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Dynastische Kontinuität im Zeitalter der Krise?

Dynastic Continuity in an Age of Crisis?

William Duke Godsey (ORCID: 0000-0002-0337-8506)
  • Grant-DOI 10.55776/P36804
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status laufend
  • Projektbeginn 01.11.2023
  • Projektende 31.10.2026
  • Bewilligungssumme 538.087 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (80%); Politikwissenschaften (20%)

Keywords

    Dynasty, Habsburg, Napoleonic period, Political Hi

Abstract

Fragen des dynastischen Denkens und Handelns standen im Mittelpunkt einer der bedeutendsten Entwicklungen der Jahrzehnte um 1800: der Etablierung der Hegemonie Frankreichs über große Gebiete West- und Mitteleuropas. Die Annahme einer Kaiserkrone durch Napoleon Bonaparte (1804) als Ausdruck dieser Herrschaft veranlasste Kaiser Franz II. des Heiligen Römischen Reiches, sich als spezifisch österreichischer Kaiser neu zu erfinden (1804). Nur zwei Jahre später (1806) verlor Franz die alte universalistische Krone des Heiligen Römischen Reiches, die seine Vorfahren seit dem 15. Jahrhundert fast ununterbrochen getragen hatten. Obwohl diese Tatsachen bekannt sind, ist unser Wissen über die Habsburger als Europas alte Kaiserdynastie im Hinblick auf die massiven, anhaltenden Herausforderungen des Revolutionären und Napoleonischen Zeitalters nach wie vor begrenzt. Die Habsburgermonarchie erwies sich mehr als zwei Jahrzehnte lang als Frankreichs hartnäckigster kontinentaler Gegner. Inmitten der damit in Zusammenhang stehenden innen- und außenpolitischen Herausforderungen erwiesen sich die Angehörigen der Dynastie als wesentlich für den Fortbestand der Monarchie. Die Frage, wie der dynastische Faktor das Durchhaltevermögen in dieser Krisenzeit ermöglicht haben könnte, stellte sich bisher nur im Hinblick auf die Heirat von Erzherzogin Marie Louise mit Napoleon, einem Fall, in dem habsburgische und bonapartistische dynastische Interessen ausnahmsweise zusammentrafen. Die Hauptforschungsfrage dieses Projekts betrifft die Rolle des dynastischen Denkens und Handelns im Revolutionszeitalter. Eine zugrunde liegende Annahme, die in diesem Projekt überprüft werden soll, ist, dass der dynastische Faktor zu diesem Zeitpunkt keine De- Funktionalisierung erfuhr, sondern vielmehr eine Funktionsänderung. Sie diente nun in erster Linie staatlichen Interessen im In- und Ausland, da dynastische Fragen in der Geopolitik immer weniger in den Mittelpunkt standen, während die Habsburger ihre Staaten weiterhin als Teil des Familienerbes betrachteten. Wie manifestierte sich das Phänomen Dynastie bei den Habsburgern bei den Ereignissen der Jahre zwischen 1792 und 1815? Mit anderen Worten, wie funktionierten die Habsburger als familienbasiertes Machtnetzwerk mit dem Ziel, einen komplexen Staat zu regieren und seine internationalen Interessen zu verteidigen, oder auch nur als Überlebensstrategie? Ausgewählte Angehörige der Hauptlinie der Habsburger in Wien, des Nebenzweigs Österreich-Este und der eng verwandten Bourbonen von Neapel bieten die wesentlichen Forschungsschwerpunkte. Um die Rolle dieser Personen zu bewerten, ist eine intensive Archivarbeit erforderlich, die sich auf ihre reichen materiellen Hinterlassenschaften stützen wird. Glücklicherweise gibt es für jede(n) Angehörige(n) der Dynastie zahlreiche Quellen in österreichischen und italienischen Archiven. Fast das gesamte Material stellt neue, unerschlossene Quellen dar, die bisher von Wissenschaftlern kaum untersucht wurden.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Ellinor Foster, Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Reinhard Stauber, Universität Klagenfurt , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Laurence Cole, Universität Salzburg , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Monika Wienfort, Universität Potsdam - Deutschland
  • Cinzia Recca, Universita degli Studi - Catania - Italien
  • Marco Merrigi, Università degli Studi di Napoli Federico II - Italien
  • Fabian Persson, Linnaeus University - Schweden
  • Michael Rowe, King´s College London - Vereinigtes Königreich
  • Jonathan Spangler, Manchester Metropolitan University - Vereinigtes Königreich

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