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EUROCORES_LogiCCC: LcpR_Modeling human inference within the framework of probability

EUROCORES_LogiCCC LcpR_Modeling human inference within the framework of probability

Gernot D. Kleiter (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/I141
  • Förderprogramm Einzelprojekte International
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.08.2008
  • Projektende 31.07.2013
  • Bewilligungssumme 210.462 €

Wissenschaftsdisziplinen

Informatik (20%); Mathematik (10%); Psychologie (70%)

Keywords

    Human Inference, Reasoning, Uncertainty, Probabilistic Logic, Bayesian networks, Game Theory

Abstract Endbericht

Bis zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts nahm die Psychologie des schlußfolgernden Denken und des menschlichen Schließens die klassische Logik als Standard und als Bezugsrahmen. Die klassische Logic bestimmte, welche Aufgaben in den Experimenten verwendet wurden, wie gut oder schlecht die Versuchspersonen waren und wie die Ergebnisse interpretiert und diskutiert wurden. Im Gegensatz dazu wächst in den letzten Jahren die Bedeutung von nicht-klassisch ausgerichteten Ansätzen, besonders von probabilistischen (Bayesianischen) Ansätzen, sehr stark. Der Forschungsantrag schließt sich diesen neuen Entwicklungen an. Die theoretischen Überlegungen werden auf der nicht-klassischen Logik beruhen, insbesondere auf der Wahrscheinlichkeits- Logik und dem nicht-monotonen Schließen. Im empirischen Teil wird eine Serie von psychologischen Experimenten durchgeführt, und zwar (1) über (wenn- dann) Konditionale, (2) über verschiedene Argumentformen, (3) über die Regeln des Systems P, (4) über die Zurücknahme von bereits getroffenen Schlußfolgerungen im Kontext des nicht-monotonen Schließens und (4) über das "conjugacy" Prinzip. Wir werden ein Modell zu den beim Lösen der Aufgaben beteiligten kognitiven Repräsentationen und Prozessen bilden. Das Projekt wird meine Arbeiten zu Bayesianischen Netzwerken fortsetzen und dabei die bereits existierende Zusammenarbeit mit Radim Jirousek ausbauen. Bayesianische Netzwerke wurden bei der psychologischen Modellierung von kausalem Denken in letzter Zeit wichtig. Das Projekt wird von der Expertise von Angelo Gilio profitieren, insbesondere bei Fragen der Kohärenz, bei den "imprecise probabilities" und beim System P. Unsere eigene Erfahrung mit Bayesianischen Netzwerken wird Max Kistler, Josef Perner und Sarah Beck helfen. Unsere spieltheoretischen Simulationen (zusammen mit Gerhard Schurz), werden die Effizienz von Argumentformen in verschiedenen logischen Systemen vergleichen. Sie werden zur Diskussion über den evolutionären adaptiven Wert kognitiver Prozesse beitragen.

