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Aktivitätsabhängige Spezifikation humaner Neurone

Activity-dependent differentiation and fate-determination of induced human neurons

Jerome Mertens (ORCID: 0000-0002-4291-4121)
  • Grant-DOI 10.55776/I5057
  • Förderprogramm Einzelprojekte International
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.12.2020
  • Projektende 28.02.2023
  • Bewilligungssumme 136.941 €

Bilaterale Ausschreibung: Ungarn

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (100%)

Keywords

    Ins, Optogenetics, Neuronal Maturation, Neuronal Fate Determination, Electrophysiology

Abstract Endbericht

Der Erforschung von Krankheiten des erwachsenen menschlichen Gehirns mangelt es an Modellen. Der biologische Alterungsprozess unserer Gehirnzellen ist hier oft von zentraler Bedeutung. Versuchstiere haben eine andere Biologie als Menschen und werden oft nur wenige Jahre alt. Eine Alternative bietet sich durch iPS-Zellen: Erwachsene Hautzellen werden in Stammzellen umgewandelt, und können dann in Nervenzellen ausgereift werden. Allerdings sind diese verjüngt, das heißt sie haben jegliche Erinnerung an das Alter ihres Hautspenders verloren und ähneln eher Nervenzellen vor der Geburt. Wir haben im Labor eine alternative Methode etabliert, in der wir Hautzellen ohne Umweg in Nervenzellen umwandeln können. Diese Methode erlaubt es alters-äquivalente, d.h. erwachsene Nervenzellen herzustellen, kurz: iNs (Ei-Änns). In unseren Forschungsprojekten haben wir mit diesem Modell schon viel über den Alterungsprozess unserer Gehirnzellen gelernt. Allerdings gibt es über iNs auch noch sehr viel zu erforschen und zu optimieren. Die vielleicht bedeutendste Eigenschaft von Nervenzellen im Gehirn ist, dass sie eine große Anzahl winziger elektrischer Entladungen produzieren, die als Aktionspotentiale bezeichnet werden. Diese Bits an Informationen dienen dazu Botschaften zwischen Nervenzellen zu senden. Das Gehirn besteht aus Milliarden von Nervenzellen, von denen jede eine bemerkenswert ausgefeilte Rechenleistung aufweist. Diese sind über eine noch viel größere Anzahl von Kotenpunkten, sogenannten Synapsen, miteinander verbunden. Synapsen sind enorm flexibel, und viele Forscher glauben, dass dies die Grundlage für das Lernen ist. Aber auch die Fähigkeit der Nervenzellen eingehende Informationen zu Verarbeiten und Aktionspotentiale zu senden ist enorm anpassungsfähig. Diese Anpassungsfähigkeit gezielt steuern zu können würde im Wesentlichen bedeutet, dass wir alle Computer in einem gigantischen Netzwerk neu programmieren könnten. Unser Forschungsprojekt zielt genau darauf ab: mithilfe äußerer Reize die bioelektrischen Eigenschaften der Nervenzellen zu optimieren; ihnen sozusagen beim Erwachsenwerden zu helfen. Dazu verwenden wir flackernder Lichtimpulse, auf welche unsere genetisch veränderten Zellen reagieren wie auf natürliche eingehende Informationen. Die von uns gesendeten Muster von Lichtimpulsen haben wir von natürlichen Botschaften abgeschaut, und sie dienen sozusagen als Trainingseinheiten für die Nervenzellen. Wir erwarten, dass Nervenzellen ihre bioelektrischen Eigenschaften stets so einstellen, dass sie die eingehenden Nachrichten am effektivsten verarbeiten können. Zudem glauben wir, dass erwachsene iNs ganz anders auf bestimmte Trainingsmuster reagieren als verjüngte Nervenzellen aus iPS-Zellen. Wir glauben, dass die so trainierten Nervenzellen ein noch besseres Modellsystem für die Erforschung von Krankheiten darstellen werden, und auch für den Einsatz als Spenderzellen für die klinische Behandlung neurologischer Erkrankungen in Frage kommen können.

