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Atlas der deutschen Mundarten in der Tschechischen Republik

Atlas of German Dialects in the Czech Republic

Hermann Scheuringer (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P21039
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.11.2008
  • Projektende 31.10.2014
  • Bewilligungssumme 203.449 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)

Keywords

    German, Language, Dialects, Czech Republic, Morphologyg

Abstract Endbericht

Das Projekt "Atlas der historischen deutschen Mundarten in der Tschechischen Republik (ADT)" ist ein internationales Gemeinschaftsunternehmen von Wissenschaftlern und Universitäten in der Tschechischen Republik, der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich. Die unmittelbaren Projektziele sind: - Erforschung und Dokumentation der deutschen Mundarten Böhmens und Mähren-Schlesiens mittels Befragung von Personen aus der Gruppe der nach dem Zweiten Weltkrieg nicht vertriebenen oder ausgesiedelten deutschsprachigen Bevölkerung ("Verbliebene") und deren Kinder, soweit diese noch die deutschen Dialekte sprechen - Erforschung der tschechischen Einflüsse in den deutschen Dialekten und damit auch sprachliche Dokumentation von fast einem Jahrtausend mehrheitlich friedlichen Zusammenlebens von Deutschen und Tschechen - Herausgabe eines mehrbändigen Kartenwerks, wobei im gegenständlichen Teilprojekt bzw. Projektteil der Band Morphologie entstehen soll Als mittelbares Projektziel sehen wir die Verbesserung der wissenschaftlichen und überhaupt der menschlichen Beziehungen zwischen Deutsch- und Tschechischsprachigen in der Mitte Europas. Wir glauben, dass die vorurteilslose Erforschung und Dokumentation des deutschsprachigen Anteils an der (Sprach)geschichte der böhmischen Länder einen bedeutenden Baustein darstellen kann in Richtung Abbau von Feindbildern und Ressentiments, eine Brücke über die Gräben des 20. Jahrhunderts hinweg von einer gemeinsamen Vergangenheit in eine gemeinsame Zukunft.

Das Gebiet der heutigen Tschechischen Republik stellte bis 1945 einen Raum intensiver sprachlicher Kontakte zwischen dem Deutschen und dem Tschechischen dar. Eine detaillierte Bestandsaufnahme und Beschreibung der deutschen Mundarten in den böhmischen Ländern kam lange Zeit nicht zustande. Was vielen in den Jahren zwischen 1945 und 1989 aufgrund der politischen Situation unmöglich schien, wurde nach der großen politischen Wende in Europa durch dieses Projekt und seine Schwesterprojekte geleistet. Dabei zeigte sich auch, dass die verbliebene deutschsprachige Bevölkerung in der Tschechischen Republik zahlenmäßig groß genug war, um eine so große sprachwissenschaftliche Untersuchung durchzuführen.Das Projekt "Atlas der historischen deutschen Mundarten auf dem Gebiet der Tschechischen Republik (ADT)" ist ein internationales Gemeinschaftsunternehmen von WissenschaftlerInnen, Universitäten und Forschungsförderungsorganisationen in der Tschechischen Republik, in Deutschland und Österreich. Vorrangiges Ziel war es, die deutschen Mundarten Tschechiens, wie sie mit ihren letzten Sprechern jetzt noch greifbar sind, in einem Sprachatlas zu dokumentieren und zu beschreiben. So entstanden und entstehen im Rahmen des großen ADT-Projektes sieben Bände, wobei der fünfte Band zur Morphologie und Syntax im Rahmen dieses Teilprojekts erstellt wurde. Die Sprache der verbliebenen deutschen Muttersprachler ist auf weiten Strecken konservativ bis archaisch, meist stehen geblieben auf dem Stand von 1945. Innerhalb der nächsten Jahre ist mit dem endgültigen Erlöschen des Deutschen in der Tschechischen Republik zu rechnen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Regensburg - 100%

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