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Tetrahydrobiopterin und Ischämie-Reperfusionsschaden

Tetrahydrobiopterin and ischemia-reperfusion injury

Ernst R. Werner (ORCID: 0000-0003-1948-3391)
  • Grant-DOI 10.55776/P22289
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.01.2010
  • Projektende 31.12.2014
  • Bewilligungssumme 290.146 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Klinische Medizin (10%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (90%)

Keywords

    Tetrahydrobiopterin, Nitric Oxide, Ischemia-Reperfusion Injury, Transplantation, Nitric Oxide Synthase

Abstract Endbericht

Trotz der Fortschritte in der Organkonservierung, in den chirurgischen Techniken und in den Immuno-suppressiven Behandlungsansätzen ist die Verminderung des Ischämie Reperfusionsschadens in der Transplantationsmedizin ein wesentliches Ziel der Forschung. Für Pankreastransplantationen schätzt man, dass der Ischämie Reperfusionsschaden und die daraus folgende Pankreatitis für bis zu 10 % der Organverluste nach Pankreas Transplantationen verantwortlich ist. In vorangegangenen Arbeiten in einem neuartigen Pankreas Transplantationsmodell der Maus konnten wir zeigen, dass eine Behandlung mit Tetrahydrobiopterin den Ischämie Reperfusionsschaden deutlich mindern kann. Tetrahydrobiopterin ist eine Verbindung, die mit den Vitaminen Folsäure und Riboflavin chemisch verwandt ist, aber vom Menschen und anderen Säugetieren selbst gebildet werden kann. Tetrahydrobiopterin ist ein Cofaktor von Hydroxylasen aromatischer Aminosäuren, von Stickstoffmonoxid Synthasen und von der Glyceryl Ether Monooxygenase. Wenn Tetrahydrobiopterin im Körper durch oxidativen Stress, wie er zum Beispiel bei der Reperfusion eine Organs auftritt, teilweise zu Dihydrobiopterin oxidiert wird, so führt dies zum sogenannten Entkoppeln der Stickstoffmonoxid Synthase, welche dann statt dem nützlichen Stickstoffmonoxid das schädliche Superoxid erzeugt. Man nimmt an, dass dieser Mechanismus nicht nur zum Ischämie Reperfusionsschaden beiträgt, sondern auch zu Störung der Gefäßfunktion in einer Reihe von Krankheiten wie z.B. Diabetes führt. In dem vorliegenden Projekt wollen wir die Vorgänge erforschen, die zur Minderung des Ischämie Reperfusionsschadens durch die Behandlung mit Tetrahydrobiopterin führen. In einem ersten Ansatz planen wir, die Wirkung von Tetrahydrobiopterin mit anderen, von der chemischen Struktur her ähnlichen Verbindungen zu vergleichen, um festzustellen, welche Strukturelemente des Tetrahydrobiopterin Moleküls für die Abschwächung des Ischämie Reperfusionsschadens notwendig sind. In einem zweiten Ansatz wollen wir untersuchen, welche Isoform der Stickstoffmonoxid Synthase für den beobachteten Effekt wichtig ist. Dazu wollen wir die Abschwächung des Ischämie-Reperfusionsschadens in Mausstämmen studieren, in denen jeweils eine Isoform der Stickstoffmonoxidsynthase inaktiviert worden ist. Zusätzlich zu den gängigen klinischen und biochemischen Untersuchungen wollen wir mit Fluoreszenzmikroskopie die Mikrozirkulation im transplantierten Organ beobachten und die Veränderungen in der Gesamtheit der Protein- und Gen-expression im Organ studieren, um ein möglichst vollständiges Bild der Veränderungen zu erhalten, die durch die Behandlung mit Tetrahydrobiopterin im Zusammenspiel mit der Funktion der Stickstoffmonoxid Synthase Isoformen ausgelöst werden. Wir hoffen, dass die Ergebnisse des geplanten Projektes unser Verständnis für die Vorgänge, die zum Ischämie Reperfusionsschaden führen, vertiefen können und wir damit den Grundstein für die Entwicklung von Wirkstoffen schaffen, die diesen Schaden vermindern helfen und damit zur Verbesserung des Transplantatüberlebens beitragen können.