Psychologische Untersuchungen des menschlichen Denkens haben ein besonders nahes Verhältnis zur Logik. Über mehr als hundert Jahre hinweg haben Psychologen die klassische Logik als Bezugsrahmen für Experimente und Theorien zum schlussfolgernden Denken verwendet. So wurde zum Beispiel untersucht, wie gut wir sind, wenn wir eine Regel wie \Wenn A, dann B; A ist wahr", \daraus folgt B ist wahr" oder, etwas kniffliger, \Wenn A, dann B; B ist nicht wahr", \daraus folgt, A ist nicht wahr" verwenden. Im Alltag jedoch erfordert schlussfolgerndes Denken immer den Umgang mit Unsicherheit. Daher stellte das Projekt Wahrscheinlichkeiten in den Mittelpunkt seiner Untersuchungen. Es trug damit wesentlich zur gegenwärtigen Wende von der Orientierung an der klassischen Logik zur Orientierungan der Wahrscheinlichkeitslogik als Maßstab für die Rationalität des menschlichen Denkens bei.In einer Folge von Experimenten haben wir gezeigt, dass das schlussfolgernde Denken wesentlich auf probabilistischen Schlussregeln beruht. Eine besondere Rolle spielt dabei das Verständnis von Wenn- Dann-Sätzen in solchen Regeln. Wir haben gezeigt, dass das menschliche Verständnis von Wenn-Dann- Sätzen den gleichen Prinzipien folgt wie bedingte Wahrscheinlichkeiten. Das gilt nicht nur für Erwachsene sondern auch für Kinder. Das Verständnis von Wenn-Dann-Sätzen hängt mit der Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses zusammen.Probabilistisches Denken ist bei der Suche nach neuer Information wesentlich. In einer Reihe von theoretischen Beiträgen haben wir gezeigt, dass mehr Information zu weniger genauen Folgerungen führen kann {ein typischer Fall von \weniger ist mehr". Dies ist zum Beispiel bei der Optimierung der Informationssuche in medizinischen Entscheidungen von praktischer Bedeutung.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Josef Perner, Universität Salzburg , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Gerhard Schurz, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf - Deutschland
  • Max Kistler, Unversity of Grenoble I - Frankreich
  • Angelo Gilio, Universita di Roma "Tor Vergata" - Italien
  • Radim Jirousek, National University La Plata - Tschechien
  • Sarah Beck, The University of Birmingham - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 229 Zitationen
  • 13 Publikationen
Publikationen
  • 2012
    Titel A Shared Framework for Consequence Operations and Abstract Model Theory
    DOI 10.1007/s11787-012-0069-2
    Typ Journal Article
    Autor Wallmann C
    Journal Logica Universalis
    Seiten 125-145
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Exchangeability in Probability Logic
    DOI 10.1007/978-3-642-31724-8_17
    Typ Book Chapter
    Autor Wallmann C
    Verlag Springer Nature
    Seiten 157-167
  • 2011
    Titel How People Interpret Conditionals: Shifts Toward the Conditional Event
    DOI 10.1037/a0022329
    Typ Journal Article
    Autor Fugard A
    Journal Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition
    Seiten 635-648
  • 2011
    Titel Theorie der Konsequenzoperationen und Grundbegriffe der Logic.
    Typ Journal Article
    Autor Wallmann C
  • 2010
    Titel The conditional in menta lprobability logic.
    Typ Book Chapter
    Autor M. Oaksford & N. Chater(Eds.)
  • 2010
    Titel Structuring essential graphs.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Kleiter Gd
    Konferenz T. Kroupa & J. Vejnarova (Eds.), Proceedings of the 8th Workshop on Uncertainty Processing, Liblice, CZ
  • 2010
    Titel Uncertain deductive reasoning.
    Typ Journal Article
    Autor Kleiter Gd
    Journal K. Manktelow, Over, D.E., and S. Elqaya (Eds.), The science of reasoning: A Festschrift for Jonathan St B.T. Evans
  • 2010
    Titel The pseudodiagnosticity trap: Should participants consider alternative hypotheses?
    DOI 10.1080/13546783.2010.525860
    Typ Journal Article
    Autor Tweney R
    Journal Thinking & Reasoning
    Seiten 332-345
  • 2010
    Titel The pseudo diagnosticity trap. Comments on Crupi,Tentori and Lombardi.
    Typ Journal Article
    Autor Kleiter Gd
    Journal Technical Report. Department of Psychology, University of Salzburg
  • 2009
    Titel Framing human inference by coherence based probability logic
    DOI 10.1016/j.jal.2007.11.005
    Typ Journal Article
    Autor Pfeifer N
    Journal Journal of Applied Logic
    Seiten 206-217
    Link Publikation
  • 2009
    Titel Mental probability logic
    DOI 10.1017/s0140525x09000442
    Typ Journal Article
    Autor Pfeifer N
    Journal Behavioral and Brain Sciences
    Seiten 98-99
  • 2013
    Titel Probability Propagation in Generalized Inference Forms
    DOI 10.1007/s11225-013-9513-4
    Typ Journal Article
    Autor Wallmann C
    Journal Studia Logica
    Seiten 913-929
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Ockham’s Razor in Probability Logic
    DOI 10.1007/978-3-642-33042-1_44
    Typ Book Chapter
    Autor Kleiter G
    Verlag Springer Nature
    Seiten 409-417

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