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Tertiäre Metallogenie von Edelmetallen NW-Argentiniens

Tertiary metallogeny of precious metals in NW-Argentina

Werner H. Paar (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P13974
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.03.2000
  • Projektende 28.02.2003
  • Bewilligungssumme 120.524 €

Wissenschaftsdisziplinen

Geowissenschaften (100%)

Keywords

    ARGENTINA, SILVER, ATERTIARY, SELENIUM, GOLD, GENESIS

Abstract Endbericht

Die tertiäre Metallogenie NW-Argentiniens ist von enormer wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung: In diesem Zeitraum entstanden beachtliche Rohstoff-Konzentrationen, von denen porphyrische Kupfer-Gold- Lagerstätten (Bajo de la Alumbrera, Organullo, Taca Taca), Stockwerk- -und gangförmige Silber-Zinn- und Silber- Lagerstätten (Pirquitas, EI Quevar, Cerro Redondo) oder Selenidvorkommen (mit Gold, Silber, PGE) wichtige Beispiele darstellen. Sehr viele dieser edelmetallhältigen Mineralisationen werden durch Strukturen kontrolliert, die möglicherweise mit dem Aufstieg des Puna-Blockes in Zusammenhang stehen. Eine genetische Verbindung mit vulkanischen und/oder plutonischen Gesteinen ist anzunehmen. Es ist im Rahmen dieses Projektes beabsichtigt, von vier ausgewählten Lagerstätten-Distrikten (Ag-Sn/Pirquitas, Ag(Au)-Pb, Zn, Cu/La Concordia, Cu-Au(Ag)/Cerro Atajo, Se-Ag-A:u(PGE)/Sierras de Umango, Famatina und Cacheuta - siehe Abb.1 im formlosen Antragsteil) genetische Modelle zu entwerfen und sie miteinander zu vergleichen. Das Projektziel soll auf der Grundlage einer detaillierten geologisch-strukturgeologischen Basiskartierung unter Anwendung moderner Methoden der Untersuchung von Flüssigkeitseinschlüssen, von stabilen Isotopen (C,O) und Argon-Argon-Datierungen erreicht werden. Dabei sollen u.a. auch Aussagen über die Bildungsbedingungen, die Fluidentwicklung und das Alter der assoziierten Mineralisationen/Nebengesteinsveränderungen gewonnen werden. Die strukturellen Studien kombiniert mit 40Ar/ 39Ar-Altersdatierungen sollten es zudem erlauben, einen Zusammenhang zwischen der Bildung der mineralisierten Strukturen und plattentektonischen Bewegungen (Interaktion zwischen der ozeanischen Farallon- und der südamerikanischen Platte) herzustellen, bzw. eine Voraussage über die Lokalisierung bestimmter Vererzungen zu ermöglichen. Spezielles Augenmerk soll auf die vielfach sehr komplexen Mineralparagenesen, der chemischen und strukturellen Besonderheiten einzelner Spezies und Mineralgruppe (Sulfosalze!) gerichtet werden. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß im Zuge dies Untersuchungen neue Mineralspezies charakterisiert werden können, deren Beschreibungen der IMA CNMMN zur Anerkennung vorgelegt werden. Das umfassende Ziel dieses Projekt ist ein besseres Verständnis zu erhalten, warum und auf welche Weise Erzlagerstätten in diesem Teil Argentiniens gebildet worden sind, und inwieweit die Ergebnisse dies Untersuchungen für die Auffindung und Exploration noch unentdeckter Rohstoffvorkommen von Wichtigkeit sein könnten.

