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Das Metaxyn der Aisthesis. Medienphilosophische Ästhetik

The Metaxyn of Aisthesis. Philosophy of Media: Aesthetics

Peter Mahr (ORCID: 0000-0002-3049-5812)
  • Grant-DOI 10.55776/P14688
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.04.2001
  • Projektende 31.03.2004
  • Bewilligungssumme 39.094 €

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (15%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (15%); Philosophie, Ethik, Religion (70%)

Keywords

    AESTHETICS, MIND, ART, PHILOSOPHY, MEDIA, TECHNOLOGY

Abstract Endbericht

Neueste Entwicklungen in der Technik (in den Künsten: die Medienkunst), in den sie untersuchenden Wissenschaften und in der Philosophie bieten an, eine medienphilosophische Ästhetik in Angriff zu nehmen. Ohne die landläufige Medienästhetik und in vergleichender Bezugnahme zur Medienphilosophie kommt dabei die überraschende, wechselseitige Begründung von Kunst und Medien in der philosophischen Tradition zuhilfe. Die Reflexionstheorie von Locke, dem deutschen Idealismus, der Wiener kunsthistorischen Schule bis zu Benjamin bzw. die Gestalttheorie von Kant, Ehrenfels, Heider, Wittgenstein bis Luhmann erweisen eine medienphilosophische Ästhetik dann als fruchtbar, wenn sie nach Aristoteles "Medium" als metaxyn (hindurch) und meson (das Mittlere) der Wahrnehmung begreift und so nicht nur einen neuen Ansatz für die Medienphilosophie bereitstellt, sondern auch die Ästhetik aus der Geschichte heraus als eine kritische Theorie der schönen Künste wie Techniken aufzurollen vermag. Damit könnte auch die alte Gegnerschaft zur psychologischen Ästhetik seitens analytischer Philosophie und Phänomenologie überwunden werden. Zudem bietet sich hinsichtlich eines ästhetischen Medienbegriffs in der philosophy of mind und der Phänomenologie ein ungekannter Topos an: So könnten Qualia das metaxyn als Grundton sowie als Medium der Phänomenalität qualitativ weiterbestimmen. Und es bietet sich das Faktum einer Kunst der Medien in der Kunsttheorie seit Lessing und in der Gegenwartskunst an, die Medialität des metaxyn anhand eines ästhetischen Bereichs zu überprüfen, ohne daß sofort (progressistisch) eine Philosophie der Medienkunst dem traditionellen System der Künste entgegengesetzt oder (institutionalistisch) an die Seite gestellt wird.

Im Blick auf die neuen Medien können die Unzulänglichkeiten heutiger "Medienästhetik" mit einem Instrument des Kontextes überwunden werden. Dafür werden Medien der Empfindung/ Wahrnehmung, der Kommunikation und der Kunst unterschieden. Profit wird gezogen aus Aristoteles` De anima als eine Ästhetik des metaxy (= Medium) mit einer spezifischen Beziehung zu den Medien, womit zum Beispiel ein Hinweis auf die Ästhetik von (neu-)gemischten oder hybriden Medien gegeben werden kann, was wiederum für die heutigen obligatorischen genre mixes in Radio, Fernsehen, Internet und der Mobilkommunikation von Bedeuetung ist. Auch ein frischer Blick auf die Geschichte der modernen Philosophie wird gegeben. So wird die Entdeckung vorgestellt, dass der Erfinder der philosophischen Ästhetik Baumgarten die Tatsache des metaxy bemerkte und dass es eine irreduzible Unterscheidung zweier Traditionen der Medientheorie gibt. Die wechselseitige Begründung von Medium und Kunst in der Gestaltphilosophie beginnt mit Kant und endet mit Wittgenstein und der Psychologie oder des Designsm die Gestalt im starken Sinn nachgingen, wie sie im Input von User Surfaces - Medien im schwachen Sinn - aufgelöst werden zugunsten anwachsender Reize in, zwischen und and jenseits der Medien, was in einem permanenten Prozess audiovisual Dis/Figuration resultiert. Die wechselseitige Begründung von Medium und Kunst in der Reflexionsphilosophie beginnt mit Fichte und endet mit Lacan und dem Ersatz der philosophisch psychologischen Beziehung zwischen dem Ich and dem Spiegelbild auf Spiegelglas durch die elektronisch "spiegelnden" Displaytechnik der Reflexion - spiegelnd, Echo gebend - , die nun mit dem permanenten Fliessen und Verarbeiten von Bildern einhergeht. Weiters wird die Alternative vo Technik oder Medien mit Bezug auf Kunst erwogen durch Aristoteles und Heidegger, ein Begriff von Technik, der der téchne als Technik willen wieder geöffnet wird und der wieder sichtbar wird als Medium, lange bevor die Künste von der Technik der Kommunikationsmedien künstlerisch Gebrauch machten. Ein zusätzlicher Blick auf die Rolle der Medien in der Ästhetik und der philosophy of mind ist hinsichtlich der Medialität des Geistes fruchtbar, was den Bezug auf die mentalen Eigenschaften wie qualia, supervenience und die phänomenalen Zustände des Bewußtseins betrifft, wie sie durch die Aisthesis der Kunst vermittel werden. Die Medienkünste ihrerseits werden betrachtet mit der Erkenntnis dass die aktuellen Massenmedien wie Fernsehen gute Objekte für die Künstlerische Analyse abgeben, wie es mit dem lustigen Intermedium in der opera seria des 18. Jahrhunderts und dem theatralischen oder imaginären Spiel in den heutigen Computer Games der Fall war und ist.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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