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The Cultural Eye

The Cultural Eye

Raphael Rosenberg (ORCID: 0000-0002-3342-7858)
  • Grant-DOI 10.55776/P25821
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.09.2013
  • Projektende 31.12.2020
  • Bewilligungssumme 268.009 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (5%); Kunstwissenschaften (65%); Psychologie (30%)

Keywords

    Art Perception, Museum Study, Eye-Tracking, Cross-Cultural Study

Abstract Endbericht

Neben den individuellen Unterschieden ein Kunstwerk zu betrachten, werden in der kunsthistorischen Forschung seit über hundert Jahren gruppenspezifische Übereinstimmungen angenommen, die vor allem auf geographische, historische oder soziale Gemeinsamkeiten der Betrachtenden zurückzuführen sind. Michael Baxandall (1972, 1980) hat diese Vorstellungen mit seinem Konzept des "period eye" konkretisiert. Als Ausgangspunkt dienen ihm die Unterschiede zwischen der süddeutschen Spätgotik und der italienischen Frührenaissance. Diese versucht er mit den verschiedenen Ausbildungen und Alltagsgewohnheiten von Florentiner und Nürnberger Auftraggebern des 15. Jahrhunderts zu erklären. Seitdem gibt es zahlreiche Versuche, kulturell bedingte Sehgewohnheiten zu bestimmen. Sie basieren auf der Analyse von Kunstwerken und schriftlichen Quellen. Da der Sehakt jedoch post hoc nicht direkt gefasst werden kann, bleiben sie notgedrungen theoretisch-spekulativ. Das vorliegende Projekt baut auf vorangegangenen Studien im weltweit ersten Eye-Tracking-Labor an einem kunsthistorischen Institut auf (Projektleiter: Raphael Rosenberg, Kunstgeschichte) und vertieft die bereits bestehende Zusammenarbeit mit dem Institut für psychologische Grundlagenforschung der Universität Wien (Kooperationspartner: Helmut Leder). Im Mittelpunkt steht eine kulturvergleichende Studie, in der japanische und österreichische Versuchspersonen, in Alter, Geschlecht und Bildungsstand vergleichbar, auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der Betrachtung von Gemälden untersucht werden. Unserer Hypothese nach, weisen Österreich und Japan erhebliche Unterschiede in ihrer visuellen Kultur auf, was sich auf die Betrachtung von Gemälden auswirken dürfte. Österreichische Personen werden in Wien getestet, japanische in Japan. Der erste Teil der Studie findet im Labor statt, der zweite in einem originalen Museumskontext. Ein neu entwickeltes Eye- Tracking-System bietet erstmals die Möglichkeit, einen Labor-Museum-Vergleich von Blickbewegungen bei der Kunstbetrachtung durchzuführen. Die Auswertung der Blickbewegungsdaten erfolgt durch eine eigens entwickelte Software ("Eye-Trace"), mit der wir neben den üblichen okulometrischen Parametern (d.h. Fixationsdauer, Sakkadenlänge und Heat Maps) insbesondere die Strukturen der häufig wiederholten Blicksprünge analysieren, die wie wir bereits nachgewiesen haben, eine hohe Korrelation mit der Komposition des Kunstwerkes aufweisen. Eine mit nur wenigen japanischen und österreichischen Versuchspersonen durchgeführte Voruntersuchung zeigte deutliche Gruppenunterschiede. Sofern sich diese im Projekt bestätigen, liefern sie erste Erkenntnisse zu kulturell bedingten Prägungen bei der Wahrnehmung von Gemälden. Wir erhoffen uns aus der empirischen Studie mit zeitgenössischen Betrachtenden Rückschlüsse hinsichtlich möglicher historischer Veränderungen der Kunstbetrachtung ziehen zu können. Die zu erwartenden Ergebnisse werden große Auswirkung auf historische Untersuchungen der Kunstgeschichte wie auch auf die Akzeptanz empirischer Methoden in diesem Fach haben. Das Projekt wird maßgeblich dazu beitragen, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kunstgeschichte und Psychologie zu stärken und soll mit einer interdisziplinären Konferenz abschließen.

