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Die Kanones von Apa Johannes dem Archimandriten

The Canons of Apa John the Archimandrite

Diljana Atanassova (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P22641
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.11.2010
  • Projektende 31.10.2015
  • Bewilligungssumme 222.033 €

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (20%); Philosophie, Ethik, Religion (50%); Sprach- und Literaturwissenschaften (30%)

Keywords

    Coptic Studies, Patrology, Ecclesiastical History, Diplomatic Edition, Library of the White Monastery, Coptic Language

Abstract Endbericht

Die Bibliothek des Weißen Klosters in Sohag, Oberägypten, auch bekannt als das Kloster von Apa Schenute (ca. 361/62-465), ist eines der wichtigsten noch erhaltenen koptischen Kulturgüter aus dem ersten Jahrtausend nach Christus. Die uns heute überlieferten sahidischen Handschriften des Weißen Klosters umfassen ca. 10 000 Blätter, die aus der Zeit zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert datieren, und zeichnen sich durch besondere literarische Vielfalt aus. Dies macht sie zu einer äußerst wichtigen Quelle für die Koptologie. Im Zentrum des vorliegenden Projekts stehen die Werke Apa Johannes` des Archimandriten. Dieser wenig bekannte koptische Autor ist wahrscheinlich ein Nachfolger Apa Schenutes und Apa Besas, der bekanntesten Archimandriten des Weißen Klosters. Die Kanones Apa Johannes` sind in Handschriften des Weißen Klosters aus dem 10. bis 11. Jahrhundert erhalten. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Kanones von Apa Johannes dem Archimandriten zu identifizieren, edieren, übersetzen und zu untersuchen. Zu Beginn des Projekts werden daher die weltweit verstreuten Blätter und Fragmente der Werke Apa Johannes` ermittelt und ihre Zusammengehörigkeit erschlossen. Derzeit sind ca. 200 Seiten seiner Kanones bekannt. Im Laufe des Projekts ist mit einer signifikanten Steigerung der Seitenzahl zu rechnen. Die wiedergewonnenen Blätter einer Handschrift werden diplomatisch ediert und kommentiert im Bezug auf ihre paläographischen bzw. textkritischen Besonderheiten. Jeder Codex wird ins Englische übersetzt, wobei auf die griechischen Lehnwörter besonders hingewiesen wird. Der Kommentar fasst speziell Bibelzitate und Zitate koptischer und griechischer Kirchenväter, wie z. B. Apa Schenute oder Athanasius von Alexandrien, ins Auge. Die Kanones Apa Johannes` werden im Hinblick auf die Person des Autors und auf seinen literarischen Stil hin untersucht. Die kodikologische Analyse der Hauptquellen, ein koptisches Vokabelverzeichnis mit gesonderten Abteilungen für Wörter ägyptischen und griechischen Ursprungs sowie ein Register samt Bibliographie vervollständigen die Untersuchung. Die Bezeichnung der Handschriften orientiert sich an den Sigla des Corpus dei Manoscritti Copti Letterari (CMCL) von Tito Orlandi, Rom. Das vorliegende Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Untersuchung sowohl der Werke des wenig bekannten Autors Apa Johannes des Archimandriten als auch der Struktur und Sprache des Genre "Kanon" in der koptischen Literatur des ersten Jahrtausends. Erstmals wird es eine vollständige diplomatische Edition samt englischer Übersetzung der Kanones des Apa Johannes geben. Das Projekt stellt einen weiteren wichtigen Schritt in der Erforschung, Bewahrung und Erhellung des Erbes des Weißen Klosters, aber auch der koptischen Tradition als Ganzes dar. Forschungsstätte ist der Fachbereich Bibelwissenschaft und Kirchengeschichte an der Paris-Lodron-Universität Salzburg.

