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Health Influencer auf Social Media

Health Influencers on Social Media

Raffael Heiss (ORCID: 0000-0002-8744-0871)
  • Grant-DOI 10.55776/P35052
  • Bewilligungs­summe Einzelprojekte
  • Status Beendet
  • Projekt­beginn 01.06.2022
  • Projektende 31.05.2026
  • Bewilligungs­summe 348.030 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Gesundheitswissenschaften (50%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (50%)

Keywords

  • Social Media,
  • Health Communication,
  • Media And Youth,
  • Citizen Science,
  • Content Analysis,
  • Panel Survey
Abstract Zusammenfassung

Social Media-Plattformen sind insbesondere für junge Menschen zu einer wichtigen Quelle für Gesundheitsinformation geworden. Nutzer/innen der Plattformen können aber auch selbst gesundheitsrelevante Inhalte erstellen und teilen. Einige ziehen dabei ein großes, oft junges, Publikum an. Solche Nutzer/innen werden Influencer genannt, da ihre Inhalte eine hohe Reichweite haben und die Einstellungen und Verhaltensweisen der Empfänger/innen beeinflussen. Das Projektteam interessiert sich für sogenannte Health Influencer, also Influencer auf Social Media-Plattformen, die Inhalte zu gesundheitsbezogenen Themen veröffentlichen. Solche Influencer können einen gesundheitsförderlichen Einfluss haben, etwa, wenn sie evidenzbasierte Informationen teilen oder Jugendlichen für einen gesunden Lebensstil begeistern. Sie können aber auch negative Effekte bewirken, etwa wenn sie rein kommerzielle Interessen bedienen oder Fehlinformation verbreiten. Vor diesem Hintergrund geht das Projektteam drei zentralen Fragestellungen nach: (1) Wer sind die prominentesten Health Influencer, die Jugendliche ansprechen? (2) Welche Gesundheitsthemen und Inhalte greifen sie auf? (3) Und wie werden die Gesundheitseinstellung und das Verhalten der Jugendlichen durch das Folgen dieser Influencer beeinflusst? Zu Identifikation der wichtigsten Health Influencer initiieren die Forscher/innen einen Citizen Science Prozess. In Citizen Science Prozessen übernehmen Laien die Rolle von professionellen Forscher/innen. In dieser Studie beteiligen sich Schüler/innen aus ganz Österreich an einem Crowdsourcing-Prozess. Dabei identifizieren sie Health Influencer in ihrem digitalen Umfeld, beschreiben diese und erstellen damit einen einzigartigen Datenpool. Um die Inhalte der identifizierten Influencer zu analysieren, führt das Forschungsteam anschließend eine Inhaltsanalyse der Social Media Profile der Influencer durch. Dabei werden die Eigenschaften ihrer Accounts (z. B. Gender, Reichweite, Expertise) und Posts (z. B. Thema des Beitrags, Evidenzstatus, Rahmung) kategorisiert und quantifiziert. Abschließend führt das Forschungsteam eine Längsschnittbefragung mit Jugendlichen durch, um die Auswirkungen des Folgens von Health Influencern besser zu verstehen. Die Teilnehmer/innen der Befragung berichten dabei, welchen Health Influencern sie folgen. Das Forschungsteam analysiert in der Studie, ob bzw. wie das Folgen bestimmter Influencer mit Veränderungen ingesundheitsrelevantenEinstellungen und Verhaltensweisen zusammenhängt. Die Ergebnisse des Projektes werden ein umfassendes Bild zur Rolle von Health Influencern zeichnen. In der Projektarbeit werden die wichtigsten Health Influencer identifiziert, die von ihnen transportierten Inhalte analysiert, und ihr Einfluss auf Einstellungen und Verhalten von Jugendlichen skizziert. Aus den Ergebnissen lassen sich Leitlinien dafür ableiten, wie Fehlinformation in personenzentrierten Medienwelten wirksam bekämpft, und gleichzeitig die positiven Potenziale von Health Influencern besser ausgeschöpft werden können.

