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Multiskalen-Analyse der Magnetschweifdipolarisierungen

Multi-scale analysis of magnetotail dipolarizations

Martin Volwerk (ORCID: 0000-0002-4455-3403)
  • Grant-DOI 10.55776/P25257
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.10.2013
  • Projektende 31.12.2016
  • Bewilligungssumme 138.946 €

Wissenschaftsdisziplinen

Physik, Astronomie (100%)

Keywords

    Space Physics, Magnetotail, Dipolarization

Abstract Endbericht

Unter einer `Magnetschweif Dipolarisierung` versteht man das Drehen des magnetischen Flusses von einem normalerweise horizontal verlaufenden Magnetfeld zu einem eher vertikal liegendem Magnetfeld. Zu dieser inhärenten Eigenschaft der Magnetfeldlinien kommt es aufgrund der im Magnetschweif `neuverbundenen` Feldlinien, die sich unmittelbar nach der `Neuverbindung` (Rekonnexion) Richtung Erde bewegen und dabei Plasma aus dem Magnetschweif mitbeschleunigen. Die `neuverbundenen` Feldlinien die in einem Plasmafluss eingebettet sind nehmen dabei eine dipolähnliche Form an - daher der Name `Dipolarisierung`. Im Zuge dieses Projektes soll dieses Phänomen im Detail untersucht werden: die dynamischen Charakteristiken einer Dipolarisierung und die damit verbundenen elektrischen Ströme; den Einfluss der Komponenten im Plasma im Magnetschweif auf den Dipolarisierungsverlauf; die räumliche und zeitliche Entwicklung einer Dipolarisierung über große Distanzen. Dazu werden die Daten sowohl der Cluster als auch Double Star und THEMIS Mission ausgewertet und untersucht: Die vier Cluster Satelliten ermöglichen die Berechnung von Gradienten und mit Hilfe der unterschiedlichen Abstände der Satelliten kann die innere Struktur einer Dipolarisierung über mehrere Größenordnungen erforscht werden. Die Kenntnis der inneren Struktur erleichtert die Erforschung der dynamischen Entwicklung einer Dipolarisierung entlang des Magnetschweifs über mehrere Größenordnungen. Dazu werden die Daten von Cluster und Double Star kombiniert um die zeitliche und räumliche Entwicklung der Dipolarisierung auf mittleren Skalenordnungen zu untersuchen und die THEMIS Daten für große Skalenordnungen.

Die Doktorarbeit mit dem Titel Magnetotail Dipolarization Fronts wurde am Ende des Projektes von Dr. Daniel Schmid erfolgreich verteidigt. Der Inhalt dieser Arbeit basiert auf der Forschung und den publizierten Fachartikeln dieses FWF Projekts. Stehen das Erdmagnetfeld und das interplanetare Magnetfeld (IMF) der Sonne anti-parallel, kann sich das Magnetfeld der Erde mit dem der Sonne verbinden (magnetische Rekonnexion). Ein Fußpunkt liegt jeweils in der nördlichen bzw. südlichen Polkappe der Erde, der andere auf der Sonne. Diese sogenannten offenen Magnetfeldlinien werden anschließend mit dem Sonnenwind Richtung Nachtseite transportiert und bilden dort den langgezogenen und anti- parallel verlaufenden nördlichen und südlichen Teil des Magnetschweifs.Die beiden Teile werden durch einen Bereich erhöhter Plasmadichte getrennt, die sogenannte Plasmaschicht. Im Magnetschweif kann es dann abermals zu einer magnetischen Rekonnexion der anti- parallel verlaufenden Magnetfeldlinien kommen. Die zuvor mit dem Sonnenwind verbundenen, gedehnten Magnetfeldlinien sind jetzt wieder geschlossen und bewegen sich aufgrund der magnetischen Spannung schlagartig Richtung Erde zurück und reißen dabei das Plasma in der Plasmaschicht mit. Dieser Vorgang wird auch Magnetschweif Dipolarisierung genannt, da das zuvor hauptsächlich horizontal verlaufende Magnetfeld im Schweif nach diesem Relaxationsprozess wieder die ursprüngliche Form eines Dipolfeldes hat. Aufgrund der schlagartigen Drehung des Magnetfeldes bezeichnet man sie auch als Dipolarisierungsfronten. Sie können als eine dünne Grenzschicht (Stromschicht) zwischen zwei unterschiedlichen Plasmapopulation verstanden werden. Typischerweise trennen sie das umliegende Plasma der Plasmaschicht von einem Plasma geringere Dichte aber erhöhter Temperatur. Im Zuge dieses FWF Projekts wurde gezeigt, dass sich die Dipolarisierungenfronten auf dem Weg zur Erde zeitlich weiterentwickeln und ihre Eigenschaften ändern können. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Plasmadichte und Temperatur vor und hinter der Dipolarsierungsfronten, während sie sich Richtung Erde bewegen, angleichen. Nur sehr schnelle Dipolarisierungsfronten, mit einer hohen Plasmadichte und Temperatur Differenz vor und hinter der Front können der Erde ganz nahe kommen. Interessanterweise, wurde gezeigt, dass sich die ein Großteil der Dipolarisierungsfronten in der Nähe der Erde schneller bewegen als weiter weg. Noch ist es unklar wie es zu dieser Beobachtung kommt. Beispielsweise könnte es sich dabei um einen Selektionseffekt handeln: nur jene Dipolarisierungsfronten können näher an der Erde beobachtet werden, da diese grundsätzlich schneller sein müssen um überhaupt dorthin zu gelangen.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Karl-Heinz Glassmeier, Technische Universität Braunschweig - Deutschland
  • Victor Sergeev, University of St. Petersburg - Russland
  • Chris Mouikis, The University of New Hampshire - Vereinigte Staaten von Amerika
  • Lynn Kistler, The University of New Hampshire - Vereinigte Staaten von Amerika