Ziel des Projektes war es, die Wirkungsweise von Tetrahydrobiopterin zur Vermeidung des Ischämie-Reperfusions Schadens zu untersuchen. Wir entdeckten, dass die Nerven- Form des Enzyms Stickstoffmonoxid Synthase für die Entstehung des Ischämie Reperfusions Schadens in der Bauchspeicheldrüse hauptverantwortlich ist.Unter Ischämie-Reperfusions Schaden versteht man die Schädigung eines Gewebes, zum Beispiel eines zu transplantierenden Organes, die entsteht, wenn das Organ vom Blutkreislauf getrennt gelagert und transportiert wird, und anschließend wieder von Blut durchströmt wird, z.B. nach Einpflanzung des Organes. Der Ischämie-Reperfusions Schaden beeinträchtigt die Überlebenszeit und die Qualität des eingepflanzten Organes. Deshalb wird die Entstehung dieses Schadens gründlich erforscht und es werden Behandlungsmethoden gesucht, diesen Schaden zu vermeiden.Tetrahydrobiopterin ist eine kleine Verbindung, die in ihrem Aufbau den Vitaminen Folsäure und Riboflavin ähnlich ist. Im Gegensatz zu diesen beiden Vitaminen kann der Körper Tetrahydrobiopterin jedoch selbst herstellen. Tetrahydrobiopterin wird unter anderem zur Bildung des Signalmoleküls Stickstoffmonoxid benötigt. Stickstoffmonoxid wird von drei Varianten des Enzyms Stickstoffmonoxid Synthase hergestellt, einer Gefäßwand-Form, die den Blutdruck reguliert, einer Nerven-Form und einer im Immunsystem benötigten Form, die hilft, Krankheitserreger abzutöten.Als Hauptergebnis unserer Arbeiten konnten wir finden, dass überraschenderweise die Nerven-Form und nicht wie erwartet die Gefäßwand-Form des Enzyms Stickstoffmonoxid Synthase für die Entstehung des Ischämie-Reperfusions Schadens hauptverantwortlich ist. Wenn dieses Enzym fehlt, tritt der Schaden nicht auf. Stickstoffmonoxid Synthase benötigt die Vitamin-ähnliche Verbindung Tetrahydrobiopterin um richtig zu arbeiten. Wenn Tetrahydrobiopterin fehlt, bildet dieses Enzym schädliche, reaktive Sauerstoffverbindungen. Wir schließen aus unseren Ergebnissen, dass die Trennung des Organs vom Blutfluss und seine Lagerung die Vitamin-ähnliche, leicht verderbliche Verbindung Tetrahydrobiopterin zerstören. Dadurch erzeugt die Nerven-Form der Stickstoffmonoxid Synthase schädliche Sauerstoffverbindungen, die das Organ beschädigen. Wenn Tetrahydrobiopterin kurz vor Entnahme des Organs verabreicht wird, kann dieses schädliche Geschehen vermieden werden.Unsere Arbeiten tragen wesentlich zum Verständnis der Vorgänge bei, die die Funktionsweise transplantierter Organe beeinträchtigen. Da wir einen Hauptverursacher dieser Schäden im Stoffwechsel ausmachen konnten, hoffen wir, dass unsere Ergebnisse die Grundlage für die Entwicklung wirksamer Arzneistoffe sein werden, die zu einer Verbesserung der Qualität und der Lebensdauer von eingepflanzten Organen führen könnten.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Innsbruck - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Colin Suckling, University of Strathclyde - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 227 Zitationen
  • 11 Publikationen
Publikationen
  • 2016
    Titel Impaired Endothelial Nitric Oxide Synthase Homodimer Formation Triggers Development of Transplant Vasculopathy
    DOI 10.17169/refubium-24445
    Typ Other
    Autor Oberhuber R
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Cell type-specific recycling of tetrahydrobiopterin by dihydrofolate reductase explains differential effects of 7,8-dihydrobiopterin on endothelial nitric oxide synthase uncoupling
    DOI 10.1016/j.bcp.2014.05.010
    Typ Journal Article
    Autor Schmidt K
    Journal Biochemical Pharmacology
    Seiten 246-253
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Prevention of lethal murine pancreas ischemia reperfusion injury is specific for tetrahydrobiopterin
    DOI 10.1111/j.1432-2277.2012.01530.x
    Typ Journal Article
    Autor Maglione M
    Journal Transplant International
    Seiten 1084-1095
    Link Publikation
  • 2012
    Titel IDO and Regulatory T Cell Support Are Critical for Cytotoxic T Lymphocyte-Associated Ag-4 Ig-Mediated Long-Term Solid Organ Allograft Survival
    DOI 10.4049/jimmunol.1002777
    Typ Journal Article
    Autor Sucher R
    Journal The Journal of Immunology
    Seiten 37-46
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Tetrahydrobiopterin Protects Soluble Guanylate Cyclase against Oxidative Inactivation
    DOI 10.1124/mol.112.079855
    Typ Journal Article
    Autor Schmidt K
    Journal Molecular Pharmacology
    Seiten 420-427
  • 2010
    Titel Donor Pretreatment with Tetrahydrobiopterin Saves Pancreatic Isografts from Ischemia Reperfusion Injury in a Mouse Model
    DOI 10.1111/j.1600-6143.2010.03262.x
    Typ Journal Article
    Autor Maglione M
    Journal American Journal of Transplantation
    Seiten 2231-2240
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Interaction between Neuronal Nitric-Oxide Synthase and Tetrahydrobiopterin Revisited: Studies on the Nature and Mechanism of Tight Pterin Binding
    DOI 10.1021/bi401307r
    Typ Journal Article
    Autor Heine C
    Journal Biochemistry
    Seiten 1284-1295
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Crucial Role for Neuronal Nitric Oxide Synthase in Early Microcirculatory Derangement and Recipient Survival following Murine Pancreas Transplantation
    DOI 10.1371/journal.pone.0112570
    Typ Journal Article
    Autor Cardini B
    Journal PLoS ONE
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Impaired Endothelial Nitric Oxide Synthase Homodimer Formation Triggers Development of Transplant Vasculopathy - Insights from a Murine Aortic Transplantation Model
    DOI 10.1038/srep37917
    Typ Journal Article
    Autor Oberhuber R
    Journal Scientific Reports
    Seiten 37917
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Treatment With Tetrahydrobiopterin Overcomes Brain Death–Associated Injury in a Murine Model of Pancreas Transplantation
    DOI 10.1111/ajt.13364
    Typ Journal Article
    Autor Oberhuber R
    Journal American Journal of Transplantation
    Seiten 2865-2876
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Ascorbate stimulates endothelial nitric oxide synthase enzyme activity by rapid modulation of its phosphorylation status
    DOI 10.1016/j.freeradbiomed.2012.03.022
    Typ Journal Article
    Autor Ladurner A
    Journal Free Radical Biology and Medicine
    Seiten 2082-2090
    Link Publikation

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