In diesem Projekt haben wir eine umfassende Analyse aktivitätsabhängiger Mechanismen, die die physiologischen und synaptischen Eigenschaften menschlicher Neuronen regulieren, die über zwei unterschiedliche genetische Reprogrammierungsmethoden für Zelltypen gewonnen wurden. Die hier verglichenen Reprogrammierungsmethoden von menschlichen Hautzellen in Nervenzellen sind zum einen induzierte Neuronen (iNs) aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPSCs), und zum anderen die direkt aus Fibroblasten reprogrammieren induzierten Neurone (Fib -iNs). Das besondere an Fib-iNs ist, dass diese das mechnschliche Alter, als auch den 'erwachsenen' Zellstatus der Sonoren widerspiegeln. Daher ist zu erwarten, dass Fib-iNs gegenüber 'embryonal-ähnlichen' iPSC-Ns auch andere funktionelle Eigenschaften haben. Dies haben wir in diem Project untersucht, indem wir von den gleichen Sonoren, den gleichen Hautzellkulturen, sowohl iPSC-Ns als auch Fib-iNs hergestellt haben. Das Projekt nutzte eine Kombination aus langfristiger optogenetischer Kontrolle der neuronalen Aktivität, In-vitro-Elektrophysiologie und Molekularbiologie. Wir konnten unter indem nachweisen, dass Fib-iNs von verschieden alten Sonoren, und speziell von Patienten, Besonderheiten in ihrem molekularen und zellulären, und speziellen ihrem metabolischen Aufbau aufweisen. Zudem haben iPSC-Ns und Fib-iNs unterschiedliche elektrophysiologische Eigenschaften, welche durch optogenetische Stimulation manipulierbar sind. Einzelne 'erwachsene' Fib-iNs zeigen schon nach kurzer Zeit sehr reife, und in diesem Zeitraum aus iPSC-Ns unbekannte, elektrophysiologische Prozessionseigenschaften.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Attila Szücs, Eötvös Lorand University - Ungarn

Research Output

  • 475 Zitationen
  • 8 Publikationen
  • 1 Weitere Förderungen
Publikationen
  • 2022
    Titel Increased post-mitotic senescence in aged human neurons is a pathological feature of Alzheimer’s disease
    DOI 10.1016/j.stem.2022.11.010
    Typ Journal Article
    Autor Herdy J
    Journal Cell Stem Cell
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Metabolism navigates neural cell fate in development, aging and neurodegeneration
    DOI 10.1242/dmm.048993
    Typ Journal Article
    Autor Traxler L
    Journal Disease Models & Mechanisms
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Novel therapeutic approaches to target neurodegeneration
    DOI 10.1111/bph.16078
    Typ Journal Article
    Autor De La Fuente A
    Journal British Journal of Pharmacology
    Seiten 1651-1673
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Neural cell state shifts and fate loss in ageing and age-related diseases
    DOI 10.1038/s41582-023-00815-0
    Typ Journal Article
    Autor Traxler L
    Journal Nature Reviews Neurology
    Seiten 434-443
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Chemical Replacement of Noggin with Dorsomorphin Homolog 1 for Cost-Effective Direct Neuronal Conversion
    DOI 10.1089/cell.2021.0200
    Typ Journal Article
    Autor Böhnke L
    Journal Cellular Reprogramming
    Seiten 304-313
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Warburg-like metabolic transformation underlies neuronal degeneration in sporadic Alzheimer’s disease
    DOI 10.1016/j.cmet.2022.07.014
    Typ Journal Article
    Autor Traxler L
    Journal Cell Metabolism
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Improved Method for Efficient Generation of Functional Neurons from Murine Neural Progenitor Cells
    DOI 10.3390/cells10081894
    Typ Journal Article
    Autor Soni A
    Journal Cells
    Seiten 1894
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Age-dependent instability of mature neuronal fate in induced neurons from Alzheimer’s patients
    DOI 10.1016/j.stem.2021.04.004
    Typ Journal Article
    Autor Mertens J
    Journal Cell Stem Cell
    Link Publikation
Weitere Förderungen
  • 2020
    Titel Activity-dependent differentiation and fate-determination of induced human neurons
    Typ Other
    Förderbeginn 2020
    Geldgeber Austrian Science Fund (FWF)

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