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Gedächtnispolitik in post-sowjetischen Grenzräumen

Politics of Memory in Post-Soviet-Borderlands

Tatiana Zhurzhenko (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/V75
  • Förderprogramm Elise Richter
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.08.2007
  • Projektende 31.07.2011
  • Bewilligungssumme 268.329 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (15%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (15%); Politikwissenschaften (70%)

Keywords

    Politics Of Memory, National Identity, Post-Soviet Borderlands, Post-Soviet Transformation, Ukraine - Poland - Russia, European enlargement

Abstract

Das Forschungsprojekt untersucht Erinnerungskulturen und -politik in den ukrainisch-russischen und ukrainisch- polnischen Grenzregionen als einen integralen Bestandteil postsowjetischer Nationsbildung und Demokratisierung. Die Fokussierung auf Grenzregionen erlaubt die Überschreitung des nationalen Rahmens der jeweiligen Erinnerungskulturen und verortet die Problematik im Kontext der gegenwärtigen Debatten über Gedächtnis und europäische Identität nach dem Ende des Kalten Krieges. Das Projekt erforscht Erinnerung und nationale Identität im Hinblick auf ihren territorialen Aspekt und untersucht, wie nationale Mythen und Narrative in Bezug auf Territorien und Orte sinnstiftend wirken. Durch seine Kombination zweier innovativer sozialwissenschaftlicher Ansätzen - Erinnerungsforschung (memory studies) und Grenzstudien (border studies) - versteht das Projekt Grenzregionen nicht als randständig, sondern als geschichtsträchtige Zonen, in denen nationale Identitäten gebildet bzw. in Frage gestellt und transformiert werden. In Grenzregionen treffen benachbarte nationale Erinnerungskulturen aufeinander, tauschen sich aus bzw. geraten miteinander in Konflikt. Das Projekt konzentriert sich auf drei Grenzregionen, die verschiedene historische und geopolitische Kontexte repräsentieren: die Städtepaare Kharkiv (Ukraine) / Belgorod (Russland) und Lviv (Ukraine) / Przemysl (Polen) sowie Sevastopol (Ukraine). Ausgehend von einer Typologie der Grenzregionen soll gezeigt werden, wie diese Regionen und ihre `Erinnerungslandschaften` in Narrative gefasst und die neuen nationalen Identitäten mit dem jeweiligen Territorium verknüpft werden. Das Projekt wendet qualitative Forschungsmethoden an: a) auf Diskursanalyse und visual studies gestützte Untersuchung von Archivmaterialien, offiziellen Dokumenten und politischen Reden, Schulbüchern, Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehprogrammen und Internetseiten, Tourismus-Informationen etc.; b) Beobachtung von Jubiläums- und Gedenkveranstaltungen; c) Analyse der von Museen und Gedenkstätten erzeugten Repräsentationen; d) Tiefeninterviews mit Politikern und Mitgliedern der Verwaltung sowie mit Vertretern der lokalen Eliten, verschiedener Glaubensgemeinschaften, kultureller Organisationen und zivilgesellschaftlicher Initiativen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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