Gewebe-spezifische Kommunikation in Kolonkrebsmetastasen
Tissue-specific communication in colon cancer metastasis
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
- Colorectal Cancer,
- Multi-Site Metastasis,
- Intercellular Communication,
- Tumor Microenvironment,
- Cancer Cell Plasticity
Darmkrebs gehört weltweit zu den am häufigsten diagnostizierten und tödlichsten Krebsarten. Wird die Erkrankung in frühen Stadien erkannt während der Krebs noch auf den Darm begrenzt ist, kann er gut mittels operativen Eingriffen, Strahlentherapie oder klassischen Chemotherapien behandelt werden. Sobald sich der Krebs jedoch auf andere Organe ausbreitet, wird die Behandlung deutlich schwieriger, was die Überlebenschancen der Patient:innen stark verringert. Dieser Prozess ist auch unter dem Begriff Metastasierung bekannt. Sie entsteht, wenn sich Krebszellen vom ursprünglichen Tumor lösen und über das Blutgefäßsystem in andere Organe gelangen, wo sie neue Tumore bilden. Die Bildung von Metastasen stellt die Krebszellen jedoch vor viele Herausforderungen, wie etwa den Angriff durch das Immunsystem oder Mangel an bestimmten Nährstoffen oder Wachstumsfaktoren, was die Zellen antreibt, sich an neue Umgebungen anzupassen, um zu überleben. Nur ein sehr geringer Teil der Krebszellen, die den Darm verlassen, schafft es tatsächlich, all diese Hürden zu überwinden und erfolgreich andere Organe zu besiedeln. Kürzlich hat das Labor von Dr. Ganesh entdeckt, dass Darmkrebszellen, die in die Leber metastasieren, sich besonders schnell an diese neue Umgebung anpassen und resistent gegen chemotherapeutische Behandlungen werden können. Die Fähigkeit, sich zu verändern und unter Druck zu überleben, bezeichnet man als phänotypische Plastizität. Obwohl die Leber das häufigste Zielorgan für Darmkrebsmetastasen ist, kann der Krebs die Lunge und sehr selten auch das Gehirn erreichen. Diese Organe stellen sehr unterschiedliche Bedingungen für Krebszellen dar und es ist nicht genau erforscht wie sie sich an jedes einzelne anpassen, um Tumore zu bilden. Im Verlauf der Metastasierung verändern sich nicht nur die Krebszellen selbst, sondern auch gesunde Zellen in der unmittelbaren Tumorumgebung, wie zum Beispiel Immunzellen, beginnen sich anders zu verhalten. Zunächst versuchen die normalen Zellen, den Tumor zu bekämpfen, doch im Laufe der Zeit beginnen sie, sein Wachstum zu unterstützen. Mein Projekt untersucht die unterschiedlichen Verhaltensweisen von Darmkrebsmetastasen in der Leber, der Lunge und dem Gehirn und spezifische Interaktionen zwischen Krebszellen und den gesunden Zellen in ihrer Umgebung im Verlauf der metastatischen Entwicklung. Ein besseres Verständnis dieser Veränderungen im metastatischen Geschehen könnte zu neuen Behandlungsmöglichkeiten für metastasierten Darmkrebs führen und die Überlebenschancen der Patient:innen verbessern.
- Memorial Sloan Kettering Cancer Center , 24 Monate, Karuna Ganesh
- Medizinische Universität Wien , 12 Monate
- Dana PeEr, Memorial Sloan Kettering Cancer Center - Vereinigte Staaten von Amerika
- Ronan Chaligné, Memorial Sloan Kettering Cancer Center - Vereinigte Staaten von Amerika