Geschichte des Silber- u. Kupferbergbaues in Schwaz in Tirol
History of the silver- and coppermines in Schwaz in Tirol
Wissenschaftsdisziplinen
Rechtswissenschaften (50%); Soziologie (25%); Wirtschaftswissenschaften (25%)
Keywords
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SILVER- AND COPPERMINES IN SCHWAZ,
FOOD-SUPPLY,
FOODMININGORDERS AND MINING LAWS,
MININGADMINISTRATION OF THE SOVEREIGNS
Ende des 15.Jahrhunderts fand man in Schwaz 85 % des europäischen Silbers. Dementsprechend groß war auch die Knappenzahl, die auf engsten Raum miteinander auskommen mußten. Die Tiroler Landesfürsten erließen im 15. und im 16. Jahrhundert mehrere Bergordnungen. Diese Bergordnungen lassen sich als Filiationen des Tridentiner Bergrechts nachweisen. Woher aber kam im 12. Jahrhundert das Bergrecht von Trient? Ist es deutsch-, römisch- oder kanonischrechtlich? Vor allem wissen wir aber auch nicht, wie sich die Bergordnungen nach dem Jahr 1449 weiterentwickelten. Wir wissen auch nichts über die verleih- oder auch anteilsrechtlichen Bestimmungen im Schwazer Silber- und Kupferbergbau. Wieweit die landesfürstliche Montanverwaltung im Schwazer Bergwesen eingriff, ist gleichfalls ein Desiderat der Forschung. In Tirol gab es damals schon ein ausgeprägtes Landesfürstentum, das naturgemäß darnach trachtete, möglichst mithilfe der Montanverwaltung im Schwazer Bergbau mitzubestimmen. Die Lebensmittelversorgung der ca. 20.000 Bergkanppen stellte dann noch ein zusätzliches Problem dar. Wöchentlich mußten bis zu 90 Ochsen von Schwazer Metzgern geschlachtet werden. Die Ochsen kamen auf gewissen Pfaden vom Osten Österreichs nach Schwaz. Auch ungarischen Ochsen wurden in Schwaz geschlachtet. Die Getreideversorgung funktionierte anscheinend von Bayern aus. Ansonsten ist es völlig unklar, woher die übrigen landwirtschaftlichen Produkte kamen. Im Tiroler Landesarchiv in Innsbruck liegt eine riesengroße Fülle an Material über den Schwazer Bergbau, die bisher Wissenschafter abgehalten hat, sich mit Schwaz zu befassen. Hier soll nun punktuell unter gezieltem Einsatz von Arbeitsökonomie versucht werden, Licht zunächst in die Rechtsgeschichte des Schwazer Bergbaus zu bringen.
Die beiden Hauptanliegen des FWF-Projektes zur Erforschung der Geschichte des Silber- und Kupferbergbaues in Schwaz in Tirol (P14928 bzw. P17259) bestehen in der Erstellung einer quellenkritischen Gesamtedition der von Kaiser Maximilian I. erlassenen Gesetzestexte zum frühneuzeitlichen Schwazer Bergrecht sowie in der Erarbeitung einer chronologischen Gesamtdarstellung aller im Bereich des Bergbaugerichtes Schwaz im Zeitraum vom Ende des 15. bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts tätigen Beamten (Bergbaubeamtenschematismus). Demzufolge war die Quellenforschungstätigkeit im Rahmen des Projektes P14928 der wissenschaftlichen Aufbereitung der in der Handschriftenabteilung des Tiroler Landesarchivs verwahrten Maximilianischen Bergrechtskodifikationen der Jahre 1490 bis 1513 gewidmet. Weiters ging es bei der Sichtung der TLA- Kammerkopialbuchreihen um die Erfassung all jener Einträge, die Informationen über die Ämternachfolge im Schwazer Bergbaugerichtsbezirk sowie über die mannigfaltigen Verwaltungstätigkeiten der einzelnen Bergbaubeamten enthielten. Dem chronologischen Sammeln der in den TLA-Kammerkopialbuchreihen enthaltenen Einträge über die personelle Zusammensetzung und die spezifischen Aufgabenstellungen der Schwazer Bergbaubeamten wird schwerpunktmäßig auch die erste Arbeitsphase des Projektes P17259 gewidmet sein Die systematische Strukturierung resp. editorische Aufbereitung dieser Primärtextsammlung ist dann als zweiter großer Arbeitsabschnitt des aktuellen Projektes vorgesehen.