Auswirkungen auf Zugvögel haben wird, müssen wir wissen, wie diese auf Trockenheit reagieren. Dieses Projekt wird Informationen für den Naturschutz liefern und es ermöglichen, vorherzusagen, welche Arten empfindlicher auf den Klimawandel reagieren werden.
- Elizabeth Yohannes - Schweiz
- Gabriel Gargallo, Catalan Ornithological Institute - Spanien