Die im Rahmen des Projektes untersuchten Lagerstätten lassen sich auf den andinen Zyklus beziehen. Sie stehen mit tektonischen Richtungen in engem Zusammenhang und werden von ausgedehnten Umwandlungen der Nebengesteine begleitet. Die Entstehung der Lagerstätten wird auf den jungtertiären Vulkanismus zurückgeführt, wobei die Herkunft der unterschiedlichen Metallspektren auf eine sehr heterogene Zusammensetzung der Kruste zurückgeführt wird. Die Selenvererzungen der Sierra de Umango (La Rioja) sind durch eine komplexe Mineralogie ausgezeichnet. Sie zeichnen sich durch eine beachtliche Konzentration an Gold, Silber und Palladium, und einem Spektrum an besonderen Nebenmetallen wie Quecksilber, Thallium, Kobalt, Nickel, Arsen, Antimon und Cadmium aus. Der Nachweis einer regionalen Palladiumanomalie ist neu. Gehalte bis zu 13 ppm Pd und 9 ppm Pt (bis 17 ppm Au) sind für diesen Lagerstättentypus beachtlich. Die Selenvererzungen werden von mächtigen Alterationszonen (Neubildung von Hämatit) in den Nebengesteinen (Amphiboliten) begleitet. Die Selenvorkommen wurden aus selenreichen oxidierenden Lösungen im Stabilitätsfeld des Hämatits bei Temperaturen unterhalb von 112C gebildet. Aufgrund der hohen Pd/Pt-Gehalte wird die Exploration dieser Vererzungen ins Auge gefasst. Die Silber-Zinn-Lagerstätte von Pirquitas (Jujuy), deren Abbau in naher Zukunft geplant ist, ist durch Erzgänge und eine Stockwerksvererzung charakterisiert. Die größten Metallkonzentrationen findet man in Antiklinalstrukturen. Die Silberführung in den tiefergelegenen Lagerstättenteilen läßt sich auf komplexe Sulfosalze und Hocartit, einen silberreichen Zinnkies, zurückführen. Die Zinnführung der Lagerstätte ist auf das Zinnmineral Zinnstein und die im Gangsystem "Oploca" nachgewiesenen und in (wirtschaftlicher) Konzentration vorliegenden neuen Minerale Suredait und "Arsen-Franckeit" zurückzuführen. Neu ist auch der Nachweis einer signifikanten Goldführung der Erze. Von wirtschaftlicher Bedeutung ist der Nachweis hoher Konzentrationen des Sondermetalles Indium in den Erzen, das vor allem an Zinkblende und die Mineralien Petrukit und Sakuraiit gebunden ist. Die Untersuchung der polymetallischen Vererzungen von Capillitas (Catamarca) führten zum Nachweis einer ausgedehnten Germaniumanomalie und von beachtlichen Freigoldkonzentrationen. Die Germaniumführung ist in den silberreichen Blei-Zink-Rhodochrosit-Gängen auf Argyrodit und eine neue germaniumhältige Phase zurückzuführen. In den kupferreichen Gängen tritt Germanium in drei neuen Spezies (Putzit, Catamarcait, "Ge- Stannoidit") auf. Eine Thalliumanomalie ist für die bornitreichen Gangteile bestimmend. Tellur-, vanadium- und zinnhältige Phasen sind häufige Begleiter. Die epithermalen Lagerstätten lassen sich zwei verschiedenen Subtypen zuordnen und werden von ausgedehnten Alterationshöfen begleitet. Auch die Kupferlagerstätten des Cerro Atajo (Catamarca) zeichnen sich durch eine exotische Mineralogie aus. Die Erze sind goldhältig und werden von zinnhältigen Phasen, Sulfosalzen (Aikinit, Bismut-Fahlerz) und Watanabeit begleitet. Der Großteil des alterierten Atajo-Komplexes ist durch eine feindisseminierte Goldvererzung charakterisiert, der in Quarzgängen mit Hübnerit die höchsten Goldgehalte aufweist. Der Gangdistrikt von La Concordia (Salta) zeichnet sich durch eine gleichfalls komplexe Mineralogie und das Auftreten von ged. Gold aus. Die Alterationserscheinungen in den Nebengesteinen lassen in der Tiefe einen noch zu explorierenden Cu-Porphyry mit Goldführung erwarten.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 25%
  • Universität Salzburg - 75%
Nationale Projektbeteiligte
  • Franz Neubauer, Universität Salzburg , assoziierte:r Forschungspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Ricardo Sureda, University of Salta - Argentinien

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