CHOREO-ETHISCHE ASSEMBLAGES: Erzählungen bloßer Körper
CHOREO-ETHICAL ASSEMBLAGES: Narrations of Bare Bodies
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (60%); Philosophie, Ethik, Religion (20%); Psychologie (20%)
Keywords
- Choreo-Ethics,
- Emergence,
- Score,
- Dialogue,
- Movement,
- Sense-Making
Choreo-ethische Assemblages: Erzählungen bloßer Körper ist ein Forschungsprojekt unter der Leitung von Mariella Greil. Im Dialog mit internationalen Spezialisten aus den Bereichen Performance, Philosophie und Therapie erforscht sie die verschiedenen Beziehungen und Schnittstellen zwischen den drei Forschungsbereichen mit dem Fokus auf Praktiken / Formen / Methoden des In-Kontakt-Seins. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Feldern werden erforschen, reflektieren und wo möglich zur Synthese gebracht. Mit Praxis als Forschung inszeniert Choreo-ethische Assemblages: Erzählungen bloßer Körper eine Vielfalt choreo- ethischer, intersubjektiver und transdisziplinärer Begegnungen. Das Projekt erforscht die Bewegungen, Verknüpfungen und Zwischenräume zwischen Praxis und Theorie und entwickelt besondere Gewandtheit im Zusammenspiel zwischen Denken und Tun. Die konzeptuelle Bedeutung choreo-ethischer Assemblages, verstanden als hochmobile Bündelungen, die an singuläre, ästhetisch-kommunikative Situationen gebunden sind, wird in der Praxis erprobt. Eine Vielzahl von Dialogpraktiken und -modalitäten stehen in den vorgeschlagenen interdisziplinären Laboratorien zur Verfügung. Die Hypothese ist, dass solche Assemblagen in Kunst, Philosophie und therapeutischen Settings gleichermaßen entstehen. Der Vorschlag ist es, sich der Fragestellung zu widmen, wie Choreo-Ethik ein neu geprägter Begriff Prozesse aktivieren kann, die mit Hilfe kreativer, performativer Werkzeuge das Gewebe sozialer Ästhetik bilden. Durch die Anwendung einer Vielzahl von Techniken, Scores und Praktiken des In-Kontakt- Bringens entstehen mit sorgfältig gelenkter Aufmerksamkeit und durch das Kultivieren des Mit- und Durcheinanderdenkens Sinneskörper. In erweiterten Zeitfenstern, die Studioexperimenten gewidmet sind, wachsen das Bewusstsein und die Fähigkeit, interrelationale, choreo-ethische Kultur zu entwickeln , basierend auf Erfahrungen und Handlungen, die mit dialogischem Diskurs verwoben sind. Dieses einzigartige Forschungsprojekt arbeitet an der Artikulation und Aktualisierung von politisierter Praxis und den immanenten ethischen Kräften, die gerade dort entstehen, wo Begegnungen, Kollisionen und generative Widerstände zwischen Menschen auftreten, aber auch im Raum, der sich zwischen den Praktiken (Performance, Philosophie und Therapie) eröffnet. Die Erschließung und genaue Untersuchung nonverbaler und verbaler Methoden zur Bildung von Begegnungen, Interaktionen, Spuren oder Spekulationen im Rahmen polylogischer Laboratorien ist von zentraler Bedeutung und führt zu verkörperten Erkenntnissen und deren Verbreitung durch Workshops, Laboreröffnungen, Performances, Vorträge und Publikationen. Eine reichhaltige Sammlung von Erzählungen bloßer Körper wird entwickelt im Bereich der Kunst als potentielle, soziale Intervention eingehend untersucht und erprobt und Erkenntnisse sowie Prozesse dieser Forschung werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Choreo-ethische Assemblagen - Erzählungen von bloßen Körpern Wie stehen Körper zueinander in Beziehung, wenn sie sich begegnen, bewegen und Raum teilen? Wie können künstlerische Praktiken uns dabei helfen, Fürsorge, Verletzlichkeit und Verantwortung in einer Welt neu zu überdenken, die von ökologischen, sozialen und politischen Krisen geprägt ist? Diese Fragen bildeten den Leitfaden für das Forschungsprojekt "Choreo-ethische Assemblagen - Erzählungen von bloßen Körpern". Das Projekt untersuchte die Idee, dass kein Körper isoliert existiert. Menschliche Körper stehen oft in Verbindung mit anderen Menschen oder Spezies, Technologien und Materialien sowie mit ihrer Umgebung. Durch künstlerische Forschung, Performances, Workshops, Publikationen und internationale Kooperationen untersuchte das Projekt, wie diese Verbindungen durch Bewegung und choreografische Scores sichtbar und greifbar werden. Eine der bedeutendsten Errungenschaften des Projekts war die Entwicklung des Konzepts der choreo-ethischen Assemblagen. Dieses Konzept beschreibt Situationen, in denen Bewegung Beziehungen und Verantwortlichkeiten zwischen verschiedenen Körpern und