Research Output

  • 480 Zitationen
  • 11 Publikationen
Publikationen
  • 2015
    Titel Two states of magnetotail dipolarization fronts: A statistical study
    DOI 10.1002/2014ja020380
    Typ Journal Article
    Autor Schmid D
    Journal Journal of Geophysical Research: Space Physics
    Seiten 1096-1108
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Statistical investigation on the power-law behavior of magnetic fluctuations in the Venusian magnetosheath
    DOI 10.1186/s40623-015-0308-x
    Typ Journal Article
    Autor Dwivedi N
    Journal Earth, Planets and Space
    Seiten 137
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Energy limits of electron acceleration in the plasma sheet during substorms: A case study with the Magnetospheric Multiscale (MMS) mission
    DOI 10.1002/2016gl069691
    Typ Journal Article
    Autor Turner D
    Journal Geophysical Research Letters
    Seiten 7785-7794
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Mirror mode structures ahead of dipolarization front near the neutral sheet observed by Cluster
    DOI 10.1002/2016gl070382
    Typ Journal Article
    Autor Wang G
    Journal Geophysical Research Letters
    Seiten 8853-8858
  • 2016
    Titel A comparative study of dipolarization fronts at MMS and Cluster
    DOI 10.1002/2016gl069520
    Typ Journal Article
    Autor Schmid D
    Journal Geophysical Research Letters
    Seiten 6012-6019
    Link Publikation
  • 2014
    Titel A comparison between VEGA 1, 2 and Giotto flybys of comet 1P/Halley: implications for Rosetta
    DOI 10.5194/angeo-32-1441-2014
    Typ Journal Article
    Autor Volwerk M
    Journal Annales Geophysicae
    Seiten 1441-1453
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Mirror mode structures near Venus and Comet P/Halley
    DOI 10.5194/angeo-32-651-2014
    Typ Journal Article
    Autor Schmid D
    Journal Annales Geophysicae
    Seiten 651-657
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Mirror mode waves in Venus's magnetosheath: solar minimum vs. solar maximum
    DOI 10.5194/angeo-34-1099-2016
    Typ Journal Article
    Autor Volwerk M
    Journal Annales Geophysicae
    Seiten 1099-1108
    Link Publikation
  • 2016
    Titel A telescopic and microscopic examination of acceleration in the June 2015 geomagnetic storm: Magnetospheric Multiscale and Van Allen Probes study of substorm particle injection
    DOI 10.1002/2016gl069643
    Typ Journal Article
    Autor Baker D
    Journal Geophysical Research Letters
    Seiten 6051-6059
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Transient, small-scale field-aligned currents in the plasma sheet boundary layer during storm time substorms
    DOI 10.1002/2016gl068768
    Typ Journal Article
    Autor Nakamura R
    Journal Geophysical Research Letters
    Seiten 4841-4849
    Link Publikation
  • 2011
    Titel A statistical and event study of magnetotail dipolarization fronts
    DOI 10.5194/angeo-29-1537-2011
    Typ Journal Article
    Autor Schmid D
    Journal Annales Geophysicae
    Seiten 1537-1547
    Link Publikation

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