Gesundheits-Influencer sind für junge Menschen zu einer wichtigen Quelle für Gesundheitsinformationen geworden. Das HISM-Projekt ("Health Influencers on Social Media") zeigt, dass darin Chancen und Risiken liegen: Influencer können Gesundheitsthemen verständlich und lebensnah vermitteln, zugleich vermischen sich Gesundheitsinformation, persönliche Erfahrungen und kommerzielle Interessen häufig. Das Projekt untersuchte, welche Gesundheitsinhalte junge Menschen auf sozialen Medien sehen, wie sie diese einschätzen und welche Wirkungen sie haben können. In einer Citizen-Science-Studie dokumentierten 336 Jugendliche aus 16 österreichischen Schulen 2.147 Beiträge von 255 Influencern auf Instagram, TikTok und YouTube. Rund 60 Prozent der Beiträge wurden als gesundheitsförderlich bewertet, nur 4,5 Prozent als schädlich. Gleichzeitig enthielten 41,5 Prozent Werbung. Eine vertiefende Analyse zeigte, dass problematische Aspekte teilweise übersehen wurden, etwa irreführende Gesundheitsversprechen, unrealistische Körperideale oder die Verbindung gesunder Lebensweisen mit beworbenen Produkten. Eine Befragung von 1.003 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigte: Rund 93 Prozent begegnen zumindest gelegentlich Influencer-Inhalten, rund 83 Prozent auch gesundheitsbezogenen Beiträgen. Mehr als ein Drittel folgt gezielt Gesundheits-Influencern. Rund 31 Prozent hatten bereits ein Gesundheitsprodukt gekauft, das von einem Influencer empfohlen wurde. Besonders deutlich wird die Verbindung von Gesundheitskommunikation und Werbung bei Nahrungsergänzungsmitteln. Eine Inhaltsanalyse von 1.120 Produktdarstellungen in 727 Instagram-Beiträgen von 84 Influencern zeigte: 97 Prozent waren Werbung, doch bei fast drei Vierteln fehlte eine entsprechende Kennzeichnung. Mögliche Vorteile wurden in 24 Prozent der Darstellungen erwähnt, mögliche Risiken nur in 2,3 Prozent. Hinweise auf Wechselwirkungen mit Medikamenten, Gegenanzeigen oder Verunreinigungen fehlten vollständig. Auch bei psychischer Gesundheit zeigte sich ein differenziertes Bild. In einem Experiment mit 499 jungen Menschen führte die kurze einmalige Konfrontation mit entsprechenden Beiträgen nicht zu einem allgemeinen Anstieg von Selbstzuschreibungen, dem Wunsch nach professioneller Hilfe oder Sorgen vor zukünftigen psychischen Problemen. Interviews mit 19 Mental-Health-Influencern zeigten zugleich, dass diese persönliche Erfahrungen, Wissensvermittlung, Unterstützung und teilweise wirtschaftliche Interessen miteinander verbinden. Insgesamt zeigt HISM, dass Gesundheits-Influencer weder ausschließlich als Risiko noch als verlässliche Gesundheitsquelle betrachtet werden sollten. Ihre Reichweite bietet Chancen für verständliche Gesundheitskommunikation, macht aber zugleich Fähigkeiten notwendig, um Werbung, persönliche Erfahrungen und wissenschaftlich fundierte Informationen kritisch unterscheiden zu können. Die Ergebnisse sind damit besonders für junge Menschen, Schulen, Eltern und Gesundheitsorganisationen relevant.

Forschungsstätte(n)
  • MCI Internationale Hochschule GmbH - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Kathrin Karsay, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in