We often hear that beauty is in the eye of the beholder. When discussed in relation to art, this single phrase expands to include preference, understanding, appreciation, and any other form of engagement. But who is this beholder and how do their culture and gender shape how that beholding takes place? This study investigated how viewing behaviour, the actual movement of the eye over the artworks, differs between cultural and gender groups as well as laboratory and museum environments. The Cultural Eye In the first study, Austrian and Japanese participants viewed a wide variety of artworks and everyday photographs. We discovered differences in where the two groups focus their attention (for example foreground or background of the picture) and how their eyes move across the images. Japanese participants made shorter movements with their eyes that were more frequently vertical while Austrian participants more often moved their eyes horizontally. Austrians also focused more on the figures in the paintings while Japanese divided their attention between the figures and background more evenly. This suggests that culturally-specific behaviours, such as reading vertically or horizontally, impacts art viewing on a physical level. We also noticed culturally conditioned attitudes: Whereas Austrians apparently approach pictures like looking at the world through a windowthe Renaissance definition of perspective, Japanese seem to view paintings in a similar way they read calligraphy.The Gendered Eye In the second study, Austrian participants were divided into groups based on gender and sexual preference. They were presented with neutral paintings (landscapes and still lives) and those containing sexualized and non-sexualized nudes. We found that, for most paintings, there are no significant differences between the way these groups perceive the artworks. This suggests that gender and sexual preferences do not play a role in viewing behaviour on a physical level, i.e. everyones eyes move in a similar way and focus on similar areas of interest. These results take us a step closer towards understanding what internal and external factors influence viewing behaviour. The Museum Eye The third study explored cultural and gender viewing differences in a museum setting. We tested a prototype device that could record the eye movements of visitors without disturbing the natural museum experience. This prototype is still in development and did not provide the data quality that would allow an in- depth analysis of viewing behaviour. We were able to compare the duration of time spent on looking directly at the artwork and found no significant differences. The primary value of this study was to contribute to the development of new methods for conducting eye tracking studies in the museum, an important step towards enabling the study of art viewers in their most natural environment.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

