Bilaterale Ausschreibung: Frankreich
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (85%); Geowissenschaften (15%)
Keywords
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Shrub-Encroachment,
Alpine Grassland,
Ecosystem Services,
Mycorrhizal Assoziation,
Trait-Based Modelling
Fortschreitende Auflassung von Bergwiesen führt zu deren Verbuschung und damit zu funktionellen Änderungen. Diese Veränderungen betreffen die Artzusammensetzung, den Wasserhaushalt, aber auch den Nährstoffhaushalt und damit auch die Leistungen der Bergwiesen für uns Menschen, also die Ökosystemleistungen. Im Rahmen gemeinsamer internationaler Projekte konnten die Projektpartner bereits wichtige Leistungen von Bergwiesen bestimmen und diese auch für die Vergangenheit und für zukünftige Landnutzungsszenarien modellieren. Dabei wurden charakteristische Pflanzenmerkmale (engl. plant traits) wie z.B. Blattfläche, Stickstoff- und Kohlenstoffgehalt der Blätter) wie auch Bodenmarkmale (engl. soil traits) wie z.B. Gesamtstickstoffgehalt, Gehalt organischer Substanz erfolgreich als Indikatoren für Ökosystemleistungen (z.B. Kohlenstoffspeicherung, Bodenfruchtbarkeit, Bodenstabilität, ) etabliert werden. Im Rahmen des Projektes LUCSES sollen nun die Charakteristiken von Zwergsträuchern in diesen merkmalsbasierten Ansatz eingearbeitet werden. Die Kernhypothese von LUCSES besteht darin, dass die Besiedlung durch Zwergsträucher zu einem Wendepunkt in Bezug auf die Beziehungen zwischen den mit dem Spektrum der Pflanzenökonomie assoziierten Merkmalen und den Prozessen des Stickstoff- und Wasserkreislaufs führt (im Vergleich zu krautigen Graslandökosystemen) und, dass diese Änderung mit charakteristischen Pflanzeneigenschaften in Zusammenhang steht. Erstmals wird auch die Funktion der Mykorrhizierung miteinbezogen die speziell in kalten und nährstoffarmen Gebirgsregionen maßgeblich zur Nährstoffversorgung bzw. auch der Wasserversorgung beiträgt. Im Rahmen von LUCSES werden in 2 Untersuchungsgebieten im Alpenraum (Lautaret, FRA und Stubaital, AUT) eine Vielzahl an Messflächen mit unterschiedlichen Stadien der Verbuschung untersucht. In einem eigenen Versuchsansatz mit Kleinlysimetern werden die Auswirkungen des Klimawandels (speziell der früheren Schneeschmelze und Trockenheit im Sommer) untersucht. Dabei gilt es auch Unterschiede zwischen sommer- und immergrünen Sträuchern festzustellen und Änderungen des Grades und der Art der Mykorrhizierung zu bestimmen. LUCSES liefert dabei einerseits eine noch nie dagewesene Datengrundlage von Pflanzenmerkmalen für Zwergsträucher und andererseits die notwendigen Voraussetzungen für die Berechnung von Ökosystemfunktionen und Ökosystemleistungen von Graslandökosystemen über eine große Bandbreite von Sukzessionsstadien. Die Verknüpfung von Stickstoff- und Wasserhaushalt mit der Qualität und Quantität der Mykorrhizierung führt weiters zu einem besseren funktionellen Verständnis und liefert fundamentales Wissen im Forschungsbereich der alpinen Pflanzenökologie. Ergebnisse von LUCSES werden einerseits wissenschaftlich publiziert, andererseits aber über das Konzept der Ökosystemleistungen an Entscheidungsträger und Praktiker im Rahmen von existierenden Kommunikationsnetzwerken der den Forschungsinstitutionen LECA Grenoble (Laboratoire d`Ecologie Alpine) und UIBK (Universität Innsbruck) weitergegeben.
- Universität Innsbruck - 100%
- Ulrike Tappeiner, Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
- Ursula Peintner, Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
- Bello Mouhamadou, CNRS UMR 5553 - Frankreich
- Sandra Lavorel, Centre National de la Recherche Scientifique - Frankreich
Research Output
- 5 Zitationen
- 1 Publikationen
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2025
Titel Shrub encroachment modifies soil properties through plant resource economics traits DOI 10.1007/s11104-025-07506-3 Typ Journal Article Autor Laorden-Camacho L Journal Plant and Soil Seiten 2083-2104 Link Publikation