Research Output

  • 214 Zitationen
  • 13 Publikationen
  • 1 Policies
  • 11 Disseminationen
  • 3 Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 1 Weitere Förderungen
Publikationen
  • 2023
    Titel Challenges and Benefits of Social Media Influencers for Adolescent Health – A Scoping Review
    DOI 10.1093/eurpub/ckad160.296
    Typ Journal Article
    Autor Gell S
    Journal European Journal of Public Health
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Social media influencers and adolescents’ health: A scoping review of the research field
    DOI 10.1016/j.socscimed.2023.116387
    Typ Journal Article
    Autor Engel E
    Journal Social Science & Medicine
    Seiten 116387
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Peer correction of misinformation on social media: (In)civility, success experience and relationship consequences
    DOI 10.1177/14614448231209946
    Typ Journal Article
    Autor Heiss R
    Journal New Media & Society
    Seiten 2293-2312
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Socio-Ecological Responses to Misinformation on Social Media: A Framework for Multilayered Action
    DOI 10.31235/osf.io/sx5gn
    Typ Preprint
    Autor Heiss R
  • 2024
    Titel Marketing or health promotion? A citizen science study of social media influencers’ health content
    DOI 10.1093/eurpub/ckae144.1112
    Typ Journal Article
    Autor Gell S
    Journal European Journal of Public Health
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Influencers as a new source of health information: Insights from an Austrian youth survey
    DOI 10.1093/eurpub/ckae144.1769
    Typ Journal Article
    Autor Engel E
    Journal European Journal of Public Health
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Werbung oder Gesundheitsaufklärung? Eine Citizen Science Studie zu den Gesundheitsinhalten von Social Media Influencern
    DOI 10.1055/s-0044-1794309
    Typ Journal Article
    Autor Gell S
    Journal Das Gesundheitswesen
  • 2024
    Titel Social Media Influencers as a New Source of Health Information: Insights from an Austrian Youth Survey
    DOI 10.1055/s-0044-1794315
    Typ Journal Article
    Autor Engel E
    Journal Das Gesundheitswesen
  • 2024
    Titel Social Media Interventions to Address Nicotine Use Among Adolescents: A Scoping Review
    DOI 10.1055/s-0044-1794347
    Typ Journal Article
    Autor Melber L
    Journal Das Gesundheitswesen
  • 2026
    Titel Addressing social media platforms' influence on academic research.
    DOI 10.1057/s41599-026-06690-6
    Typ Journal Article
    Autor Heiss R
    Journal Humanities & social sciences communications
    Seiten 192
  • 2026
    Titel Social Media Influencers and Adolescent Mental Health: Influencer Perspectives, Content, and Effects
    Typ PhD Thesis
    Autor Sascha Gell
  • 2025
    Titel Responding to public health challenges of medical advice from social media influencers
    DOI 10.1136/bmj-2025-086061
    Typ Journal Article
    Autor Heiss R
    Journal BMJ
    Link Publikation
  • 2026
    Titel Prescription Drug Promotion by Social Media Influencers: A Systematic Scoping Review.
    DOI 10.1001/jamanetworkopen.2026.2738
    Typ Journal Article
    Autor Gell S
    Journal JAMA network open
Policies
  • 2024
    Titel Citation in another Systematic Review
    DOI 10.1080/23311975.2024.2368100
    Typ Citation in systematic reviews
Disseminationen
  • 2022
    Titel Panel - Discussion at Georgetown University
    Typ A talk or presentation
  • 2024 Link
    Titel Interview for Taggesspiegel
    Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview
    Link Link
  • 2024 Link
    Titel Lange Nacht der Forschung
    Typ Participation in an activity, workshop or similar
    Link Link
  • 2024 Link
    Titel Science Communication for Youth
    Typ Engagement focused website, blog or social media channel
    Link Link
  • 2024 Link
    Titel Public Health Pop-Up Village at the ÖGPH Conference in Innsbruck
    Typ Participation in an activity, workshop or similar
    Link Link
  • 2024 Link
    Titel Interview for Euro News
    Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview
    Link Link
  • 2023 Link
    Titel Young Science Congress in Vienna
    Typ Participation in an activity, workshop or similar
    Link Link
  • 2024
    Titel Workshop on Social Media Influencers and Health
    Typ Participation in an activity, workshop or similar
  • 2024 Link
    Titel Interview for Austrian Press Agency (APA)
    Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview
    Link Link
  • 2022
    Titel Workshop at Georgetown University
    Typ Participation in an activity, workshop or similar
  • 2025
    Titel Workshop on Social Media, Misinformation, and the Role of AI
    Typ Participation in an activity, workshop or similar
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2024
    Titel Visiting Researcher at the University of Zurich
    Typ Attracted visiting staff or user to your research group
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2024
    Titel ÖGPH Nachwuchspreis 2024
    Typ Poster/abstract prize
    Bekanntheitsgrad National (any country)
  • 2023
    Titel Invited Keynote Talk on Health Influencers on Social Media and Overdiagnosis Prevention
    Typ Personally asked as a key note speaker to a conference
    Bekanntheitsgrad Continental/International
Weitere Förderungen
  • 2025
    Titel Influencer Communication for Youth Health
    Typ Research grant (including intramural programme)
    DOI 10.55776/csp1250724
    Förderbeginn 2025
    Geldgeber Austrian Science Fund (FWF)

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