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Der Botanische Garten der Universität Wien (1914-1945)

The History of the Botanical Gardens at the University of Vienna: 1914-1945

Helmuth Grössing (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P14904
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.03.2001
  • Projektende 28.02.2005
  • Bewilligungssumme 129.387 €

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (20%); Geschichte, Archäologie (10%); Philosophie, Ethik, Religion (60%); Wirtschaftswissenschaften (10%)

Keywords

    BOTANICAL GARDENS, FRITZ KNOLL, BOTANICAL RESEARCH, RICHARD VON WETTSTEIN

Abstract

Als Laboratorien botanischer Forschung, Stätten akademischen und schulischen Unterrichts, Refugien vom Aussterben bedrohter Pflanzen und Oasen der Ruhe waren und sind die Botanischen Gärten mit ihren reichhaltigen Sammlungen und umfangreichen technischen Einrichtungen von beachtlichem wissenschaftlichem und wirtschaftlichem, pädagogischem und sozialem Wert. Eine wesentliche Grundlage zur Erfüllung dieser Aufgaben ist dabei die Erforschung der historischen Entwicklung Botanischer Gärten in wissenschaftlicher wie in kultur- und gesellschaftspolitischer Hinsicht. Die Geschichte und gesellschaftspolitische Rolle des botanischen Gartens der Universität Wien, der im Jahre 2004 nunmehr seit 250 Jahren besteht, wurde bereits im noch laufenden Projekt P 11885-HIS bis zum Beginn des ersten Weltkrieges aufgearbeitet. Insbesondere bei der Bearbeitung der Gartengeschichte zur Zeit der Direktion von Richard von Wettstein ergaben sich wesentliche Anhaltspunkte für die Vorbereitung des gegenständlichen Antrages. Beginnend mit dem Ende des ersten Weltkrieges bahnte sich, bedingt durch staatliche und gesellschaftliche Neuorientierungen in Österreich eine tiefgreifende Änderung im naturwissenschaftlichen Institut für Botanik und dem angeschlossenen Botanischen Garten der Universität Wien am Rennweg 14 an. Ab dem Jahr 1920 zeigt sich, daß Staat und Regierung mit der wirtschaftlichen Notlage nicht fertig werden konnte. Allgemein erhob sich die Frage, ob Österreich überhaupt lebensfähig sei. Die Währungssituation verschlechterte sich zusehens. Die nicht zu verhindernde Inflation führte große Teile der Bevölkerung in Not. Der Briefverkehr Richard von Wettsteins mit dem Bundesministerium, betreffend der Gehälter seiner Mitarbeiter und der Dotation für das Institut und dem Botanischen Garten, wurde immer umfangreicher. Die politischen Bewegungen und deren Zielsetzungen wurden undurchschaubar. Vor allen Dingen konnte die nationalsozialistische Ideologie von den Direktoren des Botanischen Institutes nicht mehr ohne persönliche Stellungnahme von der wissenschaftlichen Arbeit abgegrenzt werden. Die Bedeutung der botanischen Forschung begann, im besonderen unter dem Direktorium Fritz Knoll unmerklich - fast unheimlich, zum Spielball einer Strategie zu werden, deren erbarmungsloses Ziel, den der Not gehorchenden Mitspielenden, vielfach unbekannt war. Für den Großteil der österreichischen Professoren brachte der "Anschluß" an ein nationalsozialistisches Deutsches Reich, die Erfüllung dessen, was sie seit langem gewünscht hatten. Quelle der biologischen Erkenntnis sollte die Universität sein; Zielgruppe der Vermittlung waren zum einen die Schulen und zum anderen ausgewählte Personengruppen und so auch der für die volksnahe naturkundliche Bildung besonders aufschlußreiche Botanische Garten der Universität Wien. Das reichhaltige noch unbearbeitete Quellenmaterial in diversen österreichischen Archiven, wie in ausländischen botanischen Gärten bzw. deren Archiven, läßt für die Ausführung des hier beantragten Forschungsprojektes Ergebnisse zu folgenden Fragestellungen erwarten: 1 Die Situation einer naturwissenschaftlichen Institution in Wien zu Beginn des 20. Jhs im Speziellen in der Folge des ersten Weltkrieges u. während der nationalsozialistischen Regierung. a) Die wissenschaftliche Forschung am Botanischen Garten und Institut. b) Darstellung der Veränderungen des Universitätsgartens zu Beginn des 20. Jhs und während des Zweiten Weltkrieges. c) Die Pflanzensammlungen des Botanischen Gartens. Kriterien von Neuplanung von Pflanzungen vor und während des zweiten Weltkrieges. d) Die Personalsituation. 2 Der wissenschaftlich Stellenwert der Forschung am Wiener Universitätsgarten innerhalb Europas. 3 Der Stellenwert der Volksbildung. 4 Das politische Interesse an der Naturwissenschaft zwischen 1914 und 1945 unter besonderer Berücksichtigung des Botanischen Gartens. 5 Der Einfluß der wissenschaftliche Tätigkeiten von Botanikern der Universität Wien auf andere naturwissenschaftliche Bereiche und auf Kunst und Kultur. 6 Der Stellenwert der botanischen Forschung und Gartenleitung im Leben der Leiter des Wiener Botanischen Gartens, im speziellen von Richard von Wettstein und Fritz Knoll. 7 Richard von Wettstein und Fritz Knoll und ihr politisches Umfeld - Wechselwirkungen zwischen politischer Situation, persönlicher Einstellung, Handlungsbedarf und gesetzten Handlungen im Rahmen des Instituts für Botanik und Botanischer Garten. 8 Fritz Knoll als Rektor der Universität Wien (zwischen 1939 und 1945)

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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