Research Output

  • 77 Zitationen
  • 11 Publikationen
  • 12 Disseminationen
Publikationen
  • 2021
    Titel Erfahrungs-berichte, Eyetracking und empirisch-experimentelles Arbeiten mit widerspenstigen Bil-dern, in: Johannes Grave, Joris C. Heyder und Britta Hochkirchen (Hg.); In: Vor dem Blick: Materiale, mediale und diskursive Zurichtungen des Bildersehens
    Typ Book Chapter
    Autor Brinkmann
    Verlag Bielefeld
  • 2021
    Titel Auf den Spuren von Seh-Modi bei der Kunstbetrachtung,in: Nina Zahner und Christiane Schürkmann (Hg.)
    Typ Journal Article
    Autor Brinkmann
    Journal Wahrnehmen als soziale Praxis. Künsteund Sinne im Zusammenspiel
  • 2021
    Titel Kulturelle Varianzen bei der Kunstbetrachtung: Überlegungen zur empirischen Erforschung von Sehgewohnheiten
    Typ Journal Article
    Autor Brinkmann
    Journal 21: Inquiries into Art, History, and the Visual. Beiträge zur Kunstgeschichte und visuellen Kultur
    Seiten 159-194
    Link Publikation
  • 2024
    Titel No such thing as the female eye: ditching gender-binary categories in art perception
    DOI 10.1080/14680777.2024.2361043
    Typ Journal Article
    Autor Miscenà A
    Journal Feminist Media Studies
    Seiten 1549-1573
    Link Publikation
  • 2017
    Titel The Cultural Eye
    Typ Other
    Autor Brinkmann
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Looking to Read: How Visitors Use Exhibit Labels in the Art Museum
    DOI 10.1080/10645578.2021.2018251
    Typ Journal Article
    Autor Reitstätter L
    Journal Visitor Studies
    Seiten 127-150
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Testing a calibration-free eye tracker prototype at the Kunsthistorisches Museum in Vienna
    Typ Journal Article
    Autor Brinkmann H
    Journal Journal of Eye Movement Research
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Cultural Diversity in Oculometric Parameters When Viewing Art and Non-Art
    DOI 10.1037/aca0000563
    Typ Journal Article
    Autor Brinkmann H
    Journal Psychology of Aesthetics, Creativity, and the Arts
    Seiten 398-411
    Link Publikation
  • 2019
    Titel The gendered eye: an empirical study to investigate gender variance while viewing art
    Typ Other
    Autor Frentzen
    Link Publikation
  • 2020
    Titel The Display Makes a Difference: A Mobile Eye Tracking Study on the Perception of Art Before and After a Museum’s Rearrangement
    DOI 10.16910/jemr.13.2.6
    Typ Journal Article
    Autor Reitstätter L
    Journal Journal of Eye Movement Research
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Testing a Calibration - Free Eye Tracker Prototype at the Kunsthistorisches Museum in Vienna
    DOI 10.16910/jemr.13.2.10
    Typ Journal Article
    Autor Dare Z
    Journal Journal of Eye Movement Research
    Link Publikation
Disseminationen
  • 2015
    Titel Thalwitzer, Mario. "Using a Concealed, Calibration-Free Eye Tracker for Studying Art Perception in the Museum." Presentation, European Conference for Eye Movements (ECEM), Vienna, August 20, 2015.
    Typ A talk or presentation
  • 2019
    Titel Brinkmann, Hanna. "Auf den Spuren habitualisierter Sehgewohnheiten bei der Kunstbetrachtung, Konferenz "Wahrnehmen als soziale Praxis." Presentation, Künste und Sinne im Zusammenspiel," Kunstakademie Düsseldorf, April 4, 2019.
    Typ A talk or presentation
  • 2014
    Titel Brinkmann, Hanna. "Cultural Conventions in Art-Perception." Presentaiton, Cognitive Studies of Culture Conference 2014, University of Vienna, June 9, 2014.
    Typ A talk or presentation
  • 2015
    Titel Brinkmann, Hanna. "Peeking into Paradise. Conventions of Viewing a Cranach Painting." Presentation, Art & Science Conference on Empirical Methods in Art History and Visual Studies, University of Vienna, February 27, 2015.
    Typ A talk or presentation
  • 2016
    Titel Brinkmann, Hanna. "Measuring Art Perception in the Museum." Presentation, 2nd Art & Science Conference on Empirical Methods in Art History and Visual Studies, University of Vienna, August 25, 2016.
    Typ A talk or presentation
  • 2016
    Titel Brinkmann, Hanna. "Von einem "ostasiatischen" und einem "westlichen" Blick auf die Kunst." Presentation, 5. Forum ostasiatischer Kunstgeschichte, Universität Bonn, May 27, 2016.
    Typ A talk or presentation
  • 2015
    Titel Brinkmann, Hanna. "Orte der Wahrnehmung-Spuren der Wahrnehmung, Museen verstehen: Methoden."Presentation, Internationale Tagung am Leibniz-Institut für Wissensmedien Tübingen, October 30, 2015.
    Typ A talk or presentation
  • 2013
    Titel Brinkmann, H. "The Cultural Eye: Eine empirische Studie zur kulturellen Bedingtheit von Kunstwahrnehmung." Presentation, Kunstgeschichte im digitalen Zeitalter-Studientag zur Digitalen Kunstgeschichte für Doktorandinnen und Doktoranden im Institut für Kunstgeschichte, Ludwig-Maximilians University, Munich, November 30, 2013.
    Typ A talk or presentation
  • 2014
    Titel Thalwitzer Mario, Hanna Brinkmann. "Cultural/Gendered Eye." Poster-Presentation, Rahmen der Bühler-Lecture, Cognitive Science Research Platform, University of Vienna, January 20, 2014.
    Typ A talk or presentation
  • 2019
    Titel Brinkmann, Hanna. "Sehen vergleichen: Erfahrungsberichte, Eye Tracking und empirisch-experimentelles Forschen mit widerspenstigen Bildern." Presentation, Konferenz "Vor dem Blick", Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF), Bielefeld, May 10, 2019.
    Typ A talk or presentation
  • 2015
    Titel Thalwitzer, Mario, Hanna Brinkmann. "Rooms of Perception: The Influence of Spatial Context on Art Perception." Poster Presentation, 4th ANNUAL LECTURE IN COGNITIVE SCIENCE, Univeristy of Vienna, April 28, 2015.
    Typ A talk or presentation
  • 2017
    Titel Brinkmann, Hanna. "Aesthetic effects of lines and colors in artworks", Symposium "New Directions in Empirical aesthetics. 実験美学の新たな方向性", Keio University, Tokyo, March 8, 2017.
    Typ A talk or presentation

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