Interethnische Beziehungen in schamanischen Traditionen Lateinamerikas
Wissenschaftsdisziplinen
Soziologie (100%)
Keywords
- Shamanism interethnic relations Ecuador,
- Ecuador,
- Interethnic Relation,
- Shamanism
Das vorliegende Forschungsvorhaben widmet sich der Analyse interkultureller Netzwerke, die in Lateinamerika Ritualisten und Ritualistinnen verschiedener schamanischer und volksmedizinischer Traditionen verbinden. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen Form und Inhalt der Transaktionen von Wissen und Macht in solchen Netzwerken in Ekuador sowie deren Bedeutung für die rituelle und soziale Praxis der einzelnen Partizipanten. Ekuador ist für eine Bearbeitung dieses Themas von besonderem Interesse, da hier auf relativ engem Raum viele schamanische und volksmedizinische Traditionen nebeneinander existieren und miteinander durch Lehr- und Allianzbeziehungen vernetzt sind. Der Wissenstransfer stellt dabei eine besondere Form des interethnischen Kontaktes und der interkulturellen Kommunikation der. Die geplante Untersuchung soll Einblick in Charakter und Verlauf solcher Kulturbeziehungen gewähren; es soll u.a. ersichtlich werden, auf welche Weise eine fremde Idee rezipiert, transformiert und tradiert wird. Die Studie will einen Beitrag zu verschiedenen Bereichen der ethnologischen Forschung leisten: Sie versteht sich zum einen als eine Analyse der Bedeutung interkultureller Dynamiken für konzeptuelle und pragmatische Aspekte von Weltbild und Ritual. Eine Analyse der Wechselwirkungen zwischen dem Eigenen und dem Fremden, zwischen systemischer Kohärenz auf der einen und Durchlässigkeit bzw. Flexibilität auf der anderen Seite, bildet einen zentralen Punkt dieses Forschungsvorhabens. Zum anderen soll die Studie zur Erforschung verschiedenen Aspekte des Schamanismus beitragen, in erster Linie in Bezug auf die Formen der transkulturellen Verbreitung schamanischer Konzepte und Praktiken, deren Untersuchung weitgehend aussteht.
- Stadt Wien - 90%
- Universität Wien - 10%