MetaboRain: Ernährung & Stoffwechsel in Forellen Ansiedlung
MetaboRain: Diet and Metabolism in Trout Naturalization
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
- Invasive Species,
- Metabolic Rate,
- N-3 Lc Pufa,
- Rainbow Trout,
- Diet Quality,
- Growth Rate
Flüsse und Bäche in Europa stehen zunehmend unter Druck durch invasive Arten, die einheimische Fische und das ökologische Gleichgewicht bedrohen. Ein besonders auffälliges Beispiel ist die Regenbogenforelle, ein Fisch, der ursprünglich von der Pazifikküste Nordamerikas stammt. Seit über hundert Jahren wird sie in Europa für Aquakultur und Freizeitfischerei gezüchtet und besetzt. In den letzten Jahren haben sich jedoch selbstreproduzierende Populationen in Mitteleuropa stark ausgebreitet. Diese Entwicklung ruft wachsende Sorgen hervor, da Regenbogenforellen mit einheimischen Arten wie der Bachforelle um Nahrung und Lebensraum konkurrieren und deren Bestände gefährden können. Dieses Forschungsprojekt untersucht, warum sich manche Populationen der Regenbogenforelle in europäischen Gewässern erfolgreich etablieren, während andere daran scheitern. Ein zentrales Ziel ist es zu verstehen, wie ihre Physiologie und ihr Verhalten auf Veränderungen in der Nahrungsqualität und Wassertemperatur reagieren. In Fischzuchten werden Forellen mit energiereichem Pelletfutter versorgt, das viele lebenswichtige Omega-3- Fettsäuren (insbesondere DHA) enthält. In der freien Natur müssen sie dagegen auf Insekten und andere natürliche Beutetiere zurückgreifen, die oft deutlich weniger dieser essenziellen Nährstoffe enthalten, vor allem im Winter, wenn die Nahrung stärker von terrestrischem Material wie Laub abhängt. Diese Fettsäuren sind jedoch wichtig für Gehirnfunktion, Stoffwechsel und Verhalten und können beeinflussen, wie gut die Fische jagen, Feinden entkommen und mit Artgenossen konkurrieren. Das Projekt kombiniert Felduntersuchungen in österreichischen Alpenbächen mit kontrollierten Laborversuchen. Dabei werden Unterschiede zwischen Zucht- und Wildforellen in Energieverbrauch, Wachstum und Verhalten analysiert. Gleichzeitig wird erforscht, wie steigende Wassertemperaturen und eine abnehmende Verfügbarkeit von Omega-3-Fettsäuren (beides Folgen des Klimawandels) die Leistungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der Forellen beeinflussen. Durch die Untersuchung des Energiehaushalts und der Stoffwechseleffizienz soll geklärt werden, welche Mechanismen es einzelnen Populationen ermöglichen, sich in neuen Lebensräumen erfolgreich fortzupflanzen und auszubreiten. Das Verständnis dieser Prozesse ist entscheidend, um die heimische Artenvielfalt besser zu schützen und künftige Veränderungen in Fließgewässern vorherzusagen. Die Ergebnisse liefern Grundlagen, um das Management invasiver Fischarten gezielter zu gestalten und ökologische Risiken frühzeitig zu erkennen. Darüber hinaus trägt das Projekt zu einem besseren Verständnis bei, wie Lebewesen auf den Klimawandel reagieren, und unterstützt die Entwicklung nachhaltiger Strategien für den Schutz und die Bewirtschaftung europäischer Süßwasserökosysteme.
- WasserCluster Lunz - 100%
- Günther Unfer, Universität für Bodenkultur Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Libor Zavorka, WasserCluster Lunz , Mentor:in
- Karine Salin, Institut français pour l´exploitation de la mer (Ifremer) - Frankreich