Gesellschaft und Konfession in Südosteuropa 1989-1997:Strukturwandel und Transformationsprozeß am Beispiel des Isalm
Society and religion in Southeastern Europe, 1989-1997
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (70%); Soziologie (15%); Sprach- und Literaturwissenschaften (15%)
Keywords
- ISLAM,
- TRANSFORMATIONSPROZESS,
- SÜDOSTEUROPA,
- KULTURKONFLIKT,
- MUSLIMISCHE MINDERHEITEN,
- SICHERHEITSPOLITIK
Der Rückzug des Osmanischen Reiches aus dem Balkanraum hat Millionen Muslime in Südosteuropa zu - unerwünschten - Minderheiten in den neuen Nationalstaaten gemacht. Diese Muslime sind von ihrer Abstammung her Südslawen - wie in Bosnien-Herzegowina, dem Sandzak, Makedonien oder Bulgarien -, Albaner - wie im. Falle des Kosovo-Gebiets und Westmakedoniens Türken - in Bulgarien, dem Sandzak und Makedonien - oder Roma, die im gesamten Raum Südosteuropas anzutreffen sind. Dem Islam mit seiner normativen Regelung aller Lebensbereiche kommt, so die Ausgangshypothese, neben dem regionalen Zugehörigkeitsgefühl eine spezielle Bedeutung für diese Bevölkerungsgruppen zu: einerseits nach innen wirkend, für die Gruppe selbst, andererseits für das Zusammenleben mit der nicht-muslimischen Mehrheitsbevölkerung. Der politische Umbruch des Jahres 1989 hat in Südosteuropa grundlegende Umwälzungen im Gesellschafts- und Wirtschaftsbereich bewirkt; im Zuge dieses Transformationsprozesses und des damit einher gehenden Paradigmenwechsels werden die Muslime mit ihren spezifischen, stark von islamischer Tradition geprägten Gesellschaftsstrukturen vor besondere Anforderungen gestellt, Aus historischen Gründen wird dem Islam und den Muslimen nach wie vor mit Mißtrauen begegnet und gelten sie als "fünfte Kolonne" einer befürchteten Islamisierung bzw. Fundamentalisierung. Die Frage des Islam in Südosteuropa besitzt daher eine zusätzliche außen- und sicherheitspolitische Dimension, die besonders im Krieg in Bosnien-Herzegowina deutlich wurde (Bosnien - ein islamischer Gottesstaat" in Mitteleuropa?").
- Forschungsstelle Josefsplatz - 100%