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Werte von Open Source Intelligence im Menschenrechtskontext

Valuing Open Source Intelligence on human rights abuses

Ivan Josipovic (ORCID: 0000-0002-4404-3980)
  • Grant-DOI 10.55776/J4951
  • Bewilligungs­summe Erwin Schrödinger
  • Status laufend
  • Projekt­beginn 01.02.2026
  • Projektende 31.05.2028
  • Bewilligungs­summe 187.563 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Politikwissenschaften (65%); Soziologie (35%)

Keywords

  • Human Rights,
  • Data Practices,
  • Valuography,
  • Open Source Intelligence
Abstract

Der Forschungskontext: Zwischen Satellitenbildern und Sozialen Medien: In einer zunehmend digitalisierten Welt sind Informationen über Kriege, Menschenrechtsverletzungen und Vertreibung für fast jeden zugänglich. Ob Satellitenaufnahmen von Truppenbewegungen oder Handyvideos von Kriegsverbrechen auf Social Media die sogenannte Open Source Intelligence (OSINT) verspricht, die Produktion von Wissen zu demokratisieren. OSINT gilt oft als neutrales, wissenschaftliches Werkzeug, das für Transparenz sorgt in einer Ära von Fake News. Doch hinter den Daten stehen Menschen, Organisationen und soziale Netzwerke: Eine wachsende Zahl von Organisationen und Aktivisten nutzt diese Methoden mit unterschiedlichen Interessen, politischen Ansichten und Werte- und Bewertungssystemen. Das Projekt VALOSINT untersucht erstmals systematisch, welcher soziale Wert und welche ethischen Dilemmata in diesem spannungsreichen Feld zwischen Wissenschaft, Sicherheitspolitik und digitalem Aktivismus entstehen. Forschungsfragen: Was macht Daten wertvoll? Am Fall der OSINT-Dokumentation zu Menschenrechtsverletzungen und Vertreibungen in der Ukraine geht das Projekt drei Kernfragen nach: Wie werden öffentlich zugängliche Daten in etwas Wertvolles verwandelt sei es als Beweismittel für Gerichte, als nachrichtendienstliche Information oder als journalistischer Faktencheck? Welche ethischen Konflikte entstehen für die Beteiligten? Wie können Konzepte wie Datensolidarität dazu beitragen, OSINT-Praktiken moralisch verantwortungsvoll zu gestalten? Methodik: Ein Blick hinter die Kulissen: Das Projekt nutzt einen qualitativen Ansatz, die sogenannte Valuography. Durch Interviews, teilnehmende Beobachtung, und Dokumentenanalysen blickt die Forschung direkt über die Schulter der Analystinnen und Analysten von OSINT-Organisationen. Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse durch eine breite Umfrage in verschiedenen OSINT- Netzwerken validiert, um Unterschiede in verschiedenen institutionellen Kontexten aufzuzeigen. Innovation und gesellschaftlicher Nutzen: Das Projekt bietet innovative Einblicke in die sozialen und ethischen Triebkräfte der OSINT. Dabei bleibt nicht bei der Theorie stehen, sondern versucht auch konkrete ethische Leitlinien zu entwickeln, um einer missbräuchlichen Nutzung des OSINT Labels vorzubeugen. Damit trägt es maßgeblich dazu bei, die Produktion von Wissen über Krieg und Vertreibung auf ein stabiles, demokratisches und ethisch reflektiertes Fundament zu stellen.

Forschungsstätte: Auslandsphase
  • University of Zurich , 19 Monate, Matthias Leese
Forschungsstätte: Rückkehrphase
  • Universität Wien , 9 Monate

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