COwLEARNING für nachhaltige Rindfleisch- und Milchversorgung
COwLEARNING for sustainable beef and dairy supply
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Agrarwissenschaften (75%); Tierzucht, Tierproduktion (25%)
Keywords
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Agro-Food Studies,
Transdisciplinary Research,
Transition Management,
Sustainability Innovations,
Social Learning,
Integrative Sustainability Assessments
Zu den größten Herausforderungen der Gesellschaft gehören die Begrenzung des Klimawandels und die Anpassung an seine Folgen, die Sicherung einer gesunden Ernährung und der Erhalt einer intakten Kulturlandschaft mit hoher Biodiversität. Ein Wandel zu einer nachhaltigen Agrar- und Ernährungswirtschaft spielt für das Erreichen dieser Ziele eine wesentliche Rolle. In Österreich mit seinem hohen Anteil an Dauergrünland ist insbesondere die Rinderhaltung von Bedeutung. Verschiedene Aspekte der Rindfleisch- und Milchversorgung werden in Bezug auf ihre Nachhaltigkeit als kritisch angesehen. Dazu zählen etwa negative Effekte auf den Klimawandel, der Verlust von Land- und Biodiversität für den Futtermittelanbau, mangelndes Wohlergehen von Tieren und Menschen auf landwirtschaftlichen Betrieben oder in Schlachthöfen sowie Gesundheitsrisiken durch hohen Fleischkonsum oder Antibiotikaresistenzen. Während diese Probleme breit debattiert werden, gibt es Wissenslücken in Bezug auf Ziele und praktikable Veränderungspfade hin zu mehr Nachhaltigkeit. Die Akteure sind gefangen in Lock-ins und sehen die Verantwortung bei anderen. Im Sinne eines Transition Managements wollen wir diese Lock-ins durchbrechen, indem wir einen Lernprozess starten, der die Expertise aus Sozial-, Umwelt-, Agrar- und Veterinärwissenschaften mit dem Erfahrungswissen aus Produktion, Verarbeitung, Handel, Gastronomie und Konsum zusammenbringt. 31 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Praxis und Wissenschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette trafen sich zur Vorbereitung des Antrags bei einem online-Workshop am 30. November und 1. Dezember 2020. Das Treffen verfolgte drei Ziele. Erstens identifizierten wir verschiedene Problemfelder der derzeitigen Milch- und Rindfleischerzeugung, der Verarbeitung, des Handels und des Konsums aus Sicht der unterschiedlichen Akteure. Zweitens entwickelten wir erste Visionen für die österreichische Fleisch- und Milchversorgung im Jahr 2040. Drittens diskutierten wir Prinzipien für eine transparente, unterhaltsame und effektive Zusammenarbeit im geplanten Forschungsprojekt.