Die Bibliothek des Weißen Klosters in Sohag, Oberägypten ist eines der wichtigsten noch erhaltenen koptischen Kulturgüter aus dem 1. Jahrtausend n. Chr. Die uns heute überlieferten sahidischen Handschriften umfassen ca. 10 000 Blätter, die aus der Zeit zwischen dem 8. und 12. Jh. datieren, und zeichnen sich durch besondere literarische Vielfalt aus. Dies macht sie zu einer äußerst wichtigen Quelle für die Koptologie. Im Zentrum des vorliegenden Projekts stehen die Werke Apa Johannes des Archimandriten. Dieser wenig bekannte koptische Autor ist ein Nachfolger Apa Schenutes und Apa Besas, der bekanntesten Archimandriten des Weißen Klosters. Archäologische und liturgische Quellen lassen vermuten, dass Apa Johannes dem Kloster entweder im 6. oder im 7. Jh. vorstand. Apa Johannes richtete seine Kanones an die Mitglieder seiner Klostergemeinschaft. Diese beinhalteten Ermahnungen und Warnungen an Sünder. Einige thematisierten das Gebet, das Fasten und den Gehorsam, während andere Tugenden auflisteten, durch die eine Belohnung von Christus erlangt werden kann. Von Apa Johannes sind keine weiteren Werke, wie Reden oder Briefe, überliefert. Höchstwahrscheinlich ist dies der Situation geschuldet, dass die Manuskripte unzureichend auf uns gekommen sind. Die Kanones Apa Johannes sind in Pergamenthandschriften des Weißen Klosters aus dem 8. bis 11. Jh. erhalten. Bislang sind von seinen Werken 206 Blätter oder Fragmente bekannt, welche sich auf fünf verschiedene Kodizes verteilen MONB.FA, MONB.OD, MONB.XQ, MONB.YI, MONB.ZK (für die Sigla siehe Corpus dei Manoscritti Copti Letterari, Tito Orlandi). Die Kodizes MONB.XQ und MONB.ZK lassen sich datieren in das 8. bis 9. Jh., während MONB.FA, MONB.OD und MONB.YI aus dem 10. bis 11. Jh. stammen. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Untersuchung sowohl der Werke des wenig bekannten Autors Apa Johannes des Archimandriten als auch der Struktur und Sprache des Genre Kanon in der koptischen christlichen Literatur des ersten Jahrtausends. Erstmals wird es eine vollständige diplomatische Edition samt englischer Übersetzung der Kanones des Apa Johannes geben. Das Projekt stellt einen weiteren wichtigen Schritt in der Erforschung, Bewahrung und Erhellung des Erbes des Weißen Klosters, aber auch der koptischen Tradition als Ganzes dar. Zu guter Letzt stellt das Projekt wichtige Daten für die Digital Humanities im Bereich der Koptologie zur Verfügung. Die diplomatische Edition der Kanones kann bereits jetzt online konsultiert werden: http://coptot.manuscriptroom.com/web/apa-johannes/codices .Ferner werden alle Daten zwei weiteren koptologischen digitalen Projekten übermittelt: Coptic Scriptorium http://copticscriptorium.org und KELLIA http://copticscriptorium.org/kellia .Forschungsstätte, an der das Projekt von 2011 bis 2015 durchgeführt wurde, war der Fachbereich Bibelwissenschaft und Kirchengeschichte an der Paris-Lodron-Universität Salzburg.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Tito Orlandi, Sapienza University of Rome - Italien

Research Output

  • 8 Publikationen
Publikationen
  • 2016
    Titel Digital Diplomatic Edition of the Canones of Apa Johannes
    Typ Other
    Autor Atanassova D
    Link Publikation
  • 2014
    Titel A New Typikon Fragment from Strasbourg.
    Typ Book Chapter
  • 2014
    Titel The Primary Sources of Southern Egyptian Liturgy: Retrospect and Prospect.
    Typ Journal Article
    Autor Atanassova D
    Journal B. Groen, D. Galadza, N. Glibetic, G. Radle (Hg.), Rites and Rituals of the Christian East. Proceedings of the Fourth International Congress of the Society of Oriental Liturgy, Lebanon, 10-15 July 2012 (Eastern Christian Studies 22)
  • 2014
    Titel Prinzipien und Kriterien für die Erforschung der koptischen liturgischen Typika des Schenuteklosters.
    Typ Book Chapter
  • 2013
    Titel Die Typika des Schenute-Klosters: Die Vorstellung eines Projektes.
    Typ Journal Article
    Autor Atanassova D
    Journal H.-J. Feulner (Hg.), Liturgies in East and West: Ecumenical Relevance of Early Liturgical Development. Acts of the International Symposium Vindobonense I, Vienna, November 17 - 20, 2007 (Österreichische Studien zur Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie 6)
  • 2011
    Titel Der kodikologische Kontext des >>Wiener Verzeichnisses<< mit Werken des Schenute: die komplexe Struktur eines koptischen liturgischen Kodex aus dem Weißen Kloster.
    Typ Journal Article
    Autor Atanassova D
    Journal Oriens Christianus
  • 0
    Titel Digital Diplomatic Edition of the Canones of Apa Johannes.
    Typ Other
    Autor Atanassova D
  • 0
    Titel SYNAXIS KATHOLIKI: Beiträge zu Gottesdienst und Geschichte der fünf altkirchlichen Patriarchate für Heinzgerd Brakmann zum 70. Geburtstag (orientalia - patristica - oecumenica 6,1-2).
    Typ Other
    Autor Atanassova D

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