Myeloische Zellen unter Einfluss des Brustkrebs Genotyps
How Breast Cancer Genotypes Imprint the Myeloid Compartment
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (50%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (50%)
Keywords
- Myeloid Cells,
- Breast Cancer,
- Tumor Microenvironment,
- Cancer-Immune Cell Interaction,
- Oncogenes
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen weltweit. Trotz großer Fortschritte in der Behandlung sprechen viele Patientinnen nur unzureichend auf moderne Immuntherapien an. Ein wichtiger Grund dafür liegt in der komplexen Wechselwirkung zwischen Tumorzellen und dem sie umgebenden Immunsystem. Besonders myeloische Zellen, bestimmte Immunzellen wie Makrophagen und neutrophile Granulozyten, spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie können das Tumorwachstum fördern und die Wirksamkeit von Immuntherapien mindern. Das geplante Forschungsprojekt untersucht, wie genetische Veränderungen in Brustkrebszellen die Zusammensetzung und das Verhalten myeloischer Immunzellen beeinflussen. Im Fokus stehen dabei häufige genetische Veränderungen in den Tumorsuppressor-Genen BRCA1, BRCA2 und TP53 sowie im Onkogen PIK3CA. Die zentrale Hypothese lautet, dass diese Mutationen spezifische Immunumgebungen (Tumormikromilieus) schaffen, die das Fortschreiten der Erkrankung und Resistenzentwicklungen gegenüber Immuntherapien beeinflussen. Um diesen Zusammenhang aufzuklären, werden moderne Einzelzell- und Gewebeanalysen eingesetzt. Diese Methoden ermöglichen es, Tausende einzelner Tumor- und Immunzellen gleichzeitig zu untersuchen und so präzise Landkarten des Tumormikromilieus zu erstellen. Neben menschlichem Brustkrebsgewebe kommen genetisch definierte Mausmodelle zum Einsatz, um diese Zusammenhänge in einem kontrollierten experimentellen Umfeld zu analysieren. Darüber hinaus werden dreidimensionale Tumormodelle (Organoide) entwickelt, in denen sich die Interaktion zwischen Krebs- und Immunzellen im Labor gezielt nachbilden und beeinflussen lässt. Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, neue therapeutische Zielstrukturen zu identifizieren, um die Wirkung von Immuntherapien bei genetisch bestimmten Brustkrebstypen zu verbessern. Das Vorhaben wird im Breast Cancer Laboratory des Walter and Eliza Hall Institute of Medical Research (WEHI) in Melbourne, Australien, unter der Leitung von Prof. Jane Visvader und Prof. Geoffrey Lindeman durchgeführt. Die Ergebnisse werden nicht nur das Verständnis der biologischen Grundlagen von Brustkrebs vertiefen, sondern könnten auch den Weg zu präziseren und wirksameren Behandlungsstrategien ebnen - abgestimmt auf die genetische Ausstattung des Tumors und die individuelle Immunantwort der Patientinnen.
- The Walter and Eliza Hall Institute of Medical Research , 18 Monate, Jane Visvader
- Dominik Wolf, Medizinische Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in