Lebensformen schafft. Anstatt den Fokus auf einzelne Darsteller*innen zu legen, hob die Forschung hervor, wie Körper ihre Umgebung ständig beeinflussen und von ihr beeinflusst werden. Diese Perspektive eröffnet neue Wege, Koexistenz, gegenseitige Abhängigkeit und kollektives Handeln zu verstehen. Das Projekt führte zudem den Begriff der "bloßen Körper" ein - als Körper, die entblößt, verletzlich und von anderen abhängig sind. Durch die Untersuchung von Erzählungen über körperliche Erfahrungen stellte die Forschung Vorstellungen von Autonomie in Frage. Es zeigte sich, dass Verletzlichkeit keine Schwäche ist, sondern ein gemeinsamer Zustand, der zu einer Quelle der Verbundenheit, Empathie und Fürsorge werden kann. Ein wichtiges Ergebnis war die Schaffung innovativer künstlerischer Formate, die Tanz, Performance, Schreibpraxis und partizipative Praktiken miteinander verbanden. Diese Formate ermöglichten es Publikum, Künstler*innen und Forscher*innen, sich direkt mit Fragen der Verkörperung, Ethik und Ökologie auseinanderzusetzen. Das Projekt förderte den interdisziplinären Dialog und schuf Räume, in denen Wissen durch Erfahrung und nicht allein durch Theorie entstehen konnte. Die Forschungsergebnisse wurden durch Aufführungen, Ausstellungen, wissenschaftliche Publikationen, öffentliche Präsentationen und Bildungsaktivitäten verbreitet. Internationale Netzwerke wurden gestärkt, und Kooperationen zwischen Künstler*innen und Wissenschaftler*innen führten zu dauerhaften Partnerschaften, die über die Projektlaufzeit hinaus Bestand haben. Für die breite Öffentlichkeit ist das Projekt eine zeitgemäße Erinnerung daran, dass menschliches Leben grundlegend relational ist. In einer Zeit, in der Gesellschaften mit ökologischen Herausforderungen, sozialer Fragmentierung und wachsender Unsicherheit konfrontiert sind, zeigt "Choreo-ethical Assemblages - Narrations of Bare Bodies", wie künstlerische Praktiken uns helfen können, verantwortungsvollere und fürsorglichere Formen des Zusammenlebens zu entwickeln. Indem es Bewegung, Verletzlichkeit und Verbundenheit in den Mittelpunkt rückt, trägt das Projekt zu einem tieferen Verständnis dessen bei, was es bedeutet, eine Welt mit anderen zu teilen.
Research Output
- 3 Publikationen
- 1 Policies
- 4 Künstlerischer Output
- 1 Methoden & Materialien
- 4 Disseminationen
- 1 Wissenschaftliche Auszeichnungen
- 2 Weitere Förderungen
-
2026
Titel Choreo-ethical Assemblages - Embodied Research as Cosmopoietic kology DOI 10.1515/9783689240905 Typ Book editors Greil M Verlag De Gruyter -
2024
Titel Choreo-graphic writing; In: Writing Choreography - Textualities of and beyond Dance DOI 10.4324/9781003397427-14 Typ Book Chapter Verlag Routledge -
2023
Titel Bare Bodies - Thresholding Life DOI 10.1515/9783111341446 Typ Book editors Greil M Verlag De Gruyter
-
2026
Link
Titel Drowning in Depths DOI 10.1515/9783689240905/html Typ Film/Video/Animation Link Link -
2026
Link
Titel 'Diffractive Dialogue Score' and 'Dark Bag Score' DOI 10.1515/9783689240905/html Typ Composition/Score Link Link -
2021
Link
Titel Polylogic organisms - performative assemblages of choreo-ethics (slowing gradually the BPM of the pomegranate) Typ Film/Video/Animation Link Link -
2020
Link
Titel Simmering Until Done Typ Film/Video/Animation Link Link
-
2026
Link
Titel 'Diffractive Dialogue Score' and 'Dark Bag Score': DOI 10.1515/9783689240905/html Typ Improvements to research infrastructure Öffentlich zugänglich Link Link
-
2019
Link
Titel Blog on Choreo-ethical Assemblages Typ Engagement focused website, blog or social media channel Link Link -
2026
Link
Titel Listening Biennale 2026 in Vienna Typ A formal working group, expert panel or dialogue Link Link -
2026
Link
Titel Convocation III Typ A talk or presentation Link Link -
2025
Link
Titel LANGUAGE-BASED ARTISTIC RESEARCH SPECIAL INTEREST GROUP @ SAR FORUM PORTO, 7 MAY 2025 Typ A formal working group, expert panel or dialogue Link Link
-
2025
Titel Performing Ethos journal (PEET) editorial board Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series Bekanntheitsgrad Continental/International
-
2023
Titel Shaken Grounds. Seismography of Precarious Presences. Typ Research grant (including intramural programme) DOI 10.55776/ar780 Förderbeginn 2023 Geldgeber Austrian Science Fund (FWF) -
2026
Titel Shaken Grounds: Art as Seismography Typ Capital/infrastructure (including equipment) Förderbeginn 2026 Geldgeber European Commission