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Die frühmittelalterliche Keramik von Gars-Thunau (NÖ)

The Early Medieval Ceramics of Gars-Thunau (Lower Austria)

Erik Szameit (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P16468
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.05.2003
  • Projektende 30.04.2007
  • Bewilligungssumme 220.004 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (100%)

Keywords

    Keramik, Frühmittelalter, Röntgenfluoreszenanalyse, Dünnschliffanalyse, Röntgendiffraktionsanalyse

Abstract

In Mitteleuropa fand es im Frühmittelalter (8-10. Jh. n. Chr.) an mehreren Orten parallel eine Herausbildung von Herrschaftszentren statt. Diese Entwicklung ist sowohl im österreichischen Raum, als auch im heutigen Tschechien, in der Slowakei und in Ungarn zu beobachten. Im hier geplanten Projekt soll eines dieser Herrschaftszentren, die befestigte Siedlung von Gars-Thunau (Niederösterreich) untersucht werden. Hauptziel des Projektes ist es, einen neuen Schwerpunkt in der Erforschung dieses frühen Beispieles eines wahrhaft mitteleuropäischen Phänomens zu setzen. Eines der größten Aufgaben bei der Analyse der frühmittelalterlichen Herrschaftszentren ist die Bearbeitung der großen Mengen von Keramikfunden. Einerseits stellt die Menge der Keramikfunde ein Problem dar und, andererseits, hemmt die Einheitlichkeit des Materials eine Chronologisierung dieser Funde. Erst durch die Chronologisierung des Keramikmaterials wird aber ein genauer historischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Vergleich der verschiedenen Fundstellen möglich. Im hier beantragten Projekt soll am Beispiel des Keramikmaterials von Gars-Thunau unter Einbeziehung naturwissenschaftlicher und archäologischer Untersuchungsmethoden eine Lösung dieses Forschungsproblems erarbeitet werden. Wichtige Innovation dieses Projektes ist es, die frühmittelalterliche Keramik anhand ihrer Materialzusammensetzung und ihren technologischen Eigenschaften zu bearbeiten, wobei den naturwissenschaftlichen Untersuchungen (Dünnschliffanalyse, Röntgediffraktions- und Röntgenfluoreszenzanalyse) eine entscheidende Rolle zugeteilt wird. Die Analysen der Keramik werden abschließend mit Hilfe eines GIS (Geographical Information System) im Lichte des Ausgrabungsbefundes ausgewertet, um die räumliche und chronologische Verhältnisse der Fundstelle erforschen zu können. Ein zweiter Aspekt der Keramikanalysen ist es, durch Untersuchungen töpfertechnologischer Details ein Fenster auf die Rahmenbedingungen und Entwicklungen des Handwerkes an einem zentralen Ort des Frühmittelalters in Mitteleuropa am Beispiel des Töpferhandwerks zu öffnen. Die aus den naturwissenschaftlichen Analysen gewonnenen objektiven Daten erlauben es, nicht nur große mengen an Keramik einer Fundstelle zu bearbeiten, sondern darüber hinaus in Zukunft Beziehungen zwischen Keramik von unterschiedlichen Fundorten herzustellen. Dadurch erfährt die Erforschung dieser wichtigen Epoche der Entstehung Mitteleuropas einen wesentlichen Impuls.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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